Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 71,31

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 71,31
Datierung:

14. Jh.

Beschreibstoff: Bombyzin
Format: 248 × 172 mm
Folienzahl: ff. 188

Inhalt

  • (ff. 116V) Philoponos, In Anal. Post., Exzerpte. Titel: τοῦ φιλοπόνου ἐξήγηση εἰς τὸ πρῶτον τῆς ἀποδεικτικῆς. Inc. nach Lemma ἡ πᾶσα διδασκαλία καὶ πᾶσα μάθηση mit τοῦτο τὸ βιβλίον (CAG XIII 3, S. 1), des. τῶν κινήσεων τὸ ἥδεσθαι ὑπάρχει (S. 305, 22).
  • (ff. 17188V) Anal. Post. Mit dem Text alternierend und interlinear, später z. T. auch den Text einrahmend (ff. 17188V) In Anal. Post. scholia: zu B. I inc. τὴν μείζονα ἐνταῦθα φήσας πρότασιν, des. πρὸς τὸν ἥλιον ὑπάρχει τῇ σελήνῃ. Zu B. II inc. ἤτοι τὰ ζητούμενα ἐπὶ πάσης γνώσεως ἐπιστημονικῆς (= Scholienbeginn im Vat. 243, f. 297), des. πᾶσα τοιαύτη γνῶσις τῆς ὁλότητος.
    Die Scholien z. T. aus Philoponos, cf. f. 21V zu 72 a 8: φησὶν φιλόπονος ὅτι πρότασίς ἐστι (folgt Text CAG XIII 3, S. 32, 12 ff.). Vor Buch II (f. 126RV) Prooemium, inc. διαλαβὼν ὁ ἀριστοτέλης ἐν τῷ α βιβλίῳ, des. ἐν τῷ παρόντι δευτέρῳ βιβλίῳ ποιήσασθαι. Dieser Text in Vat. 1018, f. 448 unter dem Namen des Leon Magentinos, in Ricc. 10, f. 295 als μετάφρασις τοῦ δευτέρου βιβλίου τῆς ἀποδεικτικῆς πραγματείας (cf. Waitz, ed. Organon, I, S. 24; Wallies, CAG XIII 3, S. VIII).
  • Zu den altfranzösischen Texten (ff. 6V7, 105V107, 136138V) kann dank der freundlichen Hilfe von Reinhard Kiesow (Berlin) folgendes mitgeteilt werden: f. 6V inc. „Lenseign̅emẽ de Darios des premiers philosofes dist‟ (= L’ enseignement de Darios des premiers philosophes dit). Die zu diesem Text gehörende Überschrift befindet sich auf f. 7 oben links: „Lenseigneme de Darios‟ (= L’ enseignement de Darios). ff. 105V107 behandeln die Herstellung bestimmter Rezepturen. Auf f. 136 Überschrift: „Les chaucinemens (?) des planetes‟; aus f. 136 RV geht eindeutig der alchimistische Inhalt des Textes hervor; es werden immer wieder die Namen der Planeten (Jupiter, Venus, Merkur) und die Sonne erwähnt.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Bombyzin

Format

248 × 172 mm

Folienzahl

ff. 188

Foliierung

Neben der durchlaufenden eine ältere Zählung unten Mitte, z. T. abgeschnitten; bleibt ab f. 100 um 1 f. hinter der ersten Zählung zurück, da sie nach f. 100 „90‟ wiederholt und erst dann mit 101. 102 etc. fortfährt.

Lagen

13 × 8 (104), 1 × 2 (106), 7 × 8 (162), 1 × 10 (172), 2 × 8 (188).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden vom Kopisten auf dem 1. Recto unten Mitte: (1) f. 9 (β) (= Separatzählung für die beiden ersten Lagen); (2) von f. 57 (ϛ) bis f. 173 (κ), nur teilweise erhalten (ϛ–ζ, θ, ιβ–ιδ, ιζ–κ). Demnach hat f. 17 wieder eine neue Zählung mit α begonnen, also am Beginn des Aristotelestextes. ff. 105 und 106 (= Lage 14) in der Zählung übergangen, da vorher zuletzt ff. 8188 mit 6, dann wieder ff. 107114 mit ιβ signiert sind.

Anzahl der Linien

Lin. 3–18 (meist 10)

Liniierung

Einfacher Schriftrahmen.

Kopist

Zwei Kopisten des 14. Jh.: von einer kursiven Hand ff. 1 bis 16V, 97105V, 131136, ferner die Scholien ff. 17V, 41, 45V, 46, 47V, 50V, 64, 71V, 74V. Ihre braune Tinte kräftiger als die blasse Haupthand, die mit Aristoteles f. 17 einsetzt und von der die übrigen griech. Teile stammen.

Nichtgriech. Texte: ff. 6V7 (Bandini: „Gallica lingua vetus‟), 105V106V (sowie am unteren Rand f. 107RV), 136138V. (Vgl. Nachträge).

Einband

Vom üblichen Einband der Medici-Bibliothek bei Neubindung (1965) Reste des alten Deckels aufgeklebt. Im Vorsatz vorn und hinten je 3 fliegende Blätter.

Erhaltungszustand

Schäden durch Feuchtigkeit und Wurmfraß auf den ersten ff. (heute präpariert) schon Mitte des 16. Jh., da 〈Camillus Venetus〉 (Harlfinger) auf ff. 12 die äußeren Folienhälften mit zeitgenössischem Papier verklebt und den fehlenden Text ergänzt, ferner durch Feuchte unleserlich gewordene Worte neu geschrieben hat.

Geschichte

Datierung

14. Jh.

Provenienz

f. 1 über dem Text: „674. Posteriora aristotelis cum comento Phyloponi‟.

Janos Laskaris hat ἐν τοῖς τοῦ Τριβολίου κυρίου Δημητρίου eine Hs. mit Φιλοπόνου εἰς τὰ πρότερα τῶν βʹ ἀναλυτικῶν gesehen oder erworben, für die K. K. Müller (cf. unten Bibliographie) auf unser Ms. verweist.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 71, 31 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, III, Sp. 16.

Kod.

  • K. K. Müller, Janos Laskaris, S. 395.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 409.

Text.

    Philoponos

    • ed. M. Wallies, CAG XIII 3, 1909, S. XII–XIII (Sigel T. Liste mit Lesarten).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 232–233 (Wiesner, Autopsie Juni 1970 (mit Ergänzungen)).