Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 87,05

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 87,05
Datierung:

14. Jh. Anfang

Beschreibstoff: Bombyzin / (Westliches Papier)
Format: 310 × 225 mm
Folienzahl: ff. 155 (+ 46 a)

Inhalt

  • (ff. 1154) Phys. ab I 2, 184 b 20 …] ὥσπερ Δημόκριτος (= Verlust von Bl. 1 der ersten Lage). Nach V 6, 231 a 4 (in Rot: πέρας κατὰ τὸν σιμπλίκιον τοῦ παρόντος βιβλίου ἔν τισι ὧδε ; cf. CAG X, 918, 11–12) folgen (ff. 88V89) 231 a 5–17, danach ohne Unterbrechung nochmals 230 b 29 ὅταν – 231 a 4 εἴρηται. Textplus nach 231 a 2 ἠρέμησις: τίς μὲν οὖν κίνησις ἁπλῶς μία, εἴρηται.
  • An den Rändern (ff. 1154) Georgios Pachymeres, In Phys. comm., ab Lemma ὥσπερ Δημόκριτος, inc. Δημόκριτος Ἴων καὶ Ἀβδηρίτης ἦν (= Verlust von Bl. 1 der ersten Lage).
  • (ff. 154V155) Georgios Pachymeres, Elogium auf die „Physik‟ (33 Hexameter) (ed. Bandini, III, Sp. 385–386; Golitsis 2012).

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Bombyzin

(Westliches Papier)

Wasserzeichen

  • ff. 87-147: Buchstabe P ohne Beleg (D. Baldi, auf Anfrage).
  • ff. 148-155: Buchstabe I ohne Beleg (D. Baldi, auf Anfrage).

Format

310 × 225 mm

Folienzahl

ff. 155 (+ 46 a)

Foliierung

Recto unten Mitte, wie die Lagensignierung dort teilweise abgeschnitten und dann unten rechts ergänzt.

Lagen

1 × 8 - 1 (7, Bl. 1 fehlt mit Textverlust), 18 × 8 (150), 1 × 6 - 1 (155, Bl. 6 fehlt).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden auf dem 1. Recto und letzten Verso unten Mitte, wegen Beschneidung der Hs. nur teilweise erhalten: zuerst f. 8 (β), zuletzt f. 150V (ιθ) und f. 151 (κ). Die Lagensignierung stammt von der Kommentarhand (vgl. unten).

Anzahl der Linien

Lin. meist 16–22 (Aristoteles)

Liniierung

Einfacher Doppelrahmen für den Aristotelestext in der Mitte des Folium, so daß trotz variierender Zeilenzahl (Aristoteles: bis 27) der Schriftspiegel konstant bleibt (mm 160 × 140: Aristoteles, mm 270 × 190: Kommentar).

Kopist

Zwei sich abwechselnde Hände des 14. Jh., von denen A. (eleganter, dunkle Tinte) den Aristotelestext ff. 186V, 127138, 141142, 151V schreibt, B. (kursiver; hellere, dünnere Tinte) den Pachymerestext sowie den Aristotelestext ff. 87126V, 138V140V, 142V151, 152154.

B = 〈Georgios Pachymeres〉 (Harlfinger); es handelt sich (für den Kommentar) um ein Autograph stricto sensu.

Der Kommentar ist so angeordnet, daß pro Seite jeweils ein neues Lemma beginnt; deshalb zuweilen alle Ränder ringsum beschrieben, um den Text noch auf derselben Seite unterzubringen.

Schmuckleisten, Titel und Initialen, Schemata sowie die Aristoteleslemmata des Kommentars in Rot.

Ergänzungen zum Textbestand

Zu Phys. lat. Interlinearglossen, einige lat. und griech. Randscholien nur am Beginn. Auf f. 155V Schemata.

Einband

Der übliche Einband der Medici-Bibliothek. Vorsatz: je ein fliegendes Blatt (I, I'), Wz. Lilie im Kreis, entfernt ähnlich Br. 7107 (Ferrara 1587, mit Variante Lucca 1589–1590).

Geschichte

Datierung

14. Jh. Anfang

Provenienz

Vorbesitzernotiz f. 155 unter den Pachymeres-Hexametern: „Gorus prior sant(a)e Crucis | zamerarius g(e)n(era)lis et D(omi)n(us) lucen(sis) Ep(iscopus)‟. Derselbe Prior von S. Croce und Bischof von Lucca ist auch als Vorbesitzer der Laur. 60, 12; 60, 21; 72, 18 und 85, 7 belegt (vgl. die ähnlichen Subskriptionen bei Bandini).

Einige Einträge von 〈Demetrios Chalkondyles〉 (z. B. f. 5V); die Hs. ist also durch seine Hände gegangen.

Weitere Vermerke: auf f. IV „Aristotelis physic(a)e comm(en)tarij Georgij/pachymerj no 128‟. f. 155V Mitte: „706 bibio‟.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 87, 05 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, III, Sp. 385–386.

Kod.

  • J. Wiesner–U. Victor, Griech. Schreiber, S. 64.

Text.

  • W. D. Ross, ed. Phys., 1936, S. 117 (nur erwähnt).
  • Pachymeres

    • P. Golitsis, Un commentaire perpétuel de Georges Pachymère à la Physique d’Aristote, faussement attribué à Michael Psellos, BZ 100, 2007, S. 637–676. (Zuweisung des nur in einem Teil der Überlieferung Psellos zugeschriebenen Kommentars an Georgios Pachymeres. Von Laur. wurden die Kodizes Ambros. H 44 sup. und der verlorene Esc. Δ.IV.24 als Abschriften genommen, während Pachymeres noch damit arbeitete. 671: Stemma).
    • L. G. Benakis, Michael Psellos, Kommentar zur Physik des Aristoteles, Einleitung, Text, Indices. Athen 2008, S. 5*–10* (B. lehnt die Zuweisung des Kommentars an Pachymeres ab. 48*–50* (Sigle L). 59* Stemma: L ist einer von drei unabhängigen Zeugen des Hyparchetypen β).
    • P. Golitsis, „A Byzantine philosopher’s devoutness toward God: George Pachymeres’ poetic epilogue to his commentary on Aristotle’s Physics“, B. Bydén, K. Ierodiakonou (Hgg.), The many faces of Byzantine Philosophy, Athen 2012, S. 109–128 (Edition, Übersetzung und Interpretation des Elogiums auf f. 154v–155).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 293–294 (Wiesner, Autopsie Juni 1970).