Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Alex. 342

Nachweis: Ägypten, Alexandrien, Βιβλιοθήκη τοῦ Πατριαρχείου, Alex. 342
Datierung:

15. Jh. 2. H.

Beschreibstoff: Papier
Format: 215 × 150 mm
Folienzahl: ff. 206

Inhalt

  • (ff. 4206V) EN, des. mut. X 10, 1181 b 5 ἐμπειροις [… (=Verlust des letzten Bl.).
    Vorweg (ff. 1V3V) Protheorumena und am Rand (ff. 4sqq.) Scholien des 〈Georgios Scholarios〉. Die Randscholien scheinen durchgängig identisch mit denen in Barb. 85 und Par. 1417 zu sein.
  • Textgeschichtliches

    Es ist trotz fehlender Kollationen sicherlich nicht zu gewagt, auch für den Grundtext von EN eine enge stemmatische Verwandtschaft von Alex., Barb. 85 und Par. 1417 anzusetzen (vgl. oben Inhalt: Einleitung und Scholien, sowie unten Kopist), wobei das genaue Verhältnis zueinander noch einer näheren Bestimmung bedürfte. Erstere beide Hss. basieren sehr wahrscheinlich auf dem Par. 1417 (der Grundtext stammt dort von der Hand eines 〈Mönchs Gregorios〉). Georgios Scholarios (bzw. sein Schreiber) wiederum schöpfte, wenn nicht aus dem oben erwähnten Coisl. 161, so doch aus einem mit ihm eng zusammengehörenden Kodex; vgl. zur stemmatischen Nähe jener Aristoteles-Gesamtausgabe des 14. Jh., welcher der Coisl. 161 angehört, und der konstantinopolitanischen Ausgaben aus dem Kreis um Georgios Scholarios und Matthaios Kamariotes (die EN nebst Randkommentaren ist im Mosqu. 8 [451] enthalten) D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 55–58.

    Ältere Signaturen: ΛΗ. 20.

    Titel und Lemmata in Rot.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Format

215 × 150 mm

Folienzahl

ff. 206

Foliierung

Nur sehr sporadisch vorhanden: ff. 10, 50, 80, 130.

Lagen

Soweit anhand der im Film sichtbaren Kustoden überprüfbar, handelt es sich um Quaternionen.

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden vom Kopisten auf dem 1. Recto unten Mitte: ζ (f. 50)–κ (f. 〈162〉). f. 50 müßte in Wirklichkeit wohl die Ziffer 49 tragen.

Anzahl der Linien

Lin. um 18

Kopist

Eine einzige Hand im ganzen Kodex: Wahrscheinlich 〈Andronikos Alethinos〉 = Anonymus 3 bei Harlfinger, von dem auch der erwähnte Mosqu. 6 (451) stammt. Andronikos ist ohne Zweifel in Konstantinopel in der Umgebung des Georgios Scholarios bzw. Matthaios Kamariotes zu suchen (vgl. D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 57/8), ebenso wie der Anonymus 4 als Kopist des Barb. 85.

Ergänzungen zum Textbestand

Die Verfasserschaft des Scholarios für Protheorumena und Scholien ergibt sich aus der Zuweisung ebenderselben Texte an ihn im Barb. 85:… τοῦ σοφωτάτου διδασκάλου κυρίου γεωργίου τοῦ σχολαρίου (vgl. Katalog der Barberiniani von V. Capocci, S. 108) und aus der Tatsache, daß im Par. 1417, ff. 72V sqq. ein Autographon des Textes existiert. Bei den Protheorumena – inc. ὅτι τῆς φιλοσοφίας εἰς δύο διαιρουμένης εἴς τε τὸ θεωρητικὸν, des. προηγεῖται ἐν τῷ ἐργαζομένῳ τὸ τέλος – handelt es sich um mehr oder weniger wörtliche Entlehnungen aus dem Prooimion des Kommentars des Eustratios (CAG XX), f. 3V schließt sich sodann ein längeres wörtliches Zitat vom Anfang der Paraphrase des Ps.-Heliodor zum ersten Buch von EN an (CAG XIX 2, S. 1, 5–22).

Die Randscholien sind, wenn man für den nicht im Film vorliegenden größten Teil unserer Hs. aus dem Barb. 85 (vgl. zu ihm den Katalog von Capocci, S. 108–109) und dem Par. 1417 schließen darf, oft ebenfalls in enger Anlehnung aus jener Zusammenstellung von Einzelbuchkommentaren genommen, wie sie im Coisl. 161 vorliegt, nämlich Eustratios zu Buch I, VI (CAG XX), Anonymus zu Buch II, III, IV, VII (CAG XX), Michael Ephesios zu Buch V, IX, X (CAG XXII 3; XX), Aspasios zu Buch VIII (CAG XIX 1), während sich vor allem die Randlemmata mit den Lemmata der Paraphrase des Ps.-Heliodor (CAG XIX 2) decken. Die EN-Protheorumena und -Scholien des Scholarios sind in der 8-bändigen Gesamtausgabe seiner Werke von Petit-Siderides-Jugie, 1928–1936, weder ediert noch erwähnt.

Einband

Einfaches Leder.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 2. H.

Provenienz

f. I' eine 3zeilige Notiz in osmanisch. f. I'V: griechische Notizen von zwei jungen Händen, zuletzt ein Namenszug: μανουηλειῶς θεολόγου. Auf dem Spiegel' (?) die Zahl 260. Unsere Hs. und der Alex. 87 des Andronikos (zu dieser Hs. vgl. oben S. 1–2) sind höchstwahrscheinlich auf ein und demselben Wege von Konstantinopel schließlich nach Alexandria gelangt.

Bibliographie

Kat.

  • Th. D. Moschonas, S. 204 (nennt EN selbst nicht) .
  • Wartelle, Nr. 12.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 5, 463 (Harlfinger, nach Katalog und Mikrofilm der ff. 1V–6 (bis I 1, 1095 a 12), 206V (mit Ergänzungen nach Einsicht in vollständigeren Mikrofilm)).