Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Esc. Σ. III. 9

Nachweis: Spanien, Escorial, Real Biblioteca de El Escorial, Esc. Σ. III. 09
Datierung:

13. Jh. E. (außer ff. I', I V ' : 11. Jh.)

Beschreibstoff: Papier (außer ff. VVVIIIV, I'I V ' : Pergament)
Format: 274 × 205 (außer ff. V–VIII, II'–III' : mm 273 × 195)
Folienzahl: ff. VIII, 152 (+ 17a, 18a, 41a, 53a, 55a, 72a, 94ab, 98a, 102ab, 104a, 105a, 124a, 127a, 130a, 137a, 144a, 170, VII').

Inhalt

  • Organon:
  • (ff. 110) Porphyrios, Isagoge. Am Ende folgender Zusatz: τέλος τῆς πορφυρίου εἰσαγωγῆς ἥτις παραδίδωσιν ἡμῖν τί ποτέ ἐστι γένος καὶ τί εἶδος καὶ τί διαφορὰ καὶ τί ἴδιον καὶ τί συμβεβηκὸς καὶ τί τὸ ἐν αὐτοῖς κοινὸν τί τε τὸ διάφορον (vgl. S. 22, 13 Apparat und S. XXVIII Busse). Mit einigen Marginalien, Interlinearien und Schemata.
  • (ff. 10V24) Cat. Mit wenigen Marginalien.
  • (ff. 24V34) Int. Mit einigen Scholien, Schemata und Interlinearien. Vor dem Titel folgende Bemerkung (f. 24 unten): Ἀρχὴ τοῦ περὶ ἑρμηνείας ἀριστοτέλους : ὅ διέρχου ἐπιμελῶς.
  • (ff. 3477) Anal. Pr. Mit Scholien und Schemata vor allem zu Buch I sowie einigen Interlinearien. Erstes Scholion inc. (f. 34) διὰ τοῦτο εἰσὶ τρία σχήματα διότι καὶ τρεῖς εἰσὶν αἱ πραγματίαι πρὸς ἃς συμβάλλονται ἀποδεικτικὴ διαλεκτικὴ καὶ σοφιστικὴ, ein anderes Scholion (f. 40V oben) erinnert an Ioannes Philoponos, In Anal. Pr. comm., CAG XIII 2, S. 119, 11 sqq.; zum Scholion (f. 58) διδάξας ὁ φιλόσοφος ἀριστοτέλης ὅτι ἡ ᾳπλὴ ἀπόφασις ἕπεται τῇ ἐκ μεταθέσεως καταφάσει κτλ. vgl. die Kommentare von Alexander Aphr., CAG II 1, S. 407, 23 sqq., Philoponos, CAG XIII 2, S. 371, 8 sqq., Ps.-Themistios, CAG XXIII 3, S. 158, 3 sqq.; das Scholion (f. 63) δεῖ δὲ εἰδέναι ὅτι τῶν προτάσεων ἀληθῶν οὐσῶν κτλ. erinnert an Philoponos, S. 412, 22 sqq.; f. 62 ist eine längere homoioteleutische Auslassung (II 4, 57 a 15 ὁμοίως – 23 συμπέρασμα ἀληθές) am Rand nachgetragen.
  • (ff. 77V101) Anal. Post. Am Ende von Buch I (f. 94) folgende Bemerkung: τὰ δ ζητούμενα πρὸς τὰς δ μεθόδους τὰς διαλεκτικὰς οὕτως ἔχει: εἰ ἐστὶ τί ἐστιν, ὁποῖον τί ἐστιν, διαιρετικὴ ὁριστικὴ ἀποδεικτική. Mit Scholien, Schemata und Interlinearien. Erstes Scholion inc. (f. 77V) γινώσκει γὰρ ἕκαστος ὃ μανθάνει ᾳπλῶς τί ἐστιν κτλ., ein anderes Scholion (f. 94V) erinnert an Themistios, CAG V 1, S. 44, 17 sqq.
  • (ff. 101139) Top. Mit wenigen Marginalien und Interlinearien.
  • (ff. 139152) Soph. El. Am Ende folgender Zusatz: τέλος σὺν θ(ε)ῷ τῶν σοφιστικῶν ἐλέγχων ἀριστοτέλους. ἴσως δ᾿ εἰπεῖν καὶ αὐτοῦ ὀργάνου, ὅπερ χάριν μὲν ἔχει πρὸς τὸ τέλος καὶ τοῖς μὲν νοοῦσιν οὕτως τοῖς δέ γε καὶ μὴ ἀχαρίτωτον. Mit wenigen Marginalien.
  • (f. 152V) Schema.
  • (ff. VVVI V, III' V, III', II' V, II', VIIVVIII V; II'III' V stehen auf dem Kopf) 〈Platon, Cratylus〉, inc. mut. 394 a 7 …] φάρμακα, des. mut. 421 b 2 συγκεκροτῆσθαι […
    Lücken: 401 b 5 ῥᾴδιον […] 404 c 5 πολλοὶ und 411 b 6 πυκνὰ […] 414 c 9 τοιαῦτα οἶμαι (= Verlust von je 1 Bl. zwischen ff. VI V und III' V sowie II' und VIIV).
  • (ff. IV' V col. a, I' col. a, IV' V col. b, I' col. b, IV'V col. a, I' V col. a, IV'V col. b, I' V col. b) Fragment aus den Acta Andreae Apostolis, inc. …] τοῖς δημίοις καὶ τῷ γήρᾳ̇ συνέβη αὐτοῖς. Nach einigen Zeilen Zwischentitel in Rot: τελίωσις τοῦ ἀποστόλου ἀνδρέου ἐν πάτραις, der dann folgende Text stimmt außer am Anfang überein mit dem Martyrium Andreae prius (ed. M. Bonnet, Acta Apostolorum Apocrypha II 1, Leipzig 1898, Nachdruck Darmstadt 1959), Kap. 3, S. 47, 8–Kap. 6, S. 49, 11 ἔχαιρεν […, wobei der Esc. eine weder mit C [= Petroburg. 94] noch mit V [= Vat. 807] ganz übereinstimmende Rezension aufweist, die allerdings öfter mit C als mit V zusammengeht.
  • (f. I' V am Rand) προφήτ(ου) μωυσέος περὶ χ(ριστο)ῦ, inc. ἐάν τις ἔλθῃ σημεῖα …
  • Textgeschichtliches

