Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 87,06

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 87,06
Datierung:

12. Jh.

Beschreibstoff: Pergament
Format: 258 × 200 mm
Folienzahl: ff. 327, I'

Inhalt

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament

Format

258 × 200 mm

Folienzahl

ff. 327, I'

Foliierung

Regelmäßig, jedoch auf f. 327 mit dicker Schrift noch „326‟.

Lagen

FHHF.

27 × 8 (216), 1 × 6 (222), 7 × 8 (278), 1 × 6 (284), 5 × 8 (324), 1 × 6 - 2 (327, I'; Band nach f. 327, Bl. 4 und 6 fehlen).

Griechische Kustoden

Mehrere Lagensignierungen:

(1) Griechische Kustoden vom Kopisten auf dem 1. Recto unten rechts, großenteils erhalten von f. 129 (λθ) bis f. 325 (ξδ). Vorher nur Reste erkennbar (ff. 9, 33, 121).

Lagensignierung

(2) Lagensignierung mit westlichen Ziffern auf dem 1. Recto oben Mitte von f. 9 (2) bis f. 325 (42).

(3) Lagensignierung mit westlichen Ziffern auf dem 1. Recto unten Mitte, großenteils abgeschnitten, zuerst f. 9 (2), zuletzt f. 317 (41). Ab f. 317 plötzlich als Foliierung weitergeführt: also f. 317 „41‟, f. 318 „42‟ etc. bis f. 327 „51‟.

Anzahl der Linien

Lin. 24

Liniierung

Ähnlich Lake I, 1e. Abweichend sind die den Textblock begrenzenden Senkrechten in unserer Hs. jedoch Doppellinien.

Kopist

Schöne, trotz einiger überdimensionaler Buchstaben (Omega etc.) im ganzen regelmäßige Minuskel. Übersichtliche Anlage, indem der Grundtext eingerückt und mit dünnerer Feder geschrieben ist als der Kommentar. Die einzelnen Abschnitte von Text und Kommentar sind fortlaufend je mit α, β, γ etc. gekennzeichnet.

Titel, Initialen und Schmuck (f. 1: Kopfleiste aus Wellenlinien, an den Enden in Scheren auslaufend) in Violettrot.

Ergänzungen zum Textbestand

Wenige, mit einer Ausnahme (f. 312V vom Kopisten) spätere Marginalien (neben Lemmata und Textvarianten auf f. 162 ein längeres Scholion zu Philop., Phys. 640, 4 Vitelli (s. unten „Transkriptionen“)).

Einband

Holzdeckel vom Format des Buchblocks, Überzug rotes Leder mit der üblichen Blindprägung. Erneuerter hohler Rücken mit drei erhabenen Bünden; ursprünglich Bindung auf fünf eingelassene Bünde. Im Vorsatz vorn und hinten jeweils zwei fliegende Blätter (Papier, modern, leer).

Erhaltungszustand

Feuchtigkeitsschäden auf den ersten ff., Teile von ff. 12 mit Gaze-Schutzschicht überzogen. Einige Worte auf f. 1 unten von späterer Hand nachgeschrieben.

Geschichte

Datierung

12. Jh.

Entstehung

Anders als die jüngeren, dem heutigen Bestand des Ms. entsprechenden Lagenzählungen mit westlichen Ziffern zeigt die alte Signierung des Kopisten, daß die Hs. in ein größeres Ganzes gehörte; denn dem ersten eindeutigen Lagenzeichen (f. 129: λθ) entsprechend ergibt sich für f. 1 Einsatz mit κγ. Da Phys. IV und der zugehörige Philoponostext etwa doppelt so umfangreich sind wie Phys. III mit dem entsprechenden Kommentar, unsere Hs. aber 42 Lagen ausmacht, ist mit Vitelli (vgl. unten), S. XIV anzunehmen, daß die 22 Lagen α–κβ Phys. III mit Philoponos, In Phys. III comm. enthielten.

Provenienz

f. 327 unten: anno d(omi)ni MCCCCXV V mensis septembris ego presbyter chr(ist)oforus/de bondelmontibus de florentia · emi hunc librum in monte Iucta/in monasterio s(an)c(t)i Salvatoris insul(a)e cret(a)e hyperperis XI ÷. Am 5. September 1415 kaufte der Presbyter Cristoforo de’ Buondelmonti aus Florenz diese Hs. auf dem Berg Iucta im Kloster S. Salvator in Kreta. Sie gelangte also zur Zeit von Cosimo de’ Medici, für den Cristoforo im Archipelagus tätig war, nach Florenz; auch die Laur. 57, 21; 69, 27; 69, 34 und S. Marco 356 enthalten ähnliche Kaufvermerke wie unsere Hs.

Sonstige Vermerke. f. 1 am unteren Rand: Liber quartus physicorum cum comento phyloponi sup(er) eodem. f. 327 unter dem Text von späterer Hand: + στάχος· ἄσαρ … ποιοῦσι κοκκία εὐστόμαχα. Das Ganze bei Vitelli, S. XIV, wo jedoch nach βαλσαμοκόκκα in der Aufzählung zu ergänzen ist: ξυλοκασία.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 87, 06 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, III, Sp. 386–387.

Kod.

  • Mostra Lorenzo, S. 19 Nr. 27.

Text.

  • Überall Sigel G.
  • I. Bekker, ed. Phys., 1831.
  • H. Diels, Textgeschichte Phys., S. 17 sqq. (Wert von G neben EFHI [= Par. 1853; Laur. 87, 7; Vat. 1027; Vat. 241] wird S. 18 durch Übereinstimmungen mit der indirekten Überlieferung belegt).
  • A. Gercke, Aristoteleum, S. 148 (G soll mit FI auf den Vind. Phil. 100 = W, der „non solum melior … sed ceterorum fons‟ sei, zurückgehen).
  • A. Mansion, Etude critique Phys., S. 6–7, 14 sqq., 25 sqq., 39 bis 40 (G hänge mit FHI als Gruppe von einem Archetypus ab, der ebenso alt sei wie E, sich aber mit Gerckes Belegen nicht zwingend als der Vind. Phil. 100 erweisen lasse. Unter den lat. Übersetzungen stehe die Textgruppe, der G angehört, vor allem der Vetus translatio graeco–latina Moerbekes nahe).
  • H. Carteron, ed. Phys., 1926.
  • W. D. Ross, ed. Phys., 1936, S. 102 sqq., besonders S. 107 („… on the whole GIJ [I = Vat. 241; J = Vind. Phil. 100] belong specially closely together, and F and H [F = Laur. 87, 7; H = Vat. 1027] are slightly more individual in their readings‟), 109 („On the whole G does not seem to have much value except as forming one evidence of the GIJ tradition … G seems to be independent of J … On the whole G has the virtue of faithfully transmitting that which was committed to it, and has fewer individual errors than most of the other MSS.‟).
  • W. D. Ross, ed. Phys., 1950.
  • Philoponos

    • ed. H. Vitelli, CAG XVI–XVII, 1888 (S. V–VIII, XIII–XIV: Ältester aller Philoponos–Kodizes. Vater von L [= Vat. 1028]).

Faks.

  • G. Vitelli–C. Paoli, Taf. 42.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 294–296 (Wiesner, Autopsie Juni 1970).