Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Beschreibung Ambr. D 54 sup.

Vorstufe
Nachweis: Italien, Mailand, Biblioteca Ambrosiana, Ambr. D 054 sup. (237 Martini–Bassi)
Datierung:

J. 1272 (ff. 37203, 204RV), 13. Jh. E. (ff. 936V, 203V, 205268V), 14. Jh. 2. H. (f. 1RV, 38V), 15. Jh. (f. 2RV)

Beschreibstoff: Bombyzin (außer ff. IIII, 18, 216, 223242, 245257, 260, 263, 264, 266, 267, I'III': Papier)
Format: mm 258 × 175 (außer ff. 2, 116, 118, 120, 122, 126, 130, 133, 140, 150, 216–268: sehr schwankende Größe zwischen mm 85 × 130 und mm 258 × 175)
Folienzahl: ff. III, 268, III'

Inhalt

  • (f. 1V) Anonym, Brief (Bitte an einen Kaiser um Entlassung in die belagerte Vaterstadt), inc. δέσποτά μου ἅγιε γαληνότατε καὶ φιλανθρωπότατε βασιλεῦ, πολλὰ ἀγαθά σοι γένοιτο, des. ὁ τῶν καλῶν ἁπάντων ἀφθονώτατος χορηγός.
  • (f. 2RV) 〈Einleitung zur Logik〉 (cap. ε–ι), inc. mutile αὗται αἱ προτάσεις ἡ ἅπαν ζῷον δίκαιον ἐστὶ καὶ ἡ οὐδὲν ζῷον δίκαιον ἐστὶ, des. οἷον ὁ ἄνθρωπος λευκὸν βαδίζον μουσικόν ἐστιν.
  • (ff. 936V) Kleomedes, De motu circulari corporum caelestium. An einigen Stellen mit dem Text alternierend (z. B. ff. 21V22) und am Rand Scholien und Diagramme; ferner unfertige Diagramme ff. 1V, 3RV.
  • (f. 36V) 〈Ioannes〉 Tzetzes, 12 ZwölfsilberΠερὶ φιλοσοφίας εἰ ἔστιν, inc. ζητεῖ δὲ πᾶς τέσσαρα τοῖς ἀμφιβόλοις, des. πολλῷ πλέον πέφυκε φιλοσοφία.
  • (ff. 4264, 216RV) Porphyrios, Isagoge. Der Text endet f. 63V mit S. 16, 18 Busse, dann folgt S. 18, 10–14; f. 64 enthält S. 16, 19–18, 9, S. 19, 4–19, 9, S. 19, 16–20, 10; f. 216RV enthält S. 20, 11 – Ende mit dem Vermerk τέλος, danach folgt mit dem Hinwies ζήτ(ει) das f. 64 fehlende Stück S. 19, 10–19, 15. Nachträglich ist am unteren Rand der ff. 63V64 (ebenfalls von Kopist B , vgl. Rubrik Kopisten) das noch fehlende Stück S. 18, 15–19, 3 hinzugefügt.
  • (ff. 3763V, ab f. 42 mit dem Porphyrios-Text alternierend und am Rand) Ammonios, In Porphyrii Isagogen comm. (CAG IV 3), des . κατηγορεῖται (S. 120, 11).
  • (ff. 64V113V) 〈Ioannes Philoponos〉, In Cat. comm. (CAG XIII 1) (Titel im Ms.: ἐξήγησις εἰς τὰς ἀριστοτέλους κατηγορίας, daneben von anderer Hand: ἀμμωνίου).
  • (ff. 114148) 〈Ps.-Leon Magentinos〉, In Int. comm. (ed. Aldus Manutius, Venedig 1503) (Titel im Ms.: ἀριστοτέλους περὶ ἑρμηνείας· τοῦ φιλοπόνου ἐξήγησις). Ab f. 129, lin. 16 (= Aldina, f. K 1, lin. 8 ἐφ᾿ ἡμῖν ἔσται) ohne Kenntlichmachung Übergang, wie es scheint, zu 〈Leon Magentinos〉, In Int. comm. (vgl. CAG IV 5, S. XXXV–XXXVI, das Textende in unserer Hs. stimmt mit Coisl. 170 überein.
  • (f. 148) Schemata und kurzes Scholion, inc. ἡ φιλοσοφία διαρεῖται εἰς θεωρητικὸν καὶ πρακτικόν.
  • (ff. 118140V auf den Folien kleineren Formats sowie am Rand des Kommentartextes) Int. bis 13, 22 b 3 αἴτιον δὲ τοῦ μὴ[... (am Beginn der einzelnen Abschnitte jeweils der Vermerk τὸ κείμενον ὅλον).
  • (ff. 148V197V, 204RV, 198203) 〈Leon Magentinos〉, In Anal. Pr. comm. (ed. V. Trincavelli, Venedig 1536) (Titel im Ms.: ἀρχὴ σὺν θεῷ τῶν τριῶν σχημάτων· τῶν εἰς τρία τὸ πρῶτον), inc. σκοπὸς τῷ ἀριστοτέλει ἐστὶ διδάξαι ἐν τοῖς τρισὶ σχήμασι περὶ τῆς συνθέσεως τοῦ ἁπλῶς συλλογισμοῦ, des. οὐκ ἄρα οὐδὲ τὸ σημεῖον μέρος τῆς γραμμῆς.
  • (ff. 230250V, 254268V, 203V, 205206) Anal. Pr. ab ...] ἀρχὴ τοῦ β σχήματος. ὅταν δὲ τὸ αὐτὸ Ι 5, 26 β 34.
    Lücken: I 17, 37 a 36 παντὶ τῷ γ[...] ἐὰν δ᾿ ἀμφότεροι 19, 38 b 35 (Ausfall von 1 Bl. nach f. 239V); I 29, 45 a 33 τὸ α ὑπάρξει [...] ἡ διάμετρος 31, 46 b 29 (Ausfall von 1 Bl. nach f. 244V). ff 256268 nicht "fragmenta librorum Organi ... ita commixta et cum excerptis ex commentariis quibusdam ... confusa" (Martini–Bassi).
  • (ff. 206215V) Anal. Post., des. mutile I 13, 81 b 2 μὴ δι᾿ ἐπαγωγῆς [...
  • (ff. 217229V, 251253V) Cat.
  • Leer

