Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 85,27

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 85,27
Datierung:

15. Jh. E. (ff. 27186V), 16. Jh. M. (ff. 126V, 187188)

Beschreibstoff: Papier
Format: 303 × 215 mm
Folienzahl: ff. 188

Inhalt

  • (ff. 1188) Simplikios, In Cael. II–IV comm. (CAG VII, S. 365–731).
  • Mit dem Text alternierend z. T. vollständiger Aristotelestext: (ff. 1V24V) Cdael. II 1–II 3, 286 a 31 δεῖξαι. (f. 187 V) Cael. IV 6, 313 b 6 ἐπεί bis Schluß. Dazwischen Lemmata nur mit Anfangs- und Schlußworten, Typ ἕως τοῦ.
  • Leer

    f. 188V.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 116, 18/23: Armbrust im Kreis, sehr schwach, nach dem Durchmesser vielleicht ähnlich Br. 745 (Villach 1535).
  • ff. 17/24, 1922: Lilie im Kreis, entfernt ähnlich Br. 7315 (Fano 1528).
  • ff. 2744: Waage im Kreis mit Gegenzeichen A, ähnlich Br. 2594 (Venedig 1500).
  • ff. 45186: Hand mit Blume, ähnlich Br. 10713 (Grasse 1485, mit Varianten Genua 1488–1489, Kreta 1489).

Format

303 × 215 mm

Folienzahl

ff. 188

Lagen

3 × 8 (24), 1 × 2 (26), 1 × 10 (36), 1 × 8 (44), 11 × 10 (154), 1 × 12 (166), 2 × 8 (182), 1 × 4 (186), 1 × 2 (188).

Lagensignierung

Mehrere Zählungen mit griechischen Kustoden, entsprechend den verschiedenen Kopisten (vgl. unten) wiederholt neu einsetzend:

(1) Auf dem 1. Recto unten Mitte ff. 27, 37 (β, γ).

(2) Auf dem 1. Recto oben rechts von f. 85 (α) bis f. 125 (ε); auf f. 95 kein Lagenzeichen.

(3) Auf dem 1. Recto unten rechts von f. 135 (α) bis f. 155 (γ). (4) Auf dem 1. Recto und dem letzten Verso unten Mitte ff. 167, 174V (α) und ff. 175, 182V (β).

Westliche Ziffern auf f. 65 in der unteren rechten Ecke („1‟), auf f. 75 in der oberen rechten Ecke. Rest einer durchgehenden Lagensignierung mit westlichen Ziffern auf dem 1. Recto oben rechts von f. 27 („21‟) bis f. 183 („37‟).

Reklamanten

In den ergänzten Teilen senkrechte Reklamanten auf dem letzten Verso unten rechts von f. 8V bis f. 26V; auf f. 186V nur als Zusatz des Supplementators im älteren Teil.

Anzahl der Linien

Lin. 29 (ff. 126), 30 (ff. 27187)

Kopist

A. ff. 126V, 187188: 〈Camillus Venetus〉 (Harlfinger).

B. ff. 2764V, 167186V: 〈Manuel Gregoropulos〉.

C. ff. 6584V, 135166V: 〈Antonios Damilas〉.

D. ff. 85131 (lin. 6), 133V134V: 〈Kaisar Strategos〉.

Dazwischen E. ff. 131 (lin. 7)–133: nicht identifizierte, sehr kleine Schrift.

Auf die Zusammenarbeit der Hände B, C, D, E in demselben Scriptorium weisen das gleiche Liniierungsschema (ähnlich Lake I, 2 b), der gleiche Schriftspiegel von ca. 220 × 120 mm und die gleichen Wasserzeichen (vgl. oben). Illumination nur bei D (f. 102V Titel, Initiale in gelblichem Rot).

Nur bei A, im später ergänzten Teil, findet sich der vollständige Aristotelestext.

Ergänzungen zum Textbestand

Einige Marginalien (Korrekturen, Varianten) von den Kopisten.

Einband

Der übliche Einband der Medici-Bibliothek. Im Vorsatz vorn und hinten je ein fliegendes Blatt (I, I'), nicht neu; Wz. f. I: Lilie im Kreis, entfernt ähnlich Br. 7107 (Ferrara 1586, mit Variante Lucca 1589–1590).

Geschichte

Datierung

15. Jh. E. (ff. 27186V), 16. Jh. M. (ff. 126V, 187188)

Entstehung

Die Hs. ist aus folgenden älteren (ff. 27186V) und jüngeren Teilen (ff. 126V, 187188) entstanden (cf. Kopisten): ff. 126V: Simpl. in Cael. II bis S. 401, 6 φθορᾶς (Reklamante); ff. 2764V: 401, 6 καὶ ἐν – 480, 12 διχότομος; ff. 6584V: 480, 12 ἢ ἀμφίκυρτος – 513, 23 τοῦ; ff. 85134V: 513, 23 παντός – 635, 18 τῷ με; ff. 135166V: 635, 18 – γέθη – 688, 22 ἔχοντος; ff. 167186V: 688, 22 κουφότερον – 730, 11 γίνεσθαι; ff. 187 bis 188: 730, 11 πάντα – 731.

In den älteren Teilen (ff. 27186V) erklären sich Textabbruch vor Seitenschluß (z. B. hört Gregoropulos mitten auf f. 64V auf) und der mehrfache Einsatz der Kustoden mit α (vgl. oben) durch die gleichzeitige Arbeit der Hände B, C, D, E, die die ungebundenen Lagen der Vorlage, des Mut. a. M. 5.25 (III E 8), unter sich aufteilten (Übereinstimmung von Lagenwechsel im Mut. und Handwechsel im Laur.) (Heiberg, vgl. Bibliographie).

Vor f. 27 ist, wie die Kustode β zeigt, eine von Gregoropulos geschriebene Lage verloren; darüber hinaus müssen bei dem Einsatz der westlichen Ziffern mit „21‟ beträchtliche Verluste angenommen werden. Mit einiger Sicherheit läßt sich nur sagen, daß die ursprüngliche Handschrift wohl wie ihre Vorlage, der Mutinensis, noch das erste Buch des Simplikioskommentars zu Cael. enthielt.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 85, 27 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, III, Sp. 282.

Kod.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 410–412, 416.
  • J. Wiesner–U. Victor, Griech. Schreiber, S. 54, 55, 63, 66.

Text.

  • I. L. Heiberg, Handschriftliches zum Commentar des Simplicius zu Aristoteles de caelo, in: Sitz.-Ber. Preuß. Akad. Wiss. Berlin 1892, S. 59–76, dort S. 63, 65.
  • I. L. Heiberg, CAG VII, 1894, S. XV (Laur. 85, 27 ist direkte Abschrift aus A [= Mut. III E 8], dessen Fehler sämtlich wiederkehren; weitere Indizien vgl. oben. Der später ergänzte Teil aus der Aldina bewahrt die Irrtümer des Drucks).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 279–281 (Wiesner, Autopsie Juni 1970).