Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Esc. Σ. II. 15

Nachweis: Spanien, Escorial, Real Biblioteca de El Escorial, Esc. Σ. II. 15
Datierung:

13. Jh. E.

Beschreibstoff: Papier (außer ff. 17, 175179: Bombyzin)
Format: 281 × 212 mm
Folienzahl: ff. IV, 179, III'

Inhalt

  • (ff. 17V) siehe unten.
  • (ff. 879) Phys. (Am Ende von Buch V hinter 6, 231 a 17 ἀντίκειται angefügt 230 b 29 ὅταν–231 a 3/4 εἴρηται, vgl. Bekker im Apparat). Mit einigen Marginalscholien besonders zu Buch III und IV.
  • (ff. 8082) An. III, ab 9, 432 a 29 …] (einige Buchstaben abgeschabt) ὑπάρχει καὶ mit dem Titel […] τοῦ περὶ ζώων μορίων, wozu nachträglich bemerkt ist: οὐκ ἐστι […] τοῦ περὶ ζώων μορίων ἀλλ᾿ ἀπὸ τοῦ περὶ ψυχῆς ἀπὸ λήθης οὕτω γραφέν.
  • (ff. 82113V) Part. An., bis IV 6, 682 b 3 μῆκος, mit einigen Marginalscholien.
  • (ff. 116131, 133139V, 132RV) An. mit einigen Marginalscholien (z. B. f. 118V = Simplikios, In An. comm., CAG XI, S. 36, 3–6, 8) sowie vor Buch II (f. 122RV) und III (f. 131RV) jeweils das entsprechende Kommentarstück aus Simplikios, In An. comm., CAG XI, S. 81, 3–82, 20 und S. 172, 3–174, 7.
  • (ff. 140157) 〈Platon, Phaidros〉, ab 230 d 2 …] δοκεῖς τὸ παράπαν (= Verlust von 1 Bl. vor f. 140), mit Marginalscholien auf f. 140RV.
  • (ff. 160171V) Nikomachos von Gerasa, Introductio arithmetica, I (ed. R. Hoche, Leipzig 1866, S. 1–70).
  • (ff. 175177V, 179V) Anonymus, Prolegomena artis rhetoricae (ed. Walz, Rhet. Graeci VI, 1834, S. 4–32).
  • (ff. 179V, 179, 178RV, 17V) Ioannes Doxopatres, Homiliae in Aphthonii Progymnasmata, bis Walz 145, 16 παραινέσεως (ed. Walz, Rhet. Graeci II, 1835, S. 81 sqq.), mit Lücke 91, 18 εἰς αὐτὸν […] τίνος δὲ χάριν III, 27 (= Verlust von 4 Bl. zwischen ff. 179 und 1).
  • Leer

    ff. 79V, 114115V, 157V159V, 172174V.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier (außer ff. 17, 175179: Bombyzin)

Wasserzeichen

  • ff. III, IVV: Hut mit Kreuz sowie Gegenzeichen SM mit Kreuz, = Br. 3506 (Verona 1538).
  • ff. 8174: westliches Papier ohne Wz.

Format

281 × 212 mm

Folienzahl

ff. IV, 179, III'

Lagen

1 × 8 - 1 (7, Bl. 1 fehlt mit Textverlust), 13 × 8 (111), 1 × 4 (?) (115), 2 × 8 (131), 1 × 8 (132139, f. 132 gehört eigentlich hinter f. 139), 1 × 8 - 1 (146, Bl. 1 fehlt mit Textverlust), 1 × 8 (154), 1 × 6 - 1 (?) (159), 1 × 8 (167), 1 × 8 - 1 (174), 1 × 8 - 3 (175179, f. 178 gehört eigentlich hinter f. 179, Bl. 6–8 fehlen mit Textverlust).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden jeweils wohl vom Kopisten auf dem 1. Recto unten meist links und dem letzten Verso unten rechts: 1) α (f. 15V)–η (f. 64) (nicht überall vorhanden), 2) γ (f. 103V), 3) α (f. 116)–β (124), 4) α (f. 146V), 5) α (f. 160).

Anzahl der Linien

Lin. etwa 28–36

Liniierung

Nur äußerer Schriftrahmen.

Kopist

A. ff. 8168, Zeile 11 von unten. Trotz verschiedener Schwankungen im Schriftbild (Duktuswechsel z. B. ff. 9, 80, 109 oben, 116, 133, 160; strengerer Stil z. B. ff. 8, 116 sqq., 140 sqq., schönerer gleichmäßiger ff. 150V oben–151, ziemlich flüchtiger z. B. ff. 80109 oben) handelt es sich höchstwahrscheinlich eher um eine einzige Hand als um mehrere zeitgenössische Schreiber. Die Hand ist identisch mit der des Nikephoros, des Hauptkopisten des mit unserer Hs. papier- und ungefähr formatgleichen Esc. Σ. III. 9 (vgl. unten S. 156–159).

f. 8 oben, vielleicht von Nikephoros, β̅ β̅ βοήθει μοι.