    ff. IRV, IIVIIIV, 48V, I'III'V. (leer)

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Bombyzin (außer ff. IIII, 18, 216, 223242, 245257, 260, 263, 264, 266, 267, I'III': Papier)

Wasserzeichen

  • ff. IIII, 216, 223242, 245257, 260, 263, 264, 266, 267, I'III': keine Wz.
  • ff. 1, 38: Dreizack, fast identisch Br. 15981 (Brno1367, mit Varianten Palermo1369/73 und vorwiegend Deutschland1350–1386), fast identisch M.–T. 7210 (Palermo1369/ 73, mit Varianten Leningrad und Arras1361–1367).
  • f. 2 Dreiberg (unterer Teil), keine nähere Zuweisung möglich.

Format

mm 258 × 175 (außer ff. 2, 116, 118, 120, 122, 126, 130, 133, 140, 150, 216–268: sehr schwankende Größe zwischen mm 85 × 130 und mm 258 × 175)

Folienzahl

ff. III, 268, III'

Foliierung

Außer der modernen (gestempelten) eine Zählung mit griechischen Buchstaben von α (f. 217) – λα (f. 266) am unteren Rand; diese Zählung zählt meistens Bifolien, oft aber auch Einzelblätter oder 3 Folien; sie ist angebracht worden, nachdem dieser Teil des Ms. in Unordnung geraten war. Ab f. 149 eine Zählung mit westlichen Ziffern oben rechts (das eingeschobene Blatt kleineren Formats wird nicht berücksichtigt) bis 66 (f. 215), f. 204 trägt die Ziffer 49 und ist damit als hinter f. 197 gehörend ausgewiesen.

