Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Heidelb. Pal.gr. 132

Nachweis: Deutschland, Heidelberg, Universitätsbibliothek, Palatini Graeci, Heidelb. Pal. gr. 132
Datierung:

15. Jh. E.

Beschreibstoff: Papier
Format: 187 × 140 mm
Folienzahl: ff. X, 258, II'

Inhalt

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 1127, 138/141, 144149: Waage im Kreis mit Stern, ähnlich Br. 2583 (Brescia 1489, mit Varianten Nürnberg 1491, Syrakus 1494).
  • ff. 128135, 136/143: Waage im Kreis mit Kreuz, ähnlich Br. 2565(Vicenza 1483, mit Variante Venedig 1488–1492).
  • f. 150/161: Waage im Kreis mit Stern, sehr ähnlich Br. 2531 (Venedig 1483).
  • ff. 153/158, 155/156: Waage im Kreis, ähnlich Br. 2538 (Ferrara 1497, mit Varianten Norditalien 1497–1505).
  • ff. 162169, 172/175: Armbrust im Kreis, = Br. 758 (Treviso 1487), fast identisch Ha., arbalète 52 (Kreta 1489–1490, Kopisten 〈Zacharides〉 und Antonios Damilas).
  • ff. 171/176, 178223: Hand, ähnlich Br. 10713 (Grasse 1485, mit Variante Genua 1488/89), fast identisch Ha., main 11 (Kreta ± 1490, Kopist Aristobulos Apostolides).
  • ff. 224258: Blume (in der Ecke des Bl.), entfernt ähnlich Br. 6464 (Venedig 1499, mit Variante Udine 1504).

Format

187 × 140 mm

Folienzahl

ff. X, 258, II'

Lagen

14 × 8 (112), 1 × 8 - 1 (119, Bl. 4 fehlt ohne Textverlust), 3 × 8 (143), 1 × 6 (149), 1 × 12 (161), 2 × 8 (177), 1 × 6 (183), 9 × 8 (255), 1 × 4 - 1 (258, Bl. 4 fehlt ohne Textverlust).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden auf dem ersten Recto (1) unten Mitte bis rechts von κα (f. 1) bis μ (f. 150), dann 〈α〉 (f. 162), β (f. 170), γ (f. 178), dann 〈α〉 (f. 184), β (f. 192)–θ (f. 248); (2) oben rechts von α (f. 1) bis λβ (f. 248); (3) unten ganz rechts, z. T. abgeschnitten, α (f. 1)–ζ (f. 49), α (f. 57)–δ (f. 81); (4) unten Mitte bzw. rechts α (f. 89)–η (f. 144).

Anzahl der Linien

Lin. 27 (Aristotelestext)

Kopist

A. ff. 152V, 5788: Zacharides (vgl. f. 52V ξαχαρίδης βίους ἔγραψε τούσδ᾿ ὦ λῶστε).

B. ff. 89146: 〈Manuel Gregoropulos〉.

C. ff. 150160: 〈Michael Suliardos〉.

D. ff. 162258: 〈Aristobulos Apostolides〉.

Hände B, C, D im September 1954 von Douglas C. Young, St. Andrews, Schottland, identifiziert. Notiz von seiner Hand im Ms.; bezeichnet diese Identifizierungen als „wahrscheinlich‟.

Einband

Der übliche Einband der Vat. Palatini. Dunkelrotes Leder. Vier erhabene Bünde.

