Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. CS 192

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Conventi Soppressi, Laur. CS 192 (AF 2604)
Datierung:

13. Jh. (außer ff. 1, 146: 15. Jh. 2. Hälfte)

(12. Jh., 1. Hälfte; vgl. Wilson 1983)

Beschreibstoff: (spanisches) Papier (außer ff. IV, 1, 146, I': Pergament)
Format: 308 × 193 mm bzw. 308 × 246 mm (nach Verbreiterung um Randstreifen)
Folienzahl: ff. IV, 146, IV'

Inhalt

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

(spanisches) Papier (außer ff. IV, 1, 146, I': Pergament)

Anmerkungen zum Beschreibstoff

Keine Wz. vorhanden. Wie es scheint, kein Bombyzin: anscheinend keine Kettlinienbündel; Kettlinien selten und schlecht zu sehen, ihr Abstand ca. mm 35–55; Abstand für 20 Ripplinien mm 35–39.

ff. IIII und II'–IV' modern, zum Einband gehörig.

Format

308 × 193 mm bzw. 308 × 246 mm (nach Verbreiterung um Randstreifen)

Folienzahl

ff. IV, 146, IV'

Foliierung

3 verschiedene Foliierungen; eine unten rechts (die maßgebliche modern mit Bleistift), eine oben rechts (sehr unvollständig), eine oben Mitte in römischen Ziffern (die älteste), wobei XXXIII zweimal hintereinander verwendet ist.

Lagen

1 × 2 (IVV, 1), 1 × 8 -1 (8, Bl. 1 fehlt; ersetzt durch f. 1), 16 × 8 (136), 1 × 10 -1 (145, Bl. 10 fehlt; ersetzt durch f. 146), 1 × 2 (146, I').

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden auf dem ersten Recto oben und unten rechts und dem letzten Verso unten rechts, überall in Höhe der senkrechten Schriftspiegelbegrenzung, wahrscheinlich sämtlich vom Kopisten: α (f. 8V)–ιη (f. 137); außerdem auf dem ersten Recto oben Mitte ein Kreuz. Die unteren Kustoden wegen Beschneidung oder Dagegenkleben von Restaurierungsstreifen teilweise nicht mehr erhalten.

Anzahl der Linien

Lin. 28–39 (wechselnd)

Kopist

ff. 2145V: 〈Ioannikios〉; N. Festa weist auf die Identität des Schreibers mit dem des Laur. 87, 7 (vgl. dort) hin, welchen wiederum A. M. Bandini mit dem Ioannikios des Laur. 74, 18 (Subskription f. 322) und anderer Laurentiani gleichsetzt, beides zu Recht.

ff. 1RV, 146RV: Librarius Florentinus = 〈Demetrios Damilas〉 (vgl. zu Laur. 60, 14).

f. 1: Zierwerk, Titel, Initialen und Marginalien in Rot.

Ergänzungen zum Textbestand

Überall (außer nach dem Anfang von Top. VI bis Top.-Ende = ff. 118V –135V) marginal und interlinear zahlreiche kürzere Scholien und Schemata. Diese stammen von der Texthand, sind aber offensichtlich nachträglich hinzugefügt, also wahrscheinlich sekundärer Herkunft, da die Hs. anscheinend der Aufnahme der Marginalien wegen am seitlichen Rand durch Ankleben eines 5 cm breiten Papierstreifens – dieser von etwas feinerer Qualität als das andere Papier – verbreitert worden ist. (Die Scholien etc. wurden von dem vermutlich aus dem Westen stammenden „Mitarbeiter B“ des Ioannikios ergänzt (Wilson)).

Ganz selten, z. B. f. 10V, Marginalien von einer jüngeren Hand (15. Jh.).

Einband

Modern, Hartpappe mit violettem Stoff überzogen; Rücken aus hellbraunem Leder, das 3 cm auf die Deckel hinüberreicht. Auf dem Rücken in Goldlettern: Porphyrii/Isagoge, Etc./Graec.

ff. IIII und II' bis IV' modern, zum Einband gehörig.

