Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 81,01

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 81,01
Datierung:

13. Jh. 2. H. (ff. 130, 3275V, 168212V), 12. Jh. 2. H. bis 13. Jh. 1. H. (ff. 76167)

Beschreibstoff: Bombyzin
Format: 340 × 245 mm
Folienzahl: ff. III, 212, III'

Inhalt

  • (ff. 131V) EN. f. 28V fehlt der Text von Χ 4, 1174 a 17 καὶ κατ᾿ οὐδένα bis 7, 1177 b 24 εὐδαιμονία (offensichtlich wurde ein Blatt der Vorlage überschlagen), von einer späteren Hand auf den ff. 3031V nachgetragen.
  • (ff. 3257) Mete.
  • (ff. 5775V) Cael.
  • (ff. 76100) Part. An.
  • (ff. 100104) Inc. An.
  • (ff. 104116V) An.
  • (ff. 116V -121) Sens.
  • (ff. 121V123) Mem.
  • (ff. 123125) Somn. Vig.
  • (ff. 125126V) Insomn.
  • (ff. 126V127) Div. Somn.
  • (ff. 127V130) Mot. An.
  • (ff. 130161V) Gener. An. f. 149 VTextumstellung: III 10, 760 a 12 οἱ – b 25 αὐτούς steht hinter 61 a 4 ἀφῄρηται.
  • (ff. 161V162V) Long.
  • (ff. 162V163V) Juv.
  • (ff. 163V167) Respir., des. 19, 479 b 12 τόπους.
  • (ff. 168212V) Metaph.
  • Leer

    f. 167V.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Bombyzin

Format

340 × 245 mm

Folienzahl

ff. III, 212, III'

Foliierung

Bandini-Foliierung oben rechts fehlerhaft.

Lagen

3 × 8 (24), 1 × 8 – 1 (31, kein Textverlust), 5 × 8 (71), 1 × 4 (75), 11 × 8 (163), 1 × 4 (167), 5 × 8 (207), 1 × 6 – 1 (212, kein Textverlust).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden 1) auf dem ersten Recto und auf dem letzten Verso unten Mitte, vom Kopisten, von 〈α〉 (f. 1), β (f. 9) bis γ (f. 24V), 〈δ〉 (f. 25), dann ια (f. 32) bis ιδ (f. 63V), 〈ιε〉 (f. 64), 〈ιϛ〉 (f. 72); demnach fehlen vor f. 32 die Lagen ε–ι; 2) auf dem ersten Recto unten rechts und auf dem letzten Verso unten links, vom Kopisten, von 〈α〉 (f. 76), α (f. 83V) bis ια (f. 163V), 〈ιβ〉 (f. 167V). Die letzten 6 Lagen (ff. 168212) weisen keine Kustoden mehr auf; wahrscheinlich gehörten sie ursprünglich vor f. 32, und wir hätten in ihnen die jetzt dort fehlenden Lagen ε–ι zu sehen.

Anzahl der Linien

Lin. 48–56 (ff. 175V, 168212V), 60 (ff. 76167)

Kopist

Hand A (ff. 130, Z. 10, 3275V, 168212V): Ioannes Panaretos (zu ihm vgl. Sp. Lambros, in: Νέος Ἑλλην. 4, 1907, S. 264). Subskription f. 75V: ἐγράφη διὰ χειρὸς ἰω(άννου) τοῦ παναρέτου.

Hand B (ff. 76 bis 167): Archaisierende Hand; auf jeden Fall älter als Hand A, da diese z. B. f. 119 Marginalien geschrieben hat.

Der ff. 30, Z.11–31V nachgetragene Text stammt samt einer auf den Nachtrag hinweisenden Bemerkung f. 28V (λύπι· γίρησε φίλον ἓν ὅπου ὑπάρχ(ει) τὸ συμεῖον τοῦτο) von der Hand des 〈Ioannes Skutariotes〉 (Reinsch). Einige andere Marginalien von 〈Michael Lygizos〉 (ff. 178V179) und 〈Zenobio Acciaioli〉 (f. 114 V) (Harlfinger). Schriftspiegel A: mm 245 × 168, B: mm 255 × 170.

