Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Esc. Φ. III. 9

Nachweis: Spanien, Escorial, Real Biblioteca de El Escorial, Esc. Φ. III. 09
Datierung:

13. Jh. 2. H.

Beschreibstoff: Bombyzin (ff. IIII, I'I V ': Papier)
Format: 232 × 155 mm
Folienzahl: ff. III, 153, IV'

Inhalt

  • (ff. 3153) Phys. mit Scholien, die laut Schenkl und Diels „liberiora excerpta‟ aus den Kommentaren des Simplikios und Themistios sind, inc. (f. 1) αἴτια τὸ ποιητικὸν καὶ τὸ τελικὸν (vgl. Simplikios in Phys., CAG IX, S. 3, 17), des. (f. 152V) mit einem Scholion zu Phys. VIII 10, 267 b 7 sqq.
  • (f. 153) Aus Phys. stammende Definitionen von τύχη (II 5, 197 a 5–6), κίνηση (III 1, 201 a 10–11), ἄπειρον (III 6, 207 a 7–8), τόπος (IV 4, 212 a 20–21) und φύσις (II 1, 192 b 21–23) (also nicht „ultimum schol.‟ mit Hinweis auf CAG X, S. 1364, 40, wie bei G. de Andros).
  • Zahlreiche Interlinearien meist von erster Hand.
  • Leer

    ff. 15V, 46.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Bombyzin (ff. IIII, I'I V ': Papier)

Wasserzeichen

  • ff. IIII, I'I V ': ohne Wasserzeichen.

Format

232 × 155 mm

Folienzahl

ff. III, 153, IV'

Lagen

1 × 10 (10), 17 × 8 (146), 1 × 8 - 1 (153, Bl. 8 fehlt).

Griechische Kustoden

Erhalten nur Kustode ιη (f. 139 oben rechts vom Kopisten).

Die Lagen sind in ihrer Mitte sowie an Anfang und Ende durch im Falz gegengeheftete schmale Streifen verstärkt, die zum Teil aus einer griechischen Pergament-Hs. stammen (Inhalt vgl. unten).

Anzahl der Linien

Lin. meist 21

Liniierung

Nur äußerer Schriftrahmen.

Kopist

Grundtext und Scholien von einer einzigen Hand.

Adnotatores: Eine Hand aus der Zeit um 1400 schrieb f. III R V Schemata, f. 3 einen Teil der Marginalien und ein paar Interlinearien, wie ff. 10V, 12; f. III V inhaltliche Bemerkung einer weiteren wohl etwas jüngeren Hand; kurze Marginalien eines Lesers (15. Jh.) ff. 55, 131, eines anderen (Lateiner) f. 23. Lateinische Marginalien (15. Jh.) f. 3 sowie ff. 4V, 25, 121V, des weiteren ff. 5257V, 147152V. f. 153V nebensächliche griechische Eintragungen von 4 verschiedenen Händen.

Ergänzungen zum Textbestand

Die gegen ff. 5V/6, 14V/15, 94V/95, 146V, 147 gehefteten lagenverstärkenden Falzstreifen (vgl. o.) enthalten Reste eines griechischen christlichen Textes, und zwar jeweils untereinander 35 (entsprechend der Zeilenzahl des zerschnittenen Manuskripts) Textstückchen von etwa 4 bis etwa 12 Buchstaben (13. Jh., Art „Fettaugenstil‟).

Um die Identifizierung des Inhalts hat sich dankenswerterweise K. Treu mit Erfolg bemüht. Er schreibt (Brief vom 12.5.72): „Die fünf Streifen eines Kodex mit christlichem Inhalt (13. Jh.) gehören zu zwei sukzessiven Folien einer Hs. des Johanneskommentars des Theophylakt von Achrida, Erzbischof von Bulgarien (gest. um 1108). Der Streifen zu fol. 5v/6r enthält PG 124, 109 C 4–112 C 9. Die übrigen vier Streifen sind Teile des nächsten Blattes. Ihre Reihenfolge ist: zu fol. 147r, 146v, 14v/15r, 94v/ 95r. Zwischen den einzelnen Streifen fehlt jeweils eine geringe Textmenge (ca. 5–8 Buchstaben). Zwischen Bl. 1 und 2 fehlen 10 Buchstaben. Daraus ergibt sich, daß der Streifen 5v/6r nah ans Zeilenende gehört, während der erste Streifen von Bl. 2 kurz nach dem Zeilenbeginn einsetzt. Am nächsten liegt die Vermutung, daß alle fünf Streifen Teile eines und desselben Doppelblattes aus der Lagenmitte sind.

