Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 72,18

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 72,18
Datierung:

15. Jh. 1. H.

Beschreibstoff: Pergament
Format: 211 × 147 mm
Folienzahl: ff. I, 118, I'

Inhalt

  • (ff. 1117V) Top.
  • (ff. 101V102) Alexander von Aphrodisias, In Top. comm. (CAG II 2), Buch VIII, S. 518, 3–519, 5. Dieses Kommentarstück steht in unmittelbarem Anschluß an das Ende von Top. VII.
  • (ff. 117V118) Anal. Post. II 19, 100 a 13 …] δὲ ψυχὴ – 100b 17 (= Schluss), ohne Einschnitt im Anschluß an Top. VIII.
  • Leer

    f. 118V.

  • Textgeschichtliches

    Der unmittelbare Übergang von Top. VIII in das genannte Endstück von Anal. Post, läßt für einen der Vorfahren unserer Hs. auf folgendes schließen: Er enthielt mindestens Anal. Post. und Top., und eben jene Schlußpartie von Anal. Post. befand sich auf dem letzten Folium von Anal. Post. Dieses löste sich heraus und geriet an das Ende der Hs. bzw. wurde fälschlich als Schluß von Top. angesehen. Der jetzt in den Top.-Text integrierte Einschub des Anfangs des Alexander-Kommentars zu Top. VIII scheint ein Rest des ursprünglich einmal alternierend mit dem Grundtext (oder marginal) vorhandenen Kommentars zu sein. Vgl. auch oben S. 133–134.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament

Format

211 × 147 mm

Folienzahl

ff. I, 118, I'

Lagen

FHHF.

12 × 10 (118, I', Sp.').

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden vom Kopisten auf dem 1. Recto und letzten Verso unten Mitte: α (f. 1)–ιβ (f. 111); daneben jüngere Zählung in westlichen Ziffern: 1–12, teilweise nach Korrektur.

Anzahl der Linien

Lin. 26

Kopist

〈Gerardos aus Patras〉.

Zierwerk, Titel und Initialen in Rot; f. 38 auch Braun verwendet.

Ergänzungen zum Textbestand

Zahlreiche Marginalien (insbesondere Lemmata und Korrekturen) von 〈Francesco Filelfo〉 und anfangs vielleicht auch von einer weiteren Hand (z. B. f. 1V).

Einband

Der übliche Einband der Medici-Bibliothek; Längsschnitt vergoldet.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 1. H.

Provenienz

Höchstwahrscheinlich in Italien vielleicht im Auftrag des Adnotators Filelfo geschrieben.

Auf dem Sp.' eine jetzt teilweise ausgekratzte, paläographisch überhaupt schwer lesbare Eintragung, für die Bandini zwei Entzifferungsvarianten bietet: (a) Gorus Prior sanctae Crucis, Camerarius Generaiis et Ord. Lucen. Ep. und (b) Gorus prior sanctae Crucis, Zamerarius Generalis, et Dominus luan. Episc. B. de Montfaucon entziffert: Liber Goti (Druckfehler?, vgl. Bandini) Prioris sanctae Crucis, Generalis Domini Lucani Episcopi. Wie dem auch sei, sicher zu lesen vermag ich nur: LIII Gorus prior … (= crucis)/chamerarius generalis et ord lu … p. Ganz ähnliche Eintragungen auch am Ende der Laurentiani 60, 12 (Aristides), 60, 21 (Aristoteles), 85, 7 (Platon; Kopist, wie in unserer Hs., Gerardos aus Patras im Jahre 1420/21) und 87, 5 (Aristoteles).

Τοπικὰ Ἀριστοτέλους im Inventar der Bibliothek Lorenzos (vor 1492) genannt.

f. 1 unten links: n° 192 filosofo, Sp. oben links: n° 504 (jetzt gestrichen), darunter: nro 46, sodann oben Mitte: Aristotelis Topicorum libri VIII.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 72, 18 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • B. de Montfaucon, Bibliotheca, I, S. 381.
  • A. M. Bandini, III, Sp. 36.

Kod.

  • K. K. Müller, Janos Laskaris, S. 375.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 411.

Text.

  • Th. Waitz, ed. Organon, I, 1844, S. 7, II, S. 208–217 (hier im Apparat zu Top. VII die Lesarten der Hs. [Sigel N] aufgeführt).
  • J. Strache–M. Wallies, edd. Top. et Soph. El., 1923, S. VII–VIII (Sigel N; Strache schreibt die von Waitz zu Top. VII angegebenen Varianten des Kodex heraus), X.
  • W. D. Ross, The Text of Aristotle’s Topics and Sophistici Elenchi, in: Mélanges Mgr Dies, Paris 1956, S. 215–219, dort 215.
  • W. D. Ross, ed. Top. et Soph. El., 1958, S. V (vgl. oben S. 248).
  • E. S. Forster, ed. Top., 1960, S. 269.
  • D. Harlfinger–J. Wiesner, Hss. Aristoteles, S. 257.
  • Alexander

    • ed. M. Wallies, CAG II 2, S. XLIV–XLV (gibt die von H. Vitelli gefertigten Kollationen).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 251–252 (Harlfinger, Autopsie Juli 1970).