Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 60,19

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 60,19
Datierung:

15. Jh. 2. H.

Beschreibstoff: Pergament
Format: 210 × 150 mm
Folienzahl: ff. 255

Inhalt

  • (ff. 17V) 〈Ioannes Pediasimos〉, De duodecim laboribus Herculis (ed. R. Wagner, Mythographi Graeci, I, Leipzig 1894, S. 249–259).
  • (ff. 7V41V) Kornutos, Theologiae Graecae compendium (ed. C. Lang, Leipzig 1881).
  • (ff. 41V65) Palaiphatos, De incredibilibus historiis 1–33, 35, 37–45 Festa (Mythographi Gr., III 2, Leipzig 1902), des. ἐκ τούτων οὖν ὁ μῦθος (Festa S. 67, 9).
  • (ff. 66209V) Aelian, Varia historia I–V, VII–XIV (ed. R. Hercher, Leipzig 1887). Raum für B. VI freigelassen (ff. 131137V).
  • (ff. 209V220) Herakleides Lembos, Auszüge aus Περὶ πολιτειῶν (ed. M. R. Dilts, Durham/North Carolina 1971 [= Greek, Roman and Byzantine Monographs. 5].
  • (ff. 220222) De Nili incremento (ed. J. L. Ideler, Physici et Medici Graeci minores, I, 1841, Nachdr. Amsterdam 1963, S. 190–192), als Anonymus Florentinus zitiert bei Diels, Doxographi Gr., S. 227.
  • (ff. 222V bis 253V) Mir. Kap.–Folge: Bekker 1–16, 20, 17–19, 21–114, 130–137, 115–129, 138–178. Auf f. 250V nach Kap. 151 in Rot der mehrfach, begegnende Vermerk, daß nun das in anderer Überlieferung vor Kap. 33, 832 b 27 Enthaltene folge: ἐν ἄλλῳ ἀντιγράφῳ ἡ προκειμένη ἀρχὴ πᾶσα τῶν παραδόξων ἀκουσμάτων ἔλειπεν ἄχρι τοῦ ἐν βιθυνίᾳ δὲ τῆς θράκης ἐν τοῖς μετάλλοις. ἦσαν δὲ ἀντ᾿ ἐκείνων τὰ ὑποτεταγμένα.
  • Leer

    ff. 65V 131137V, 254255V.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament

Format

210 × 150 mm

Folienzahl

ff. 255

Foliierung

Neben der durchgehenden Foliierung unten rechts Reste einer 2. Zählung oben rechts, die die im Aeliantext für die Ergänzung von B. VI freigelassenen ff. (131137V) nicht einbezieht und daher ab hier zurückbleibt.

Lagen

FHHF.

1 × 10 (10), 1 × 12 (22), 23 × 10 (252), 1 × 4 (253–255, Spiegel').

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden auf dem 1. Recto und letzten Verso unten Mitte auf ff. 1252V vom Kopisten, meist fast ganz abgeschnitten.

Anzahl der Linien

Lin. 26

Kopist

Anonymus 12 bei Harlfinger, der Kopist von mehreren Laurentiani und Teilen des Par. 2042 und Marc. 215.

Titel, Initialen, Lemmata und die Paragraphenzählung von Mir. in Karminrot.

Ergänzungen zum Textbestand

Zu Mir. Korrekturen und Lesarten vom Kopisten.

Einband

Der übliche Einband der Medici–Bibliothek; der feste, glatte, gerade Rücken ist erneuert. Ursprünglich drei eingemeißelte Bünde. Im vorderen Vorsatz ein unnumeriertes, leeres Pergamentfolium.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 2. H.

Provenienz

Sicher in Italien geschrieben.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 60, 19 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, II, Sp. 609–610.

Kod.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 418 und Verbreitung Mir. (cf. unten), S. 65.

Text.