Ergänzungen zum Textbestand

Bisweilen am Kopf der Seiten lateinischer Buchtitel und Kapitelzählung am Rand. Zu EN und Mete. einige Korrekturen und seltene Marginalien von späterer Hand.

Zu Cael. zahlreiche Marginalscholien und Schemata von einer Hand des 14. Jh.; erstes Scholion inc. πάθη τὰς αἰσθητικὰς ποιότητας ὀνομάζει, θερμότητας ψυχρότητας ξηρότητας καὶ τὰς λοιπάς, κινήσεις δὲ τήν τε κατὰ τόπον μεταβολὴν ἢ τὴν κατὰ ἀλλοίωσιν καὶ αὔξησιν καὶ μείωσιν. Im übrigen Ms. einige Korrekturen und seltene Marginalien von späterer Hand.

Zu Metaph. f. 172V vor Beginn von Buch α Scholion (vgl. Bekker, app. cr. zur Stelle), f. 179V nach Buch Γ Scholion, inc. ἡ διαίρεσις αὕτη ἡ δείξασα τὰ μὲν εἶναι ἠρεμοῦντα ἀεί, τὰ δὲ ἀεὶ κινούμενα, τὰ δὲ ποτὲ μὲν κινεῖσθαι, ποτὲ δὲ ἠρεμεῖν, ἃ καὶ ἐν τῷ ὀγδόῳ τῆς φυσικῆς ἀκροάσεως δέδεικται, καὶ αὕτη οὖν ἡ τῶν ὄντων διαίρεσις, des. ἀλλ᾿ οὐδὲ τὸ ὑπερούσιον εἷναι.

Einband

Der übliche Einband der Medici-Bibliothek, restauriert von der Legatoria Bruscoli, Florenz.

Geschichte

Datierung

13. Jh. 2. H. (ff. 130, 3275V, 168212V), 12. Jh. 2. H. bis 13. Jh. 1. H. (ff. 76167)

Provenienz

Am Anfang des 14. Jh. war die Hs. im Besitz eines Conradus Begninus, Minoritermönch aus Genua (?); dies geht aus einer überpinselten Eintragung f. 1 hervor: iste liber est deputatus ad usum fratris conradi beg(n)ini de ianua (?) ordinis minorum et continet omnes libros philosophie aristotelis tam moralis quam naturalis excepto de generatione et corruptione. Von derselben Hand f. 168 unten: fratris conradi beg(n)ini de ordine minorum in MC̣C̣C̣III m(en)se dece(m)bri studebat (?) …; f. 173: MCCCX prima die ianuarii. Schließlich stammt von dieser Hand noch ein lateinischer Index f. 212V, aus dem hervorgeht, daß die Hs. schon damals so angeordnet war, wie sie uns jetzt vorliegt. (Zu einzelnen Unstimmigkeiten vgl. unten Kod.) Auch die laufenden Buchtitel und die Kapitelzählung sind dieser Hand zuzuschreiben. Im 15. Jh. gehörte das Ms. dem Georgius Antonius Vespucci (zu ihm vgl. M. E. Cosenza, Ital. Humanists, IV, S. 3654 bis 3655). Mit einem Teil von dessen Bibliothek (vgl. Laur. 81, 16) kam es über das Dominikaner-Kloster San Marco in Florenz, in dessen Mauern sich die Medici-Bibliothek nach 1494 befand, in die Laurenziana. Eintragung f. 1 unten: Aristotelis op(er)a 14, primum ethica Nicomachia, ultimum Metaphysica Conventus S. Marci de flor(enti)a ordinis predicatorum habita a fr(atre) Georgio ant(onio) Vespuccio filio eiusd(em) conventus. Ponantur in bancho Io occidentis li(nguae) Grece.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 81, 01 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, III, Sp. 219–221.

Kod.

