Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Cant. Ff. V 8

Nachweis: Vereinigtes Königreich, Cambridge, University Library, Cant. Ff. V 08 (1298)
Datierung:

12.–13. Jh.

Beschreibstoff: Pergament
Format: 222 × 116 mm
Folienzahl: ff. 110

Inhalt

  • (ff. 3108V) Rhet.
  • Leer

    ff. 1V2V, 109, 110RV.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament

Format

222 × 116 mm

Folienzahl

ff. 110

Lagen

FHHF.

1 × 2 (2), 13 × 8 (106),|1 × 4 (110).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden mit brauner Tinte vom Kopisten auf dem 1. Recto unten rechts von f. 3 (α) bis f. 107 (ιδ), mit roter Tinte von anderer Hand auf dem letzten Verso unten rechts von f. 10V (α) bis f. 106V (ν): diese Zählung berücksichtigt nach Iota nur die Zehner und läßt Stigma aus.

Lagensignierung

Lagensignierung mit lateinischen Buchstaben und westlichen Ziffern, die jeweils die ff. bis zum Beginn der zweiten Lagenhälfte erfaßt (zuerst a 1–5 auf ff. 37, zuletzt o 1–2 auf ff. 107108, jeweils oben rechts).

Anzahl der Linien

Lin. 33

Liniierung

Ähnlich Lake I, 5 a.

Kopist

Die Haupthand, die der des Vat. 260 (Harlfinger) sowie des Barb. 136, ff. 1146 (in beiden Hss. auch dasselbe längliche Format) entspricht, frühestens aus dem Ende des 12. Jh., da sie die im 13. Jh. sich durchsetzenden Schrifttendenzen (Assimilation der Majuskel, Überdimensionalität der Buchstaben etc.) und Buchstabenformen (hochgestelltes Schluß-Alpha, Kursivform des Beta etc.) aufweist.

Einige Korrekturen (Textergänzungen) vom Kopisten (z. B. ff. 48, 49V, 102V103). Jüngere Marginalien (Lemmata) von 〈Demetrios Chalkondyles〉 in Rot (z. B. ff. 3V, 6V, 7) und zwei weiteren Händen: A. ff. 3, 5, 6 etc., B. ff. 7V, 8, 8V, 14V etc. Wenige lateinische Marginalien (ff. 72, 74RV).

Illumination in Karminrot nur am Beginn des Ms. (Titel, Initiale).

Einband

Der Schafledereinband des 18. Jh., den die Hs. wie Dd IV 16 und Ii V 44 hatte, ist 1969 durch einen Halbledereinband ersetzt worden; Signatur des alten Einbandes und Lederschild (Rot mit Gold) „Aristot. Rhetoric: M. S.‟ auf der Innenseite des Vorderdeckels eingeklebt.

Geschichte

Datierung

12.–13. Jh.

Provenienz

Possessionsvermerk f. 108V: „Antonij Seripandi ex Iani Parrhasij testamento‟. – Die Hs. ging den Weg der Bibl. des Parrhasius (dazu G. Mercati, De fatis bibliothecae monasterii S. Columbani Bobiensis et de codice ipso Vat. lat. 5757, in: M. Tulli Ciceronis De re publica, Vatikan 1934, S. 120 ff.): vom Freund des Parrhasius, Antonio Seripando († 1531), an den Bruder Girolamo Seripando, Generalprior des Augustinerordens, der sie in seinen Konvent S. Giovanni a Carbonara, Neapel bringen ließ. Unter den von dem holländischen Sammler Johannes de Witt (1662–1701) vor 1688 aus S. Giovanni für 30 Scudi erworbenen 40 wertvollen Hss. befand sich auch unsere Hs. Beim zweiten Gang der Versteigerung der Bibliothek von de Witt (Herbst 1701), bei der die meisten Hss. verkauft wurden, ist das Ms. vielleicht an John Moore (cf. M. R. James im handgeschriebenen Katalogentwurf: „? Moore‟) und über ihn in die Univ.-Bibl. Cambridge gelangt. Gegen Moores Vorbesitzerschaft spricht aber, daß die Hs. weder in CMA und Tanners Supplementum noch in der Signaturenkonkordanz von Parris und Whisson(cf. zu allem oben S. 98) unter den Mss. des Bischofs erwähnt wird. Die Konkordanz nennt Ff V 8 auf S. 18 als Nr. 498 unter den Addenda zu den Hss. der University Library, die nicht auf Moore zurückgehen. Im alten Katalog von Parris–Whisson (Oo VII 54, cf. oben S. 98) auf f. 25 aufgeführt.

Vermerke. f. 1: „Aristotelis Rethorica ad‟ vielleicht von derselben Hand wie der Possessionsvermerk f. 108V (dieselbe braune Tinte). Darüber: „31‟. f. 109V (f. 109 in halber Breite abgeschnitten): εἰσὶ τὰ φύλλα τούτου τοῦ βιβλίου ἑκοπτὸν ὀκτώ (dreimal).

Bibliographie

Kat.

  • H. R. Luard, Cat. Mss. U. L., II, S. 481.

Kod.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 229 Anm. 2, 410.
  • J. Wiesner–U. Victor, Grlech. Schreiber, S. 64.

Text.

  • R. Kassel, Textgeschichte Rhet., bes. S. 3, 25 sqq., 78 sqq., 94 sqq., 112 sqq. (Sigel F. Einer der fünf unabhängigen Textzeugen, Stammvater zahlreicher deteriores) .

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 103–104 (Wiesner, Autopsie April 1967 und September 1975).