Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Laur. 87,21

Nachweis: Italien, Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plutei, Laur. 87,21
Datierung:

14. Jh. A.

Beschreibstoff: Pergament (außer ff. IIII, I'II': Papier)
Format: 148 × 108 mm
Folienzahl: ff. III, 64, II'

Inhalt

  • Oberste Schrift eines zweifachen Palimpsestes
  • (ff. 121) Sens.
  • (ff. 2127) Mem.
  • (ff. 2734) Somn. Vig.
  • (ff. 34V40V) Insomn.
  • (ff. 40V42V) Div. Somn.
  • (ff. 4352) Mot. An.
  • (ff. 5259) Lin.
  • (ff. 59V64V) Nikolaos-Nektarios Von Casole, Τρία συντάγματα I, bis καλῶς οὖν τῷ θεολό(γῳ) [… (das übrige fehlt wegen Verlusts von Lagen).

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament (außer ff. IIII, I'II': Papier)

Format

148 × 108 mm

Folienzahl

ff. III, 64, II'

Foliierung

Unten rechts zwei Foliierungen, von denen die ältere (zum Teil abgeschnitten) f. 34 überspringt und daher im weiteren um eine Ziffer hinter der authentischen Zählung zurückbleibt. Hin und wieder auch oben rechts korrekte Folienziffern, nämlich 21, 27, 35, 41, 43, 52, 59 und 64.

Lagen

8 × 8 (64).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden wohl vom Kopisten auf dem ersten Recto oben rechts: 〈α〉 (f. 1), β (f. 9)–η (f. 57).

Anzahl der Linien

Lin. 19–23

Kopist

Eine einzige italogriechische Hand. Sie hat große Ähnlichkeit mit der Haupthand des Laur. 5, 10 (partim rescriptus).

Einige einfache Schmuckinitialen und etwas Zierwerk in Schwarz, zum Teil zoomorph.

Einband

Der übliche Einband der Medici-Bibliothek. Wz. f. II/III:

Lilie im Kreis, Br. ohne Beleg.

Geschichte

Datierung

14. Jh. A.

Entstehung

Der uns heute vorliegende Kodex ist ein bis rescriptus. Zu seiner Anfertigung wurde eine ältere griechische Handschrift, die ihrerseits selbst ein rescriptus war, palimpsestiert und deren Bifolien im Falz zerschnitten, so daß aus einem Einzelfolium (ca. mm 216 × 148) im heutigen Zustand ein Bifolium geworden ist und die obere Schrift vertikal zur nächst unteren verläuft.

Bei dem Text der nächst unteren Schrift (11.–12. Jh., Lin. 28–32) handelt es sich um Teile von 〈Homer, Ilias〉, z. B. (ff. 27 RV/30 RV) A 91–146. Die unterste, älteste Schrift – die Zeilen verlaufen parallel zur mittleren Schrift – ist ein nicht identifizierter griechischer Unzialtext.

Provenienz

Die Hs. stammt wahrscheinlich aus dem 1099 gegründeten Kloster Hagios Nikolaos von Casole bei Otranto. Die süditalienische Herkunft erhellt erstens aus dem für diese Region charakteristischen Duktus und zweitens (vgl. A. e O. Parlangeli und R. Devreesse, zitiert unten Bibliographie Kod.) aus dem an den Aristotelesteil angehängten Traktat des Nikolaos-Nektarios, Abt von Casole († 1235). Die Hs. wurde vielleicht im Auftrag des Lorenzo de’ Medici in der Provinz von Otranto von lanos Laskaris erworben, der sich dort 1491/92 auf der Rückkehr von einer Sammlerreise in den griechischen Osten aufhielt.

f. III V außer der heutigen Bibliothekssignatur auch: No 93.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Laur. 87, 21 (Vollständiges Digitalisat der Biblioteca Laurenziana)

Bibliographie

Kat.

  • A. M. Bandini, III, Sp. 407–408.

Kod.

  • A. e O. Parlangeli, Il monastero di San Nicola di Casole centro di cultura bizantina in terra d’Otranto, in: Bolletino della Badia Greca di Grottaferrata N. S. 5, 1951, S. 30–45, dort S. 42.
  • R. Devreesse, Les manuscrits grecs de l’Italie méridionale (Histoire, classement, paléographie), Città del Vaticano 1955 (= Studi e Testi 183), S. 46.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 60 Anm. 1, 146–151.

Text.

  • (Sigel Za). Io. Th. Buhle, I, 1791, S. 177.
  • R. Mugnier, Mss. Parva Nat., S. 330, 332 (zur Klasse LSU [= Vat. 253, Laur. 81, 1, Vat. 260] gehörig).
  • A. Förster, ed. Sens., Mem., 1942, S. XI, XIII (nur als zur Klasse b gehörig erwähnt).
  • R. Mugnier, Filiation Parva Nat., S. 42, 44.
  • R. Mugnier, ed. Parva Nat., 1953, S. 13.
  • P. Siwek, Mss. Parva Nat., S. 125–128 („Le ms Za ne fait partie d’aucune famille de mss‟).
  • I. Bekker, ed. Lin., 1831.
  • O. Apelt, ed. Lin., 1888, S. VIII–IX.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 151–152, 394 sqq. und passim (unabhängiger Vertreter der Familie γ).
  • P. Louis, ed. Mot. An., 1973, S. 47 (nur erwähnt).
  • Nikolaos-Nektarios

    • J. Hoeck, Nikolaos-Nektarios von Otranto, Diss. München 1939/1943, S. 150–151. J.
    • M. Hoeck–R. J. Loenertz, Nikolaos-Nektarios Abt von Casole, Ettal 1965, S. 99.

Faks.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., Taf. 2 (f. 54V).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 323–324 (Harlfinger, Autopsie Juli 1970).