Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Cant. Add. 1732

Nachweis: Vereinigtes Königreich, Cambridge, University Library, Cant. Add. 1732
Datierung:

14. Jh. A. (außer ff. 140141: 15. Jh.)

Beschreibstoff: Papier (außer f. 1: Pergament)
Format: 224 × 150 mm
Folienzahl: ff. 229

Inhalt

  • (ff. 254) Cael.
  • (ff. 5483) Gener. Corr.
  • (ff. 83132V) Mete.
  • (ff. 132V141) Col.
  • (ff. 144229) Gener. An., des. imperf. V 8, 788 b 33 τὸ ἔλατ.
  • Leer

    ff. 141V143V.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier (außer f. 1: Pergament)

Wasserzeichen

  • ff. 1049: Schlüssel, ähnlich Br. 3778, M.–T. 2641 (Bologna 1312).
  • ff. 5073: Buchstaben FANA mit Gegenzeichen G, ähnlich Br. 9389, M.–T. 5682 (Bologna 1312–1315) (M.–T. lesen das Wz. als BANA mit Gegenzeichen B).
  • ff. 8297, 106113, 132139, 192229: Buchstabe C (?), Typ M.–T. 5191 (Dubrovnik 1305–1306, mit Variante Fabriano 1307).
  • ff. 98/105: Nagel (?), ähnlich M.–T. 3055 (Genua 1306, mit Varianten Italien 1312–40).
  • ff. 140143: Krone, entfernt ähnlich Br. 4708 (Bologna 1413).
  • Die Wz. sind teilweise sehr schwach. ff. 29, 7481, 114131, 144191: kein Wz. auszumachen.

Format

224 × 150 mm

Folienzahl

ff. 229

Lagen

1 × 2 (Spiegel, 1), 14 × 8 (113), 1 × 2 (115), 3 × 8 (139), 1 × 4 (143), 10 × 8 (223), 1 × 8 - 2 (229, Bl. 7–8 fehlen ohne Textverlust).

Griechische Kustoden

Außer junger Lagenzählung mit westlichen Ziffern auf dem 1. Recto unten rechts (Bleistift) zwei griechische Signierungen: (1) durchgehende, aber nur noch teilweise erhaltene Kustoden auf dem 1. Recto unten oder (und) häufiger oben links von f. 2 (α) bis f. 224 (λα), selten oben rechts (f. 114: ιε); auf dem letzten Verso unten rechts nur f. 123V (ιε). Das Zeichen ιε erscheint also sowohl am Beginn der Lage ff. 114115 als auch am Ende der Lage ff. 116123.

(2) Separatzählung auf dem 1. Recto unten links bzw. letzten Verso unten rechts auf den ff. der 5. Hand: erhalten f. 116 (α), 131V (β), 132 (γ).

Anzahl der Linien

Lin. 25–33

Liniierung

Nur noch teilweise erkennbar. Bei der 3. und 5. Hand (cf. unten) Schriftrahmen wie Lake I, 1 b, jedoch keine gezogenen Linien sichtbar; bei der 6. Hand Lake I, 2 b.

Kopist

(1) ff. 24, lin. 7; ff. 7492V.

(2) ff. 4, lin. 7–73v.

(3) ff. 93 bis 97V, 106115V, 144229.

(4) ff. 98105V

(5) ff. 116139V.

(6) ff. 140141. Harlfinger identifiziert diese jüngere Hand (Anonymus ου π, Faks. in: Specimina Renaissance-Kopisten, S. 31, Taf. 68 [= Demetrios Castrenus (D. Speranzi)]) mit der von Angel. 47 und Vind. Phil. 157 und verweist für die alten Teile (gemeint sicher die 2. Hand) mit Vorbehalt auf die 1. Hand des Vat. 258.

Rote Titel und Initialen nur in der 1. Hälfte des Ms. (karminrot bei schwarzer Texttinte von der 2. Hand, sonst mennigrot bei brauner Texttinte); Illumination fehlt ab f. 144 sowie vorher im Bereich der 3. Hand. Größter Schriftspiegel bei der 5. Hand (mm 190 × 110), sonst mm 165 × 100 (1. und 2. Hand) bzw. mm 175 × 110 (3. Hand).