B. ff. 168, Zeile 10 von unten bis 171V.

C. ff. 17V, 175179V.

Die Scholien f. 23RV stammen von einer Fremdhand des 14. Jh., f. 140RV von einer zweiten des 14. Jh. (oder vielleicht vom Kopisten selbst), die Scholien und Interlinearien ff. 38V48, 122 sqq. von einer dritten des 14. Jh. (oder auch vielleicht nachträglich vom Kopisten selbst). Die Marginalien ff. 35V36V schrieb ein Leser des 15. Jh., die auf ff. 13, 130 ein anderer aus dem 16. Jh.

Titel und Initialen teilweise in Rot.

Ergänzungen zum Textbestand

Die genannten Marginalienscholien stammen teilweise von fremden Händen des 14. Jh. (s. „Kopist“)

Einband

Escorial-Einband (beschädigt).

Erhaltungszustand

Der Kodex ist in einem äußerst schlechten Zustand. Die Blätter sind stark zerfressen und zerfetzt, vor allem ff. 12, 175179, und zum Teil wasserfleckig; auch zahlreiche lose Folien (vgl. die Blattvertauschungen).

ff. 17, 175179 hatten ursprünglich größeres Format; durch starke Beschneidung der Außenränder auf das Format des Hauptbuchblocks sind zum Teil kleinere Textverluste eingetreten.

Geschichte

Datierung

13. Jh. E.

Entstehung

ff. 17, 176179 gehörten ursprünglich zu einem anderen Kodex (Bombyzin) größeren Formats (vgl. unten „Erhaltungszustand‟). Sie sollten in unserer Hs. möglicherweise als Deckblätter dienen; als die Besitzernotiz auf f. 174V eingetragen wurde, waren sie offensichtlich noch nicht hinzugefügt.

Der übrige Hauptblock der Hs. besteht, wie die jeweils neueinsetzenden Kustodenreihen zeigen, aus 5 in getrennten Arbeitsphasen geschriebenen Teilen, nämlich 1) ff. 879 (Phys.), 2) ff. 80115 (An. III Fragm., Part. An.), 3) ff. 116139 (An.), 4) ff. 140159 (Platon), 5) ff. 160174 (Nikomachos).

Falls die Kustode γ (f. 103V) im 3. Teil vom Kopisten selbst stammen sollte, wäre damit ziemlich gesichert, daß An. I–III 9, 432 a 29 vor f. 80 in unserer Hs. niemals existiert hat, sondern daß der Kopist seine Vorlage ab An. III 9, 432 a 29 abzuschreiben begann (vgl. auch den Titel auf f. 80, wobei nicht deutlich ist, von welcher Hand er stammt); auch bei f. 113V (des. imperfecte Part. An. IV 6, 682 b 3) wird es sich wegen der nachfolgenden 2 Leerblätter (ff. 114115) nicht um eine mechanische Beschädigung handeln.

Provenienz

f. 174V von einer ungelenken Hand des 14.–15. Jh.: + ἐγὼ ὀ μανουὴλ ἐπαρέλαβον ἀπο την.

Die Hs. stammt aus der Bibliothek des Antonio Agustin (vgl. oben S. 143). Von seiner Hand (laut Revilla) f. III obere Hälfte kurze Auszüge aus Simplikios, In Phys. comm. I Anfang (CAG IX, S. 1, 3 … S. 8, 29; vgl. Näheres bei Revilla); darunter: N. 14. in 8. lib. Arist. de/phisicis auscultat./item de anima/Nicomachi Geraseni in arithmeticam/isagoge/de Prooemiis rhetoricis incerti; unten links: 201 (= Signatur bei Agustin).

f. II griechischer Pinax von 〈Nicolas de la Torre〉, darunter lateinischer Index.

Ältere Signaturen: f. II oben IV K. 16, IIII. Z. 1.

Bibliographie

Kat.

  • E. Miller, S. 90 ( 14. Jh. ) .
  • A. Adler, S. 348 (48).
  • A. Revilla, S. 325–328 Nr. 95 (datiert ff. 8174 ins 14. Jh. E. oder 15. Jh. A., ff. 17, 175179 ins 14. Jh. A. ) .

Kod.

  • Ch. Graux, Escurial, S. 460, 499.

Text.

  • W. D. Ross, Physics, 1936, S. 117 (nur erwähnt) .
  • P. Louis, ed. Part. An., 1956, S. XXXII (nur in der Hss.-Liste erwähnt) . P. Siwek, Mss. An., S. 13, 15, 19, 21–22, 25, 28, 29, 31, 32, 39–40 (gehört zum zweiten Zweig der Familie κ.; weist große Ähnlichkeit mit dem jüngerenMarc. 206 auf. „Le ms. Hc [= Esc. Σ. II. 15] aurait pu être copié d’un ms. qui ressemblait au ms. Jc [= Ambr. E 118 sup.], ou peut–être même directement de lui.‟) , 41, 42, 43, 46, 52, 118, 147, 172, 173, 180, 181.
  • Platon

    • Hs. bei N. G. Wilson, Plato Mss. und R. S. Brumbaugh, Plato Mss. nicht aufgeführt.

    Anonymus

    • H. Rabe, Rhet. Gr. XIV, Prolegomenon Sylloge, Leipzig 1931, S. XXXIV.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 153-155 (Harlfinger, Autopsie April 1967).