Die Blatthöhe ist mit 35 Zeilen voll erhalten. Die Zeilen waren sehr lang, mit gegen 70 Buchstaben, doch mit einer Schwankungsbreite von 6–8 nach oben und unten, bedingt durch reichliche Verwendung von Abkürzungen. Textlemma und Kommentar folgen ohne größere Unterscheidung aufeinander, doch sind die Anfänge durch rote Initialen kenntlich gemacht.‟

Einband

Escorial-Einband. Auf dem vergoldeten Schnitt: 9. Ο. ΑΡΙΣΤΟΤ. 25.

Geschichte

Datierung

13. Jh. 2. H.

Provenienz

f. III, 153 unten: βίβλος μαμουν(ᾶ) ἦν εὖτε τάδ᾿ ἐγράφετο, (Zwölfsilber?); f. 153 folgt noch: βι ἦν ευ(?) ευ ευ/μάρκου/μάρκου μαμουν(ᾶ), τοῦ κρητὸς/… (beschnitten, etwa 9 Buchstaben) τάδ᾿ ἐγράφετο γεωργ(ίου) κόμ(ητος) (?). Die Hs. gehörte also dem Kreter Markos Mamunas(† 1539) (zu ihm vgl. z. B. A. Turyn, Dated Greek Mss., I, S. 256 [mit Literatur] und A. Meliarakes, Οἰκογένεια Μαμῶνα. Ἱστορικὴ καὶ γενεαλογικὴ μελέτη τῆς οἰκογενείας Μαμῶνα ἀπὸ τῆς ἐμφανίσεως αὐτῆς ἐν τῇ ἱστορίᾳ μέχρι σήμερον, Athen 1902). Seine Bibliothek gelangte in den Besitz des Georgios Kornes Korinthios(zu ihm vgl. z. B. K. N. Sathas, Neoellenike Philologia, S. 139–140 und A. Turyn, Dated Greek Mss., I, S. 256 [mit Literatur]), den ich auch hinter der Angabe am Schluß der herausgeschriebenen Notiz (f. 153) vermute, wo G. de Andrés Γεωργ(ίῳ) μο(ναχῷ) entziffert. Die Hs. kam über die Bibliothek des Antonio Agustín1591 in den Escorial (vgl. oben S. 143), ebenso wie die Esc. Φ. III. 1 und Φ. III. 16 (letzterer nachweislich auch aus dem Besitz des Markos Mamunas), für die Georgios Kornes Korinthiosund danach sein Neffe und Schüler Theodosios Korinthiosals Vorbesitzer bezeugt sind.

Alte Signaturen und Sonstiges: f. I oben: IV: Λ. 12., daneben rechts: Ν. Αριστοτέλ., tiefer: Aristot. Physica auscultatio cum scholiis, f. II oben rechts: IV. Λ. 12, f. II V oben links: 9, f. III oben rechts: IV. Λ. 12. (jetzt gestrichen), unten links: 200 (= Signatur bei Antonio Agustín), f. 1 oben Mitte: IV. Λ. 12., daneben rechts IIII. Γ. 25 (jetzt gestrichen).

Bibliographie

Kat.

  • E. Miller, S. 171 ( 14. Jh. ) .
  • G. de Andrés, II, S. 58–59 Nr. 228 ( 13. Jh. ) .

Kod.

  • Ch. Graux, Escurial, S. 460.
  • A. Adler, S. 358 (58).

Text.

  • W. D. Ross, Physics, 1936, S. 117 (nur erwähnt) .
  • Simplikios

    • ed. H. Schenkl, CAG V 2, 1900, S. X (Sigel Z) .

    Themistios

    • ed. H. Diels, CAG X, 1905, S. XIII.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 164-166 (Harlfinger, Autopsie April 1967).