    Die Hs. ist (nach Teilkollationen von Int. 6, 17 a 25–8, 18 a 27) stemmatisch verwandt mit Barocc. 177 und Vat. 242.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier (außer ff. VVVIIIV, I'I V ' : Pergament)

Wasserzeichen

  • ff. 1152: westliches Papier ohne Wz.

Format

274 × 205 (außer ff. V–VIII, II'–III' : mm 273 × 195)

Folienzahl

ff. VIII, 152 (+ 17a, 18a, 41a, 53a, 55a, 72a, 94ab, 98a, 102ab, 104a, 105a, 124a, 127a, 130a, 137a, 144a, 170, VII').

Lagen

1 × 8 - 1 (7, in der ersten Lagenhälfte fehlt 1 Bl. ohne Textverlust), 15 × 8 (115), 1 × 10 (124a), 1 × 8 (130a), 1 × 10 (139), 1 × 8 (146), 1 × 8 - 2 (152, Bl. 7 und 8 fehlen).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden 1) auf dem ersten Recto unten links in Majuskelbuchstaben bzw. unten Mitte in Minuskelbuchstaben und auf dem letzten Verso unten rechts in Majuskelbuchstaben bzw. unten halbrechts in Minuskelbuchstaben, nicht überall vorhanden: α (f. 7V)–κα (f. 147); 2) auf dem ersten Recto unten links und dem letzten Verso unten rechts: ιγ (f. 91)–ιδ (f. 102a V), ιζ (f. 102b)–ιη (f. 108), κ (f. 124a V), wobei also ιε, ιϛ und ιθ unverständlicherweise ausgelassen sind.

Anzahl der Linien

Lin. durchschnittlich 31–37 (ff. VVVIIIV, II'III' : 36)

Liniierung

Ab. f. 128 nur äußerer Schriftrahmen; vorher nichts zu erkennen.

Kopist

A. ff. 1152. Trotz gewisser Schwankungen im Schriftbild (Duktusänderungen z. B. ff. 104, 110V, 125V, 130a V, 144a V) wohl nur eine einzige Hand, die mit der Haupthand im Esc. Σ. II. 15 (ebenfalls Aristoteles enthaltend) identisch ist. In der Hs. begegnen mehrere Invokationen, an Buchanfängen (meist oberer Blattrand); diese stammen zum Teil vom Kopisten, zum Teil auch von einem Leser des 14. Jh. (ff. 77V [die erste], 139 und vielleicht 10V). Der Kopist nennt zweimal (ff. 1 und 50) seinen Namen: Nikephoros. f. 1: + χ(ριστ)ὲ προηγοῦ τῶν νικηφόρου πόνων (Zwölfsilber). f. 10V: zweimal + αὐτόν με τρυφῆς σοφὲ τρύφων ἐλατὴρ ὑπέρτατε δαιμόνων (folgt ein korrigiertes bzw. getilgtes unleserliches Wort von 5–6 Buchstaben) τὸ τῦς παρούσης ἀξίωσον εὐμαρῶς φθάσαι πέρας σαῖς λίταις ἀρχόμενον τῆς βίβλου μάκαρ. f. 50: + ὦ χ(ριστ)ὲ βοήθει μοι τῶ σῶ δούλω νικηφόρω, ἀλλὰ καὶ ὑμεῖς γρηγόρ(ιε) θεολόγ(ε) βασίλ(ειε) μεγά(λε) καὶ ἰω(άννη) χρυ(σόστο)με. f. 77V: zuerst τῶ δ᾿ ἄμβροτε χ(ριστ)ὲ τρισὶ δυσωπούμενος λάτραις ᾳψαμένω παράσχε σαφῶς εἰδέναι τὴν πύξιν (?) (2 politische Verse), dann: + ὦ χ(ριστ)ὲ καὶ χρυ(σόστομε) καὶ τρεῖς ἀρχιερεὶς βοηθήσατέ μοι. f. 94V: + ἅγιε ἰω(άννη) χρυσόστομέ μου βοήθει μοι διὰ τοῦ ἐλέους σοῦ τῶ ἀναξίω δούλω σου. f. 139: + σοφιστικ[ῶν] ἀρχόμεν[ον] ἐλέγχων μάκαρ ε̣ὐ̣κλεοῦς τυχεῖν ἀξίωσον τοῦ τῶνδε τέλους νηκτρεκῶς (?) ὦ βασίλειε πηγὴ τοῦ λόγου. Der Kopist Nikephoros ist nach dem Duktus höchstwahrscheinlich identisch mit Nikephoros ἁμαρτωλὸς τάχα καὶ ἀναγνώστης, dem Schreiber des Vind. Theol. 318 aus dem Jahre 1286 (vgl. J. Bick, Schreiber Wiener Hss., S. 29 und Taf. XV).