Erhaltungszustand

Einzelne Blätter sind vielleicht noch im 15. Jh. durch Aufkleben von Papier- oder (teilweise palimpsestierten) Pergamentstreifen an ihren lädierten Rändern restauriert worden.

Geschichte

Datierung

13. Jh. (außer ff. 1, 146: 15. Jh. 2. Hälfte)

(12. Jh., 1. Hälfte; vgl. Wilson 1983)

Provenienz

Der Kodex kam bereits mutiliert (Verlust des ersten Foliums und wohl auch schon des letzten) in die Badia Fiorentina, da deren Ex libris sich auf f. 2 (unterer Rand) befindet: Iste liber est monasterii sanctae mariae vel Abbatiae de florentia/s(ignatus) 44. (ausgekratzt, nur mit UV-Licht lesbar); dazu f. 2 am oberen Rand die Inhaltsangabe: porphirii et Aristotelis opera. In der zweiten Hälfte des 15. Jh. ließ die Badia die Hs. an Anfang (= Porphyrios, Isagoge 1, 1–3, 18 ἀλλ᾽ ἐν) und Ende (= Soph. El. 33, 183 a 15 ἢ ψευδῆ – 184 b 8) von Demetrios Damilas auf Pergament supplementieren; die Angaben auf f. 2 wurden sodann auf f. IV V übertragen (oben Mitte): porphirii et Aristotelis opera/Iste liber est monasterii Sanctae Mariae vel abbatiae de Florentia s(ignatus) 44. A. C., dazu f. 1 unten: Abbatiae Florentiae s(ignatus) 44. A. C. und f. 146V unter dem Textende: Abbatiae Florentiae s(ignatus) 44. A. C. Die Initialen A. C. weisen auf Antonio Corbinelli (zu ihm vgl. zu Laur. CS 41).

Sonstiges: f. 1 unten direkt über der genannten Eintragung: Porphyrii Isagoge et Opera quaedam Aristotelis/Inter Codices designatur numero 28. (von jüngerer Hand), rechts daneben ein schwarzer ovaler Stempel mit einem weiß ausgesparten Adler in der Mitte. f. I V ausführlicher lateinischer Index („In hoc codice haec habentur‟) mit Folienangaben (von jüngerer Hand).

Bibliographie

Kat.

  • B. De Montfaucon, Diarium Italicum, Paris 1702, S. 367, 21.
  • F. Del Furia, I, S. 349–355.
  • E. Rostagno–N. Festa, S. 169, Nachdruck 1961, S. 27* (Beschreibung von N. Festa) .

Kod.

  • V.-G., S. 214.
  • R. Blum, Badia Fiorentina e Antonio Corbinelli, 1951, S. 75, 83, 117, 160. (S. 48–49: Blum bezweifelt die Herkunft des Laur. aus dem Besitz des Corbinelli ; die Initialen seien versehentlich eingetragen worden.)
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 223, 417.
  • N. Wilson, A Mysterious Byzantine Scriptorium: Ioannikios and his colleagues, Scrittura e Civiltà 7, 19893, S. 161–176 (Datierung der Ioannikios-Handschriften in das 12. Jh.; S. 164 zum Laur.).
  • P. Canart, Manuscrits d'Aristote et des ses commentateurs sur papier occidental ancien, J. Wiesner (Hg.), Aristoteles. Werk und Wirkung II, Berlin-New York 1987, 418–433 (hier 421 mit Maßangaben für pontuseaux und vergeures).
  • D. Baldi, Sulla storia di alcuni codici italogreci della Biblioteca Laurenziana, Nea Rhome 4, 2007, S. 357–381 (hier 376).
  • P. Degni, I manoscritti dello 'Scriptorium' di Gioannicio, Segno e Testo 6, 2008, S. 179-248 (S. 196-197).
  • D. Baldi, Ioannikios e il Corpus Aristotelicum, Revue d'histoire des textes 6, 2011, 15–26 (23–24: Hinweise zum stemmatischen Wert der Handschrift aufgrund von Stichproben-Kollation zur Topik).

Text.

  • Porphyrios: ed. A. Busse (CAG IV 1), S. XVI–XVII.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 344–345 (Harlfinger, Autopsie Juli 1970).