Lagen

3 × 1 (IIII), 1 × 10-3+1 (8, Bl. 2, 7 und 9 fehlen, jetziges Bl. 2 später eingefügt), 1 × 20-1 (27, Heftfaden nach Bl. 10, kein Textverlust), 1 × 10-1 (36, letztes Bl. fehlt ohne Textverlust), 8 × 8 (100), 1 × 10 (110), 1 × 8 + 4 (122), 1 × 8 + 3 (133), 1 × 8 + 1 (142), 1 × 8 + 1 (151), 2 × 8 (167), 1 × 6 (173), 3 × 8 (197), 1 × 8 - 2 (203, Bl. 1 versetzt, ist das jetzige f. 204, Bl. 8 fehlt ohne Textverlust), 1 × 2 (205), 1 × 10 (215). Ab f. 216 sind die ursprünglichen Lagenverhältnisse nicht mehr feststellbar, da das Ms. aus Blättern sehr unterschiedlichen Formats besteht und zudem neu eingebunden ist; schon ab f. 189 nimmt die moderne Bindung keine Rücksicht mehr auf die ursprünglichen Lagen.

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden 1. auf dem letzten Verso unten rechts, vom Kopisten A, von α (f. 44V) – ιη (f. 189);2. auf dem ersten Recto unten rechts und auf dem letzen Verso unten links, vom Kopisten B, von 〈α〉 (f. 9) (eine Kustode α auf f. 9 unten Mitte scheint von anderer Hand zu stammen), α (f. 27V) – κγ (f. 206). Die Blätter kleineren Formats sind bei den Zählungen nicht berücksichtigt.

Anzahl der Linien

Lin. 29–31 (ff. 936), 40–46 (ff. 37204, außer f. 203V), sonst überwiegend, abgesehen von den Blättern mit kleinerem Format, 38–40

Liniierung

Schema nicht erkennbar.

Kopist

ff. 37203, 204RV: Alexios Solymas am 15.07.1272. Subskription (rot) f. 203 unten (mit roter Tinte ausgestrichen): + τέλο(ς) σὺν θ(έ)ῶ τῆς τοῦ ὀργάνου ἀριστοτελικῆς διδασκαλ(ί)ας + / έτελειώθη δὲ τὸ παρὸν βϊβλΐον διὰ χειρὸ(ς) ἐμοῦ ἀλεξίου ἁμαρτ(ω)λ(οῦ)/ τοῦ σολυμᾶ μηνΐ ίουλ(ίω) ιεʹ ἰν(δικτιῶνος) ιεʹ (über die Zeile in etwas dunklerem Rot ἔτους ͵ςψπʹου [= 1272] ἁγία τρίας/ βοηθει τῶ σῶ δουλ(ω) αλἐξίω τῶ/ ἁμαρτ(ω)λ(ῶ)+. Am Anfang dieses Ms.-Teils f. 37 oben: ὦ χ(ριστ)ὲ βοήθει τῶ σῶ δούλ(ω) ἀλεξίω τῶ/ ἁ(μαρ)τ(ω)λ(ῶ).

Β. ff. 936V, 203V, 205268V: Trotz des Stilunterschiedes ebenfalls 〈Alexios Solymas〉. Der Duktus ist sehr viel weniger sorgfältig, daher könnte man zunächst geneigt sein, einen anderen Kopisten anzusetzen. Die Subskriptionen jedoch zeigen deutlich die Elemente beider Schreibstile und nehmen zwischen diesen eine Mittelstellung ein. Es ist wahrscheinlich, dass einige Zeit vergangen war, als sich Alexios entschloß, den urspünglichen Kommentarcodex (nur Int. war z. T. schon früher nachgetragen worden) um die Aristoteles-Texte zu erweitern. Die Hs. ist nicht "variis ... mm. exaratus" (Martini–Bassi).

