Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Genov. F. VI. 9

Nachweis: Italien, Genua, Biblioteca Universitaria, Genov. F. VI. 9
Datierung:

16. Jh. M.

Beschreibstoff: Papier
Format: 210 × 157 mm
Folienzahl: ff. 105, XXII'

Inhalt

  • (f. 2RV) Prooemium zu Cat. (Titel getilgt), inc. σκοπός ἐστι τῷ ἀριστοτέλη (sic) ἐνταῦθα διαλαβεῖν περὶ τῶν δέκα γενικωτάτων εἰδῶν.
  • (ff. 35) 〈Ps.-Alexander von Aphrodisias, Problemata〉 (Titel im Ms.: ἀριστοτέλους προβλημάτων μέρος περὶ διαφόρων), inc. Διὰ τί οἱ βραχεῖς (= I 26 bei Ideler, Physici et medici Graeci minores, I, Berlin 1841, S. 11), des. οἰκείας ὁρμῆς καὶ φορᾶς (= III 47 bei Bussemaker, Arist. Didotiana IV, Paris 1857, S. 331). Im einzelnen: Probl. I 26–29. 2. 10. 12. 23. 31. 34–35. 38 (stark abweichend von Ideler). 39. 41 (mit abweichendem Schluß). 42 bis πέμπει τὴν δυσωδίαν (S. 15, 21 Ideler). 51 bis ἀδικεῖ (S. 18, 15 Ideler). 54. 56 (beide mit abweichendem Schluß). 58. 63. 65 (alle mit Abweichungen von Ideler). 68 bis διασκεδάννυται (S. 22, 35/36 Ideler). 74 bis λεπτυνθῆναι (S. 24, 6 Ideler, Schluß abweichend). 89 (mit starken Abweichungen). 97 (anders als bei Ideler). 102 bis ἐρυθρὸν φαίνεται (S. 35, 12 Ideler). 115 (mit Abweichungen). 117. 123 bis ἀπεργάζονται τὴν ὄψιν (S. 42, 25 Ideler). 127. 128. 138. II 13 (die letzten drei Probleme mit Abweichungen von Ideler). II 16. 22. 68 bis ὀλιγόκαρπα (S. 76, 36 Ideler). III 46. II 25. 26. III 47.
  • (ff. 5V22) Michael Psellos, In Cat. paraphrasis, mit Schemata, inc. οὐσία ἐστὶ πρᾶγμα ἀνθύπαρκτον, des. προυπάρχειν ὁπόταν τὸ αἰσθητικόν. Unterteilung wie im Barocc. 87, vgl. Coxe, Catal. Bibl. Bodl. I, Sp. 151.
    (Es handelt sich um zwei verschiedene Werke: (ff. 5v–v) Εἰς τὸ „οὐσία πρᾶγμα αὐθύπαρκτον“ und (ff. 7v–22r) Περὶ τῶν πέντε φωνῶν; vgl. Moore 2005, 234-235, 237-238) .
  • (ff. 2539V) Porphyrios, Isagoge, mit Glossen, Scholien und Schemata. Scholienbeginn: εἰσαγωγὴ ἐπιγέγραπται ἀορίστως , Scholienschluß: συμβεβηκὸς ἐστὶ καὶ ἐπουσιῶδες. Scholien wohl aus Ammonios (vgl. Busse, CAG IV 3, S. XI zu Barocc. 87 mit Verweis auf S. 23, 1) und Georgios Scholarios (vgl. Scholion zu Isag. S. 21, 21: τοῦ κυροῦ σχολαρίου).
  • (ff. 4041) Vita Vulgata des Aristoteles (ed. Düring, Biogr. Trad., S. 131–136), bis ἔτη ξγ (= Düring S. 136, 13).
  • (ff. 4142) Exzerpte eines Byzantiners aus 〈David, Prolegomena〉 (Titel: Τίνα ζητεῖται ἐπὶ πάσης τέχνης καὶ ἐπιστήμης), inc. ἐπὶ πάσης τέχνης, des. πρὸς τὸ θεῖον. Specimen bei Busse, CAG IV 3, S. XXXVII sq. Nach Textschluß (f. 42V) Schemata, Definitionen, Aufstellung der κατηγορικά und κατηγορίαι.
  • (ff. 4367) Cat., mit einigen Glossen, Scholien, Schemata. Scholien (vielleicht von Ioannes Argyropulos, vgl. Coxe, Catal. Bibl. Bodl., I, Sp. 152 zu Barocc. 87, f. 35) inc. ὁμώνυμα εἶπε πληθυντικῶς, des. οὐσίας περιουσίας περίθεσις. Nach Textschluß in 2 Kolumnen: αἱ προτάσεις.
  • (ff. 67V83V) Int., mit einigen Glossen, Scholien, Schemata sowie Tmemata-Einteilung. (ff. 84105V) Anal. Pr. bis I 15, 34 b 40/41 συμπέρασμα ἀναγκαῖον [… Lücke (Leerraum f. 88 unten, f. 88V): I 4, 26 a 38 συλλογισμός […] 26 b 18 ὅτι τῷ οὕτως. Mit einigen Glossen, Scholien, Schemata und Tmemata-Einteilung. Scholien inc. ἰστέον ὅτι διαφέρει ἡ ἀπόδειξις τῆς ἀποδεικτικῆς ἐπιστήμης.
  • Leer

    ff. 1V, 22V24V, 88V, 98V, I'–XXII'v.

