Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 72,04

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 72,04
Datierung:

13. Jh. 2. H.–14. Jh. 1. Viertel

Beschreibstoff: Bombyzin (außer ff. III, 30, I': Papier)
Format: 240 × 174 mm
Folienzahl: ff. II, 290 (–1, 32), I'

Inhalt

  • Organon:
  • (ff. 212V) 〈Porphyrios, Isagoge〉 (CAG IV 1). Am Ende derselbe Zusatz wie bei Busse, S. XXVIII, dort aus dem Par. 2086 herausgeschrieben (vgl. auch S. 22, 13 app. er. sowie ganz ähnlich im Esc. Σ. III. 9 [vgl. oben S. 157] und teilweise auch im Ambr. B 103 sup.). Mit Randscholien und Schemata.
  • (ff. 1329) Cat. Mit Randscholien und Schemata (f. 12Vsqq.; Fortsetzung der Scholien zu f. 20V auf f. 29 RV: ζ(ή)τ(ει) τὸ λοιπὸν σχόλιον ἐν τῷ τέλει τῶν κατηγοριῶν). Dieselben Scholien teilweise auch im Ambr. B 103 sup. (z. B. ff. 9V, 10).
  • (f. 31) Schemata: οἱ ἐκ ψευδῶν προτάσεων ἐν τῷ πρώτῳ σχήματι συλλογισμοί.
  • (ff. 3351) Int. Mit Randscholien, Schemata und Interlinearien. Die Scholien (inc. περὶ ἑρμηνείας ἡ παροῦσα πραγματεία ἐπιγράφεται) sind zum Teil identisch mit denen im Vat. 243.
  • (ff. 54139V) Anal. Pr. Mit Randscholien, Schemata und Interlinearien (auch f. 53V). Das incipit der Scholien auf f. 54 ist dasselbe wie in Bonon. 3637, f. 215V (vgl. oben S. 68) und Vat. 243, f. 102. Auf f. 290V Scholien zu Anal. Pr. II 4, 57 b 36sqq. (f. 121 V zweimal interlinear: ζήτ(ει) ἐν τῷ τέλει τοῦ ὅλου βιβλίου).
  • (ff. 139V182V) Anal. Post. Mit Randscholien, Schemata und Interlinearien. Die Scholien sind zum Teil identisch mit solchen in Ambr. B 103 sup., D 82 sup., Vat. 243, Marc. 202. Das incipit der Scholien zu Anal. Post. II (διαλαβὼν ὁ ἀριστοτέλης ἐν τῷ πρώτῳ βιβλίῳ τῆς ἀποδεικτικῆς κτλ. = Brandis S. 240 a 39sqq. aus dem Par. 1917) begegnet auch in den Chortasmenos-Hss. Harl. 5697, Vind. Suppl. 75 usw.
  • (ff. 183266) Top. Mit Randscholien, Schemata und Interlinearien. Die Scholien sind zum Teil identisch mit solchen in Ambr. B 103 sup. und D 82 sup.
  • (ff. 266V290) Soph. El. Mit Randscholien, Schemata, Interlinearien und Prolegomena auf f. 266 V, inc. τριττόν ἐστι τὸ εἶδος τῶν κατηγορικῶν συλλογισμῶν. Prolegomena und fast sämtliche Scholien kehren nach Auskunft von St. Ebbesen wieder in Vat. 248 und Ambr. D 82 sup. sowie teilweise auch in anderen Hss. (z. B. Ambr. B 103 sup., Vat. 1018, 1024, 2171, Reg. 107, Par. 1917, Marc. 203).
  • Leer

    ff. 30, 51V53.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Bombyzin (außer ff. III, 30, I': Papier)

Wasserzeichen

  • f. I: Wappen, Hea. ohne Beleg.
  • ff. 30, 275 (restaurierte Partie): Dreiberg im Kreis mit Kreuz, sehr ähnlich Br. 11877 (Italien 1441, mit Variante Nürnberg 1441).
  • f. 188 (restaurierte Partie): Stück des unteren Teiles eines Ankers, vielleicht Typ Br. 425, 430, 431, Mo. 235, 252, 254 (Italien 1428–1430, Frankreich 1420–1424).
  • f. 267 (restaurierte Partie): Glocke (untere Hälfte), Br. ohne Beleg.
  • ff. 273, 274 (restaurierte Partien): unbestimmbare Reste.
  • f. I': Wappen, Hea. ohne Beleg.