Ergänzungen zum Textbestand

Zum 1. Buch von Gener. Corr. Paragraphenzählung von späterer Hand. Auf ff. 7083 Interlinear- und Randscholien; die Interlinearscholien enthalten Worterklärungen (mit ἤτοι) (von der 1. Hand mit mennigroter Tinte). Fenster auf f. 83, lin. 7 (Gener. Corr. 338 b 10) und f. 134V Mitte (Col. 793 a 20). Auf f. 229V Merksätze zu den Syllogismen (γράμματα ἔγραψε γραφίδι …).

Einband

Holzdeckel, an Stirn- und Unterschnitt größer als der Buchblock. Überzug sehr stark abgenutztes Leder (vorher wahrscheinlich braun), nicht: thick paper (so P. Easterling, S. 320). Rücken (fehlt jetzt) war fester Rücken mit drei echten Doppelbünden; die Bindung auf Bünde ist bereits die zweite, Ms. hatte ursprünglich 4 eingemeißelte Bünde. Reste vom echten Kapital, das den Buchblock überragte, jedoch nicht breiter als der Rücken war; es war in Rillen auf der Außenseite des Deckels befestigt. Reste von drei Schließen am Hinterdeckel, jeweils eine an Ober-, Längs- und Unterkante; an den entsprechenden Kanten des Vorderdeckels die Reste von Bänderbefestigungen. Kanten des Holzdeckels glatt. Deckelmuster (auf Vorder- wie Hinterdeckel nur noch schwach erkennbar) bestand aus einem Viereck mit den Diagonalen, alles durch je 2 Fileten markiert. Pergamentspiegel. Auf dem vorderen Spiegel und f. 1RV italienischer Text (M. R. James: „a bit of a XV cent. account roll in Italian: the place of origin not obvious‟). Auf dem Spiegel im hinteren Vorsatz (Blatt auf dem Kopf stehend) lateinischer liturgischer Text: Offizium der Hl. Sixtus und Laurentius (M. R. James: „a leaf of a sonnet set [XII?] in Italian hand‟).

Erhaltungszustand

Deckel und Anfangslagen lose. Feuchtigkeitsspuren an den oberen und unteren Rändern.

Geschichte

Datierung

14. Jh. A. (außer ff. 140141: 15. Jh.)

Ursprünglicher Zustand

Zwischen den Quaternionen ff. 132139 (ιζ) und 144151 (κα) sind, wie die Kustoden zeigen, drei Lagen verloren. Das Ms. enthielt also ursprünglich mehr als den von jüngerer Hand auf ff. 140141 ergänzten Schluß von Col. (ab 798 b 10 γίνεται), wobei vor allem an die öfters mit Col. zusammen überlieferten Traktate Lin., Mech., Spir. zu denken sein dürfte.

Provenienz

Vielleicht aus dem Kreis um Ioannes Bardales, einem Adressaten des Maximos Planudes, wegen der offenbaren Nähe dieser Hs. zu Vat. 258 (cf. oben unter „Kopisten‟), wo Bardales subskribiert hat (Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 132 sq.). Ob das Wort „Sinai‟ auf dem Vorderdeckel Provenienzhinweis sein will, ist unsicher. Von Miss Caroline Asby am 30. 1. 1878 an die University Library verkauft (Vermerk f. 2).

Bibliographie

Kat.

  • P. Easterling, Hand–List of the Additional Greek Mss. in the University Library, Cambridge, in: Scriptorium 16, 1962, S. 302 bis 323, dort S. 320.

Kod.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 133, 418.

Text.

  • P. Moraux, ed. Cael., 1965, S. CLXXXIII (nur erwähnt) .
  • Boureau 2018, 115 (Teil-Stemma von Cael.: die gemeinsame Vorlage λ von Cant. und Alex. 87 geht aus dem kontaminierten Stamm ι hervor).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 107–109 (Wiesner, Autopsie April 1967).