  • Textgeschichtliches

    Die Hs. stimmt in Reihenfolge und Einzelheiten der Texte mit Barocc. 87, ff. 1104V überein. Daß diese Hs., die darüber hinaus das gesamte Organon enthält, Vorlage für den Genuensis war, ergibt sich insbesondere aus zwei Fakten: (a) Der auf f. 88RV des Genuensis ausgesparte Text war dem Barocc. nicht zu entnehmen, weil dort ein Bl. zwischen ff. 8384 zum größten Teil herausgerissen ist: es enthielt gerade den fehlenden Text Anal. Pr. I 4, 26 a 38–26 b 18. (b) Im Barocc. 87ist wegen Wechsel der Hand f. 94V freigelassen; gerade diese scheinbare Lücke (zwischen Anal. Pr. 29 b 28 und b 29) ahmt der Schreiber des Genuensis nach, indem er f. 98V an derselben Textstelle freiläßt.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 173: Hut mit Gegenzeichen M (?), bei Br. nicht zusammen belegt; Hut ähnlich Br. 3417 (Venzone 1540, Padua 1541).
  • ff. 7489: Anker im Kreis mit Gegenzeichen Buchstaben AB, bei Br. nicht zusammen belegt; Anker ähnlich Br. 475 (Mantua, Reggio d’Emilia 1520), die Buchstaben AB ähnlich Mo. 866 (Belgrad 1550–1560), dort jedoch mit anderem Anker.
  • ff. 90XXII': Hut mit Gegenzeichen Buchstaben CZ mit Kleeblatt, ähnlich Br. 3477(Padua 1547, mit Varianten Italien 1534 bis 1565).

Format

210 × 157 mm

Folienzahl

ff. 105, XXII'

Lagen

8 × 8 (64), 1 × 12 - 3 (73, Bl. 5, 9, 10 herausgeschnitten), 6 × 8 (105, I'–XVI'), 1 × 8 - 2 (XXII').

Keine Lagensignierung.

Anzahl der Linien

Lin. 30 (ff. 222, 4042), 18 (ff. 2539, 4398), 22 (ff. 99105)

Kopist

Von einer Hand, die schon aus zeitlichen Gründen kaum Michael Suliardos (Vermutung von Martini, S. 324) sein kann (zu den für Suliardos bekannten Daten vgl. besonders E. Lobel, Mss. Poet., S. 54–56).

Initialen und Titel, zum Teil auch Zierleisten und Schemata mit roter Tinte. Über den Seiten oben Mitte ein Kreuz.

Einband

Zeitgenössischer brauner Ledereinband, größer als der Buchblock. Fester Rücken mit drei erhabenen Bünden. An Stirn- und Unterschnitt je ein, am Längsschnitt zwei Paare von Schnüren. In Goldprägung Aufschrift auf dem Vorderdeckel: ΤΟΥ ΣΟΦΩΤΑΤΟΥ ΨΕΛΛΟΥ ΠΑΡΑΦΡΑΣΙΣ ΕΙΣ ΤΑΣ ΚΑΤΗΓΟΡΙΑΣ, auf dem Hinterdeckel: ΚΑΙ ΠΟΡΦΥΡΙΟΥ ΕΙΣΑΓΩΓΗ ΕΙΣ ΤΑΣ Ε ΦΩΝΑΣ. Vorsatz: ein fliegendes Blatt, leer.

Geschichte

Datierung

16. Jh. M.

Provenienz

f. 2 oberer Rand Vorbesitzernotiz: „Est Monasterij S.tae Catharinae de Genua Congregationis Casinensis‟.

Auf f. 1 von jüngerer Hand: Pselli in Aristo(te)lis categorias expositio. Et Porphyrij in V voces.

Zur Universitätsbibliothek Genua allgemein:

F. Milkau–G. Leyh, Handbuch der Bibliothekswissenschaft, III 2, Wiesbaden 1957, S. 516 Anm. 3 (Literatur), S. 577 mit Anm. 3.

Annuario delle Biblioteche Italiane. II. Rom 1969, S. 40–42 (mit viel Literatur).

Bibliographie

Kat.

  • E. Martini, Cat. bibl. italiane, I 2, S. 324–326.

Text.

    Aristoteles-Vita

    • I. Düring, Biogr. Trad., S. 120, 125sq. (Datierung ins 14. Jh. Der Genuensis gehört zu Familie d, in der der Vitentext nachlässig behandelt und viel geändert ist. Stemma der Familie d S. 130, wobei Barocc. 87 fehlt. Der Text innerhalb der Familie sei so homogen, daß er keinen schlüssigen Beweis für die Kopie eines Ms. vom anderen erlaube.)

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 364–365 (Wiesner, Autopsie Juli 1970 (mit Ergänzungen)).