Subskriptionen, Titel, Initialen und einige Diagramme rot.

Ergänzungen zum Textbestand

Alle Aristoteles-Traktate mit einigen Interlinearglossen und Diagrammen, meist am Rand. Zu Porphyrios, Philoponos und Ps.-Magentinos, In Int. comm. einige griechische und lateinische Marginalien.

Einband

Modern. Das Ms. wurde 1955 in Grottaferrata restauriert (Eintragung auf der Innenseite des Vorderdeckels). Älterer Einband laut Katalog: Leder auf Holzdeckeln.

Erhaltungszustand

ff. 336 an den Rändern ausgebessert, ff. 936V Text verblaßt, schwer lesbar.

Geschichte

Datierung

J. 1272 (ff. 37203, 204RV), 13. Jh. E. (ff. 936V, 203V, 205268V), 14. Jh. 2. H. (f. 1RV, 38V), 15. Jh. (f. 2RV)

Ursprünglicher Zustand

Als Kopist B das Ms. erweiterte, lag hinter f. 64 kein mechanischer Verlust vor; hier war offensichtlich die Vorlage des Kopisten A in Unordnung und am Ende unvollständig. Das letzte Blatt des ursprünglichen Codex (f. 203) war wahrscheinlich lose und wurde von B mit der bis dahin leer gebliebenen Versoseite nach vorn hinter f. 268 eingefügt und beschriftet. Nach der Ergänzung und Erweiterung des Ms. durch B ist es dann verstümmelt worden und z. T. in Unordnung geraten (vgl. Rubrik Inhalt).

Provenienz

Unbekannt. Möglicherweise war das Ms. jedoch eine Zeitlang im Besitz des Ioannes–Ignatios Chortasmenos (ca. 1370 – ca. 1436/ 37, lebte in Konstantinopel), vgl. A. Turyn, Dated Greek Mss., S. 23. Bibliographische Angaben zu Chortasmenos ebenda, S. XVI. f. 1 Kaufpreisnotiz: ducat. decem. f. 1 unten ältere Signatur: N. 46. f. II (aufgeklebt) lateinischer Index: Cleomedis de circ./ Ammonii in praedicabilia/ praedicamenta/ Magentini in de Hermen./ Priora/ Organi fragmenta/ sed transposita/ Praedicamenta/ Priora/ Posteriora/ etc.

Bibliographie

Kat.

  • Ae. Martini–D. Bassi, I, S. 266–268 Nr. 237.

Kod.

  • V.–G., S. 13.
  • J. Irigoin, Les premiers manuscrits grecs écrits sur papier et le problème du bombycin, in : Scriptorium 4, 1950, S. 194–204, dort S. 203.
  • J. Irigoin, Les types de formes utilisés dans l'Orient méditeranéen (Syrie, Égypte) du XIe au XIVe siècle, in : Papiergeschichte 13, 1963, S. 18–21.
  • A. Turyn, Dated Greek Mss., S. 22–23 (Vermutung, daß das gesamte Ms. außer f. 1RV und 2RV von Alexios Solymas geschrieben sein könnte; f. 36V einige nachgezeichneteWorte des Kleomedes-Textes sowie 3 Interlinearscholien möglicherweise von der Hand des Ioannes–Ignatios Chortasmenos) .

Text.

  • Th. Waitz, ed. Organon, I, 1844, S. 4–5 (irrtümlich unter der Signatur B 54; Beschreibung des Ms.) .

Faks.

  • A. Turyn, Dated Greek Mss., Taf. 11 (= f. 65), 222 c (Subskription f. 203), 222 d (Subskription f. 37).

Quelle

  • Reinsch, Autopsie November 1967