B. ff. VVVI V, III' V, III'.

C. ff. II' V, II', VIIVVIII V.

D. ff. I' R V, IV' V V.

Die Scholien und sonstigen Marginalien stammen überwiegend vom Kopisten A; es begegnen aber auch jüngere Hände des 14. Jh., z. B. ff. 2, 23, 25 usw.

Initialen und Titel zum Teil in Rot.

Einband

Escorial-Einband. Schnitt vergoldet, darauf:

9. ΠΟΡΦΥΡΙΟΣ. 14 (letzte Zahl laut Revilla; heute nicht mehr zu erkennen).

Wasserzeichen: Spiegel, III, V'VVII'V, Spiegel': Kreuz auf Schild mit Buchstaben, entfernt ähnlich Br. 5688 (Perpignan 1596, mit Variante Mailand 1600). ff. IIII V: Traube mit Buchstaben AF, = Br. 13160 (Lyon 1558–63, mit Varianten Frankreich 1568–80).

Erhaltungszustand

Die Hs. ist vor allem im unteren Falzbereich zerfetzt und zerfressen und hat außerdem durch Feuchtigkeit gelitten; Lesbarkeit zum Teil stärker beeinträchtigt.

Geschichte

Datierung

13. Jh. E. (außer ff. I', I V ' : 11. Jh.)

Entstehung

Die Pergament-Deckblätter ff. VVVIIIV, I'I V ' dienten ursprünglich wohl als Einbandersatz und sind, falls der Randtext auf f. I' V tatsächlich von der Hand des Aristoteles-Kopisten stammt, schon von diesem angebracht worden (zumindest ff. I', I V ').–Die ff. VV und IVV sind ein jetzt gefaltetes ursprüngliches Einzelblatt (mm 393 × 270, Lin. 36, Kol. 2, Liniierung: Lake II, 4 b), das auf dem Recto unten rechts (das ist jetzt f. I' oben rechts) in Höhe der senkrechten Außenbegrenzung des Schriftspiegels die griechische Kustode (?) μγ trägt, also wohl das erste Blatt der 43. Lage eines anderen Kodex war. Die aus einem Platon-Kodex vom Ende des 13. Jh. stammenden ff. VVVIIIV, II'III' sind Blätter ein und derselben Lage, und zwar, falls es sich um einen Quaternio handelte, die Bl. 1, 2, 4, 5, 7, 8 (richtige Reihenfolge wie oben im Inhalt angegeben).

Provenienz

Die Hs. stammt aus der Sammlung des Don Diego Hurtado de Mendoza (vgl. oben S. 142/3); sein Ex libris f. 1 unten: D. Dio. de Ma.–Alte Signaturen und Sonstiges: f. 1 oben links und Mitte: 142, oben rechts: Locus 225, darunter Aristotelis logica castigatissima. f. III oben: 9, dann III. K. 18 (durchgestrichen), Arist., darunter III. Z. 14 (durchgestrichen), darunter Pinax von 〈Nicolas de la Torre〉–von seiner Hand auch der Titel auf f. 101 –, darunter lateinischer Index von anderer Hand.

Bibliographie

Kat.

  • E. Miller, S. 97–98 ( 14. Jh. ) .
  • A. Adler, S. 349 (49).
  • A. Revilla, S. 356–360 Nr. 108 ( 14. Jh.; Platon-Blätter: 15. Jh.; S. 357 eine kleine Kollation zu Anfang und Ende der Isagoge) .

Kod.

  • Ch. Graux, Escurial, S. 260, 375 Anm. 6, 499.
  • V.–G., S. 343.

Text.

    Platon

    • Hs. bei N. G. Wilson, Plato Mss. und R. S. Brumbaugh, Plato Mss. nicht aufgeführt.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 156-159 (Harlfinger, Autopsie April 1967).