Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Esc. Υ. III. 7

Nachweis: Spanien, Escorial, Real Biblioteca de El Escorial, Esc. Υ. III. 07
Datierung:

um J. 1465 (außer ff. 14: 16. Jh. 1. H.–M., ff. 510: 16. Jh. A., ff. 164169: um J. 1523)

Beschreibstoff: Papier
Format: 227 × 155 (außer ff. 14: mm 215 × 155, ff. 511 a: mm 220 × 159)
Folienzahl: ff. 169 (+ 11 a), II'

Inhalt

  • (ff. 12V) Markos Eugenikos, Epistola ad praepositum monasterii Vatopedii in Monte Atho (ed. L. Petit, in: PO 17, 1923, 2, S. 477–479).
  • (ff. 34V) Markos Eugenikos, Epistola ad Georgium Scholarium (PG 160, Sp. 1092 A 7 ὅσης – 1096).
  • (ff. 57) 〈Bessarion, Epistola ad Michaelem Apostolium〉 (PG 161, Sp. 688–692).
  • (ff. 710) Nikolaus Sekundinos, Epistola ad Andronicum Callistum (ed. J. Fr. Boissonade, Anecdota Graeca, V, S. 377–387).
  • (ff. 12163V) EN.
  • (ff. 164169V) Italienisches.
  • Leer

    ff. 10V11 a.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 14: Hut mit Kreuz und Gegenzeichen T–C und Blume, Br. ohne Beleg (vergleichbare Hüte mit Buchstaben-Gegenzeichen datieren aus der 1. Hälfte oder Mitte des 16. Jh.).
  • ff. 511 a: Hut und Zahl 8 mit Gegenzeichen A, Br. ohne Beleg.
  • ff. 1243, 110113, 116153, 155162: Pfeile, entfernt ähnlich Br. 6271 (Venedig 1462).
  • ff. 4459: Hut, ähnlich Br. 3370 (Florenz 1465–67, mit Varianten Venedig, Udine 1469), fast identisch Zo. 953 (1466), = Wz. im Berol. Phill. 1534.
  • ff. 60 bis 107, 108/115, 109/114: Greif, entfernt ähnlich Br. 7464 (Udine 1461, mit Varianten Venedig 1461, Rom 1464), sehr ähnlich, vielleicht identisch Ha., griffon 12 (Venedig 1465).
  • ff. 154/163: Waage im Kreis mit Stern, Br. ohne Beleg.
  • ff. 164169: Anker im Kreis mit Stern, entfernt ähnlich Br. 489 (Florenz 1505 bis 1508), sehr ähnlich Zo. 1592 = Mo. 715 (Fabriano 1524), sehr ähnlich Ha., ancre 23 (Rom 1523).

Format

227 × 155 (außer ff. 14: mm 215 × 155, ff. 511 a: mm 220 × 159)

Folienzahl

ff. 169 (+ 11 a), II'

Lagen

1 × 4 (4), 1 × 8 (11 a), 16 × 8 (139), 1 × 6 (145), 1 × 8 (153), 1 × 10 (163), 1 × 8 - 2 (169, Bl. 7 und 8 fehlen).

Griechische Kustoden

Ab. f. 12 griechische Kustoden vom Kopisten auf erstem Recto unten rechts: α (f. 12), β (f. 20), im weiteren wegen Randbeschneidung nur Reste (zuletzt f. 68) oder überhaupt nichts mehr vorhanden, vereinzelt Reste auch auf letztem Verso unten links; ab f. 84 auf erstem Recto unten (halb)rechts westliche Ziffern beginnend mit 10 (f. 84) bis 19 (f. 154).

Anzahl der Linien

Lin. 23 (außer ff. 14: 21, ff. 510: 25)

Kopist

A. ff. 14V: 〈Antonios Eparchos〉(?).

B. ff. 510: 〈Georgios Moschos〉.

C. ff. 1253: 〈Emmanuel Rhusotas〉.

D. ff. 53V163V: 〈Ioannes Plusiadenos〉.

Titel und Zierinitialen im Aristoteles-Teil in Rot.

Ergänzungen zum Textbestand

EN mit ganz seltenen Marginalien von erster Hand, Bücher I–III (= ff. 1255) mit zahlreichen Lemmata von einer jüngeren Hand.