  • F. Susemihl, Kritische Studien zu den zoologischen Schriften des Aristoteles, in: Rh M 40, 1885, S. 563–598, dort: S. 565–566. V.–G., S. 184 (dort ist in Anm. 5 Vat. 101 mit Vat. Urb. 123 verwechselt.)
  • S. Bernardinello, Eliminatio Metaph., S. 181–188: Bernardinellos Beschreibung enthält viele Fehler. Seine Spekulation über eine sukzessive Umordnung innerhalb des Ms. ist nicht haltbar. Der Index f. 212V enthält zwar einige Fehler (Cael. zunächst vergessen, erst nach Inc. An. eingetragen, An. und Sens. vertauscht, ebenso Somn. und Mem.), aber schon die Tatsache, daß Mete. f. 57 endet, f. 57 auch Cael. beginnt, daß Inc. An. f. 104 endet, f. 104 auch An. beginnt usf., zeigt, daß gar keine Vertauschung von Traktaten hätte stattfinden können, die nicht das ganze Ms. heillos durcheinander gebracht hätte. Wie könnte An. seinen Platz wechseln, ohne den Anfang von Sens. mitzunehmen usf.? Die Numerierung der Traktate im Index (wohl von späterer Hand als der Index selbst) zeigt nur das Bemühen, die Fehler in der Reihenfolge zu verbessern, was auch nicht gleich im ersten Anlauf gelang. (Andere Versehen sind nicht verbessert: Der Index erwähnt Insomn. und Div. Somn. überhaupt nicht; die beiden Traktate fehlen auch bei Bernardinello.). – Bernardinellos Unterscheidung von 5 Kopisten trifft nicht zu; es sind abgesehen von dem kurzen Stück von der Hand des Skutariotes und den Marginalien nur zwei. Eine Datierung ins 15. Jh. (außer ff. 76167V, für die B. 13. Jh. E.–14. Jh. A. angibt) im Anschluß an V.-G. ist schon deshalb ausgeschlossen, weil f. 168 und f. 173 die Daten 1303 bzw. 1310 für den Besitzer Conradus Begninus angegeben sind. Unser Ioannes Panaretos kann demnach nicht, wie V.-G. meinen, mit Ioannes Panaretos, Besitzer (als Nachfolger von Demetrios Kydones) von Vat. Urb. 123, identisch sein. Panaretos ist kein ungewöhnlicher Familienname (vgl. Sp. Lambros, S. 264–265, wo sich zwei Männer mit diesem Familiennamen und dem Vornamen Michael finden). Damit ist schon aus äußerlichen Gründen die Filiation Bernardinellos Pal. 164 (s) – Laur. 81, 1 (S) – Tolet. 94 – 12 (t) hinfällig. Nach Stichkollationen von Harlfinger sind die von Ioannes Skutariotes geschriebenen Mss. s und t von unserer Hs. abgeschrieben, die sich ja (vgl. oben Kopisten) zeitweilig in den Händen des Skutariotes befand.
  • F. H. Fobes, Mss. Mete., S. 249sqq.
  • P. B. Rossi, Interventi Latini in un ‚Aristotele‘ Greco della fine del Duecento: Notizia sul Codice Ambrosiano G 51 Sup., Aevum 60, 1986, 240–252 (Der Franziskanermönch Conradus Beginus besaß um 1300 Handschriften, die aus dem Gelehrtenkreis um Manuel Planudes stammten, darunter den Laur. 81,1 inhaltlich komplementären Ambros. G 51 sup.).
  • P. B. Rossi, Un florilegio aristotelico degli inizi del Trecento, Aevum 66, 1992, 257–314 (hier 259: Die Annotierung des Laur. 81,1 durch den Franziskaner Conradus Beginus betrifft nur dessen äußere Teile.; möglicherweise bezieht sich radierte Inhaltsangabe in der Besitzereintragung auf f. 1r („ ... continet omnes libros philosophie aristotelis tam moralis quam naturalis excepto <de?> generatione et corruptione...“) auf einen früheren Zustand des Bandes).