  • I. Bekker, ed. Mir., 1831, S. 830–847 (Sigel Sa. Durchgehend benutzt, jedoch wie in allen vorliegenden Editionen ohne Berücksichtigung der richtig überlieferten Reihenfolge zwischen Kap. 114–138; cf. unten J. Wiesner).
  • A. Westermann, ed. Mir., 1839 (Paradoxographi), S. II–V (Sigel G. Als einziger Vertreter einer, und zwar der besten unter den postulierten 4 Familien betrachtet). O. Apelt, ed. Mir., 1888, S. V (Sigel Sa. Anschluß an Westermann, Textgestaltung vorzüglich nach Sa).
  • A. Giannini, ed. Mir., 1966 (Paradox. Gr. reliquiae), S. 221 (Sigel G).
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 209–211 (Zwei Familien, die sich durch den Inhalt der Kap. 1–31 unterscheiden; Laur. 60, 19 hat die Fassung der anderen Familie als 152sqq. aufgenommen und stellt keine gesonderte Familie dar. Auf Laur. 60, 19 und 86, 3 gehen die Mir.–Hss. Havn. Fabr. 60–4o und Ambr. C 4 sup. zurück). H. Flashar, Übers. Mir., S. 56 ff., mit Auskünften von
  • J. Wiesner (cf. S. 57, 58, vor allem zur Kapitelfolge) und Beitrag von D. Harlfinger, Verbreitung Mir. (S. 62–66, dort S. 65 zu Laur. 60, 19: zusätzlich zu Textgeschichte Lin. S. 210 wird angenommen, daß das Antigraphon der Kopenhagener und Mailänder Hs. entweder auf die Laur. 86, 3 und 60, 19 oder aber mit dem letzteren Ms. auf eine gemeinsame Zwischenquelle zurückgehe).
  • J. Wiesner, Textumstellungen Mir., in: Festschrift M. Richard (im Druck) (Die Abfolge der Kapitel … 114. 130–137. 115–129. 138 … ist die überlieferungsgeschichtlich ursprüngliche, dagegen die Reihe 75. 76. 77, die Bekker nach Laur. 60, 19 so anordnete, sekundär; Havn. Fabr. 60–4o und Ambr. C 4 sup., mit deren Vorlage Laur. 60, 19 auf eine gemeinsame Quelle zurückgeht, haben 75. 77. 76, so daß im Laur. bzw. dessen Vorgängern das wie 76 gleichlautend endende 77 übersprungen und dann nachgetragen worden sein muß. Wo Laur. 60, 19 im Grundtext von der Kopenhagener und Mailänder Hs. abweicht, gibt er vielfach die Lesart der von Vat. 1302 etc. repräsentierten Hss.–Klasse wieder, während Havn. und Ambr. die „Familienlesart‟, wie sie auch Laur. 86, 3 hat, wahren. Die im Laur. 60, 19 auftretenden Eigenheiten kehren in den Marginalien des Aldinen–Exemplars des Petrus Victorius wieder).
  • J. Wiesner, Ps.–Aristoteles MXG, S. 385 Anm. 72 (Auszug aus dem Vorigen).
  • Kornutos

    • C. Lang, ed. 1881, S. XII–XIII (Sigel B. Nähe zu Barocc. 125). Palaiphatos: G. Vitelli, I manoscritti di Palefato, in: SIFC 1, 1893, S. 241–379, dort: S. 245, 280–289, 299–301, 314–340 mit ausführlichen Textdiskussionen (Sigel L. In der Gruppe B, die 43 Kap. des Textes enthält, ist L neben Neap. II E 4 u. Vat. 942 der maßgebende Textrepräsentant. Nähe von L zu Marc. IX 6, Barocc. 72 u. 125, Berol. qu. 9; mit den beiden letzten Mss. ist die Abfolge Pediasimos, Kornutos, Palaiphatos gemeinsam).
    • N. Festa, ed. 1902 (Mythographi III 2), S. VI, Xsqq. (Sigel 1).
    • M. R. Dilts, The Manuscript Tradition of Aelian’s Varia Historia and Heraclides’ Politiae, in: TAPhA 96, 1965, S. 57–72, dort S. 64sq. (Sigel d. Bruder von g [= Ambr. C 4 sup.], mit dem er mehrere Traktate gemeinsam hat, und a [= Par. 1693], der gegen Dilts („Caesar Strategos‟) ebenso wie H [= Pal. 155] von 〈Demetrios Damilas〉 (Wiesner) stammt. Unabhängige Abschrift von x, einer verlorenen, 1475 bis 1522 in der Vaticana befindlichen Hs., die neben dem von 〈Ioannikios〉 (Wiesner) geschriebenen v [= Par. 352] Hyparchetypus für Aelian und Herakleides war. Vgl. Stemma S. 58).
    • M. R. Dilts, ed. Herakleides Lembos, Durham 1971 (S. 12: Sigel d. Ins 14. Jh. datiert. Faks. von f. 210V auf Taf. 2).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 220–222 (Wiesner, Autopsie Juni 1970 (mit Ergänzungen)).