Einband

Spezial-Einband. Dunkelbraunes Leder auf Hartpappe; Blindpressung: Außenrahmen aus 5 Linien, Innenrahmen aus 7 Linien, deren mittlere mit Gold gefüllt ist; in der Mitte des Innenfeldes Escorial-Rostwappen; an den Außenecken dieses Feldes und mitten auf dem Rostwappen je 1 mit Gold gefülltes Blatt. 3 erhabene Doppelbünde mit je einer vertieften Goldlinie in ihrer Mitte parallel zu den Bünden. Rückenfelder von dreifachen Linien umrahmt und diagonal durchzogen; im Schnittpunkt je 1 kleiner Doppelkreis.

Auf dem vergoldeten Schnitt: 7. M. ΑΡΙΣΤΟΤ. I.

Geschichte

Datierung

um J. 1465 (außer ff. 14: 16. Jh. 1. H.–M., ff. 510: 16. Jh. A., ff. 164169: um J. 1523)

Provenienz

Die EN ist möglicherweise in Venedig geschrieben worden, wo die beiden beteiligten Kopisten Emmanuel Rhusotas und Ioannes Plusiadenos im 7. Jahrzehnt des 15. Jh. bezeugt sind (vgl. V.–G., S. 118 und 186); der Par. 2275 (daraus griffon 12 bei Ha.) ist von Rhusotas am 28. 2. 1465 in Venedig subskribiert worden.

Daß der Aristoteles-Teil (ff. 12163) ursprünglich nicht mit dem jetzigen Anfang (ff. 111 a) (und dem Ende ff. 164169) der Hs. zusammengehörte, ist durch die kodikologischen Fakten, nämlich Datum (Wasserzeichen), Format, Lagensignierung und eine ältere bei f. 12 mit 1 einsetzende und bis f. 55 (= 4〈4〉) teilweise erhaltene Foliierung, erwiesen. Laut G. de Andrés gelangte die Hs. zwischen 1572 und 1576 in die Escorial-Bibliothek und kommt vielleicht aus dem Besitz des Alvar Gómez de Castro aus Toledo (vgl. auch oben S. 141/2). Von dessen Hand stammt nach G. de Andrés und dem Zeugnis eines anonymen Benutzers der Hs. folgende Inhaltsangabe auf f. 1 unten: Marci ephesi viri nobilis/tractatus de Ph(ilosoph)ia. Hierzu vermerkt der Anonymus unten rechts: Labitur Alvarus Gomesius cuius inscriptio est. Paraenetica Epistola de avita Graecorum fide retinenda, modifiziert jedoch nachträglich: τὸ: de Philosophia nori est Alv(ar)i Gomesii. In der Tat hat in der zitierten Inhaltsangabe eine zweite Hand de Ph(ilosoph)ia hinzugefügt. Alvar Gómez ist mit G. de Andrés auch eine Titelangabe auf f. 11 a V zuzuweisen: Polybius de diversis civitatum gubernationibus (jetzt gestrichen). Danach sieht es fast so aus, als wären die ff. 111 a einmal einem Polybios-Teilvorausgegangen; auch f. 11a V oben rechts: Polyb. Ob auch der jetzige Hauptteil der Hs., die EN, zur Bibliothek des Gómez gehörte, muß dahingestellt bleiben. Zwei Indices auf dem Spiegel, ein griechischer von 〈Nicolas de la Torre〉 und ein lateinischer von 〈Lucas de Alaejos〉(?) (G. de Andrés), geben in etwa den heutigen Inhalt des Kodex wieder.

Alte Signaturen und Sonstiges: Spiegel oben: 7/M. αριστοτελ. f. 1 oben: IV. Λ. 14. (gestrichen)/IIII. Δ. 1 (gestrichen), unten: 145, f. 5 auf dem rechten seitlichen Freirand eine Notiz zur Textidentifizierung von 〈Pérez Bayer〉 (G. de Andrés), f. 11 a V oben: 7/φ/Polyb./126, f. 12 oben: M./1/Arist./IIII. Δ. 1 (gestrichen).

Bibliographie

Kat.

  • E. Miller, S. 228–229.
  • A. Adler, S. 365 (65).
  • G. de Andrés, II, S. 152–154 Nr. 277.

Text.

    Sekundinos

    • P. D. Mastrodemetres, Νικόλαος Σεκουνδινός (1402–1464). Βίος καὶ ἔργον, Athen 1970, S. 152.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 170-172 (Harlfinger, Autopsie April 1967).