Geschichte

Datierung

15. Jh. E.

Provenienz

Das Ms. besteht aus unabhängig entstandenen Teilen (1) ff. 156, (2) ff. 5788, (3) ff. 89149, (4) ff. 150161, (5) ff. 162183, (6) ff. 184258, die auf Kreta gegen Ende des 15. Jh. geschrieben wurden. Wahrscheinlich durch die Vermittlung des Schotten Henricus Scrimger (= Henry Scrymgeour, 1506–1572; über ihn vgl. P. Lehmann, Fuggerbibliotheken, I, S. 126) wurde es für Ulrich Fugger (1526–1584) erworben und über Venedig nach Augsburg gebracht. In einem der beiden wohl von Martin Gerstmann verfaßten Verzeichnisse der Hss. von Ulrich Fugger sind die Einzelteile alphabetisch angeführt (= Vat. Pal. lat. 1916, ff. 530sqq., bei P. Lehmann, op. cit., II, S. 82, 86, 87, 91, 98, 99) im anderen, das aus dem J. 1555 datiert ist, bilden sie ein Ganzes (= Vat. Pal. lat. 1925, ff. 124sqq., bei P. Lehmann II, S. 73). Henricus Stephanus (1531–1598), der sich selbst als Fuggers Typographen bezeichnete, soll das Ms. durchgesehen haben (laut P. Lehmann I, S. 126 enthält es eigenhändige Notizen von ihm). Mitte 1562, als das Fuggerhaus sich in großen finanziellen Schwierigkeiten befand, wurde Ulrichs Hab und Gut verkauft. Ulrich selbst siedelte in die Rheinpfalz über und ließ seine gewaltige Büchersammlung 1567 von Augsburg nach Heidelberg bringen, wo sie im Januar 1571 notariell inventarisiert wurde. Nach Ulrichs Tod (25. 6. 1584) gingen seine Bücher in das Eigentum des Kurfürsten über; sie wurden in die um 1482 auf Anregung des Rudolph Agricola vom Kurfürsten Philipp gegründete Bibliotheca Palatina aufgenommen. Im 30jährigen Krieg, nach der Eroberung Heidelbergs durch Tilly, wurden die Codices Palatini, damit auch der Hauptteil der Fuggerana, im J. 1622 von Maximilian I., Herzog von Bayern, dem Papst Gregor XV. geschenkt und von Leo Allatius nach Rom überführt. Für den Transport hatte Allatius die Einbände beseitigen lassen, und später wurden die alten Schutzblätter von den Buchbindern abgerissen, so daß die Namen früherer Besitzer fast gänzlich verlorengingen. Während der Napoleonischen Kriege wurde Pius VI. im J. 1797 gezwungen, 500 Hss. der Vaticana, darunter 26 Palatini graeci, zu denen unser Ms. 132 gehörte, der Pariser Nationalbibliothek zu überlassen. Zusammen mit den meisten der seitdem in Paris befindlichen Palatini wurde unser Ms. im J. 1815 der Universität Heidelberg zurückgegeben. Vgl. F. Wilken, Geschichte der Bildung, Beraubung und Vernichtung der alten Heidelbergischen Büchersammlungen, Heidelberg 1817, passim, bes. S. 279–280. H. Stevenson, Mss. Palatini, 1885, Praefatio, passim (mit vielen Literaturangaben).

Zwei lateinische Inhaltsverzeichnisse (ff. IIII V und VV).

Reproduktionen und Digitalisate

Bibliographie

Kat.

  • F. Wilken, Gesch. Heidelb. Büchersammlungen, Heidelberg 1817, S. 279–280.
  • H. Stevenson, Mss. Palatini, S. 63–64.

Kod.

  • V.-G., S. 126.
  • M. Wittek, Album, S. 27 zu Taf. 47.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 416.
  • J. Wiesner–U. Victor, Griech. Schreiber, S. 52, 55, 63.

Text.

  • C. Schuchhardt, Andronici Rhodii qui fertur libelli περὶ παθῶν pars altera de virtutibus, Diss. Heidelberg, Darmstadt 1883 (Sigel P. Oxon. Rawl. 93 und das gemeinsame Antigraphon von Mon. 495 und Pal. 132 stammen aus derselben Vorlage) .
  • F. Susemihl, ed. EE et Virt., 1884 (Sigel Mc. S. XXXII–XXXIII: gehört zur Familie Π2, die alle Mss. außer Fc [= Laur. 7, 35] und Hc [= Matr. 109 (Matr. 4630)] umfaßt. Concedo magis cognatum esse Nc [= Oxon. Rawl. 93] cum Lc [= Mon. 495] et Mc quam cum Ic [= Mon. 102] et Kc [= Mon. 289]) . E. A. Schmidt, Aristoteles über die Tugend, Darmstadt 1965, S. 14 (Sigel Mc, nur erwähnt) .
  • Hephaistion: ed. Th. Gaisford, Oxford 1855, I, S. X.
  • Isokrates: ed. E. Drerup, I, Leipzig 1906, S. XXXVI, LXI.
  • Philostrat: C. L. Kayser, ed. Fl. Philostrati Opera, II, Leipzig 1871 (Sigel h) .
  • Aischinesbriefe (ab f. 249)

    • ed. E. Drerup, Leipzig 1904, S. 11, 16, 25 (Die Briefe 1, 6, 7, 3 auf f. 249 sind im Text H [= Harl. 5610] verwandt; die von anderer Hand stammenden Briefe 2–6, 7 (Anfang), 8–12 ab f. 252 stammen aus einer auf B [= Vat. Barb. 159] zurückgehenden Rezension) .

    Artemidor (f. 251V = Artemidor-Exzerpte)

    • C. Blum, Manuscript Studies in Artemidorus, in: Eranos 39, 1941, S. 56–63, dort S. 61–62.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 370–372, 488 (Nickel, Autopsie Oktober 1969; Moraux, Autopsie Januar 1976; Wiesner, Ergänzungen).