Text.

  • Das Ms. hat seit Bekker in allen Ausgaben, bis auf eine Ausnahme, das Sigel S.
  • F. H. Fobes, ed. Mete., 1919, S. XXXV.
  • F. H. Fobes, Textual problems Mete., S. 189 Anm. 3 (unter Sigel S nur erwähnt).
  • O. Longo, Tradizione Cael., S. 69, 71, 82–85, 87–92.
  • O. Longo, Note critiche Cael., S. 342, 344, 354, 356, 358–359.
  • O. Longo, ed. Cael., 1961 (Sigel Q).
  • P. Moraux, ed. Cael., 1965, S. CLXXXII.
  • I. Bekker, ed. Part. An., 1831.
  • P. Louis, ed. Part. An., 1956, S. XXXIV–XXXV.
  • L. Torraca, ed. Part. An., 1961, S. XI.
  • I. Bekker, ed. Inc. An., 1831.
  • F. Susemihl, Kritische Studien … (s. o.), S. 566–570 (zu Inc. An., Mot. An., Gener. An.).
  • W. Jaeger, ed. Mot. An. et Inc. An., 1913, S. VII–VIII.
  • P. Louis, ed. Inc. An., Mot. An., 1973 (S. 7sq.: Sigel S. „… peut-être du douzième siècle mais plus vraisemblablement du treizième‟).
  • I. Bekker, ed. An., 1831.
  • G. Biehl, ed. An., 1884.
  • A. Förster, ed. An., 1912, S. XII.
  • M. de Corte, Études sur les manuscrits du „Traité de l’âme‟ d’Aristote, in: Revue de philol., 3e sér., 7, 1933, S. 141–160, 261–281, 355–367, dort S. 150–151.
  • P. Siwek, Mss. An., besonders S. 105, 115.
  • P. Siwek, ed. An., 1965.
  • A. Jannone, ed. An., 1966, S. XLI–XLII.
  • I. Bekker, ed. Parva Naturalia, 1831.
  • R. Mugnier, Les mss. des „Parva Naturalia‟ d’Aristote, in: Melanges Desrousseaux, Paris 1937, S. 328–333, dort S. 330.
  • R. Mugnier, ed. Parva Naturalia, 1953.
  • P. Siwek, Mss. Parva Nat., besonders S. 55–56, 65–66.
  • H. J. Drossaart-Lulofs, ed. Somn. Vig., 1943, S. 10.
  • H. J. Drossaart-Lulofs, ed. Insomn. et Div. Somn., 1947, S. XLVI–XLVII (neu kollationiert).
  • I. Bekker, ed. Mot. An., 1831.
  • L. Torraca, ed. Mot. An., 1958, S. 6.
  • I. Bekker, ed. Gener. An., 1831.
  • K. E. Bitterauf, Schlußteil Biologie, S. 12 bis 13, passim.
  • K. E. Bitterauf, Neue Textstudien Biologie, passim. P. Louis, ed. Gener. An., 1961, S. XXIV.
  • H. J. Drossaart-Lulofs, ed. Gener. An., 1965, S. XIII–XVII.
  • I. Bekker, ed. Metaph., 1831.
  • W. Christ, ed. Metaph., 1906, S. XI.
  • W. D. Ross, ed. Metaph., 1924, S. CLXV–CLXVI.
  • J. A. P. Byrne, Codices recentiores of Aristotle’s Metaphysics, in: Harv. Stud. Class. Philol. 64, 1959, S. 259–262, dort S. 260.
  • S. Bernardinello, Eliminatio Metaph., besonders S. 200–216 (vgl. oben Kod.).
  • D. Harlfinger, Überlieferungsgeschichte Metaph. (im Druck) (Sigel S. Geht auf den Laur. 87, 18 [Bb] zurück und ist Vorlage von Pal. 164 [s] und Tolet. 94–12 [t]).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 257–260, 483–484 (Nickel, Autopsie September 1969 (mit Beiträgen von Reinsch); Wiesner, Ergänzungen).