Format

240 × 174 mm

Folienzahl

ff. II, 290 (–1, 32), I'

Foliierung

Zwei ältere Foliierungen, die eine oben rechts (nicht immer erhalten), die andere – nach ihr richtet sich die vorliegende Beschreibung – unten rechts. Beide stimmen nicht überein: die untere zählt das 1. Blatt des eigentlichen Kodex mit 2 und verwendet die Zahl 32 nicht, die obere beginnt mit (1) und bleibt zuletzt, da sie die Leerblätter (zum Teil) nicht berücksichtigt, um 4 Ziffern zurück.

Lagen

1 × 6 (2–7), 1 × 10 (17), 1 × 6 (23), 1 × 10–3 1 (31; Heftfaden hinter f. 28V, f. 30 ist späterer Einschub, f. 31 ist eines der Blätter 7–10 der ursprünglichen Lage, kein Textverlust), 2 × 8 (33–48), 1 × 6–1 (53, 1 Bl. fehlt in der 2. Lagenhälfte ohne Textverlust), 13 × 8 (157), 2 × 4 (165), 15 × 8 (285), 1 × 6–1 (290, 1 Bl. fehlt in der 2. Lagenhälfte ohne Textverlust). Die beiden Lagen ff. 214229 sind heute irrtümlich zwischen ff. 181 und 182 eingebunden und f. 288 hinter f. 289.

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden auf dem letzten Verso unten links ff. 61V: α, 69V: β, 93V: Rest; auf dem 1. Recto unten rechts ff. 62: β, 70: γ (mehr nicht erhalten); dies entspricht einem Neueinsatz der Lagenzählung bei f. 54 mit dem Beginn von Anal. Pr.

Anzahl der Linien

Lin. 20–28

Liniierung

Wie es scheint, nur zwei äußere Rahmen für Grundtext und Scholien.

Kopist

Wohl eine einzige Hand, die anfangs jedoch leichte Fettaugenelemente in etwas größerer Zahl aufweist als später. Einige Scholien und f. 290V vielleicht nicht vom Kopisten, sondern von einer etwa zeitgenössischen Fremdhand.

Zierwerk, Titel und Initialen meist in Rot (dabei verschiedene Rottöne verwendet). f. 33 mehrfarbige Miniatur des thronenden Aristoteles, der in seiner linken Hand eine Rolle hält mit der Aufschrift πρῶτον als dem ersten Wort von Int.

Einband

Der übliche Einband der Medici-Bibliothek; trotz Restaurierung Rücken teilweise lose.

Erhaltungszustand

Der Kodex hat schon früh durchgängig eine starke Beschädigung im unteren Falzbereich erlitten; fast überall entstand dadurch Textverlust. In der 1. Hälfte des 15. Jh. wurde die Hs. durch Ankleben von Papier restauriert. Überall auch starke Wasserränder. Die Hs. ist heute im Falz völlig auseinandergebrochen.

Geschichte

Datierung

13. Jh. 2. H.–14. Jh. 1. Viertel

Provenienz

Die erste durchgängige Restaurierung des Kodex (vgl. unten Erhaltungszustand) erfolgte nach Ausweis der Wz. der dazu verwendeten Papiere im 15. Jh. 1. H. Aus dieser Zeit stammt auch die westliche Hand, die auf ff. 47V, 11 V, 14 V und öfter den ausgefallenen Text restaurierend ergänzte. f. 30V logische Notizen vielleicht von 〈Zenobio Acciaioli〉. Auf f. II aufgeklebt der Rest (100 × 60 mm) eines älteren Vorsatzblattes mit dem lateinischen Index der Hs. (Aristotelis Organum in quo continentur, folgt Inhalt). Darauf auch oben links die alte Signatur 33. Eine weitere Signatur f. 2 oben rechts: 44 oder 54 (?).

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 72, 04 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, III, Sp. 29.

Text.

  • Io. Th. Buhle, I, 1791, S. 159.
  • Th. Waitz, ed. Organon, I, 1844, S. 6.
  • W. D. Ross, ed. Anal. Pr. et Post., 1949, S. 93 (nur erwähnt).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 473-475 (Harlfinger, Autopsie Juli 1970).