Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Athen. EBE 1068

Nachweis: Griechenland, Athen, Ἐθνικὴ Βιβλιοθήκη τῆς Ἑλλάδος, Athen. EBE 1068
Datierung:

15. Jh. etwa 3. Viertel

Beschreibstoff: Papier
Format: 300 × 215 mm
Folienzahl: ff. II, 147, I'

Inhalt

  • (ff. 124V, 26RV, 25RV, 2730V, 32RV, 31RV, 33146) Simplikios, In Cat. comm. (ed. C. Kalbfleisch, Berlin 1907 = CAG VIII).
  • Leer

    ff. IIRV, 75V (ohne Textlücke, Übergang: p. 230, 3 τὰς ἐπιστήμας·/ὥσπερ ἐφ᾿ ἡμῶν), 147V.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • f. II: ohne Wz., etwa 15.–16. Jh., wohl zum ursprünglichen Einband gehörend.
  • (mindestens zwei) Ochsenköpfe.
  • Vorläufige Anhaltspunkte: vgl. Br. 1475014751, 14766 (a. 1423–1433, 1477); Ha. boeuf 27, 28; Pi., Ochsenkopfwasserzeichen XV 431 (a. 1470).

Format

300 × 215 mm

Folienzahl

ff. II, 147, I'

Lagen

11 × 8 (ff. 1–88), 1 × 10 (ff. 89–98), 3 × 8 (ff. 99–122), 2 × 10 (ff. 123–142), 1 × 6 - 1 (ff. 143–147, Bl. 6 fehlt ohne Textverlust.)

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden vom Kopisten auf dem ersten Recto unten rechts: α (f. 1) bis ιη (f. 143).

Anzahl der Linien

Lin. 38

Kopist

Nikolaos Melanchrenos (A. Tselikas, zu Recht); zu diesem Kopisten aus Moraia auf der Peloponnes vgl. RGK I 313 (II 433; III 504), Tselikas, S. 174–176. (Melanchrenos hat den gleichen Text (Simpl., In Cat. comm.) auch im stemmatisch eng verwandten Par. gr. 2188 (zweispaltig) kopiert; s. auch Bibliographie: Text).

Initialen und Textlemmata in kräftigem Rot.

Ergänzungen zum Textbestand

Einige textbezogene Marginalien von der ersten (z. B. ἀπόκρισις – λύσις) und von mindestens zwei weiteren Händen.

Von Hand a) = Anonymus KB (zu ihm vgl. Harlfinger, De lineis, S. 247–251, 310, 418 und Taf. 6; Harlfinger, Specimina I, Nr. und Taf. 42) stammen gelegentlich Interlinear-Varianten und -Korrekturen sowie zwei Scholien am seitlichen Außenrand von f. 15V (zu p. 49, 26 ff.) und f. 23 (zu p. 74, 3 ff.). Das erste Scholion ist einem Gregorios zugewiesen. Er dürfte der Autor-Kopist selbst sein, wobei es sich höchstwahrscheinlich um den als Schriftsteller hervorgetretenen Mönch Gregorios = PLP 4605 handelt (Ergebnis einer mündl. Diskussion mit P. Golitsis). Durch die Gleichsetzung mit Anonymus KB wäre er also auch als Schreiber zahlreicher Hss. auszumachen.

Hand b) aus ungefähr dem Ende des 15. Jh., Schrifttyp etwa Andreas Donos, schrieb interlinear und marginal Korrekturen und Ergänzungen zum Text, z. B. ff. 2, 3V, 16V, 29V, 31V, 37V, 38, 44 usw., zuletzt 142V; die Marginalien beginnen oft mit einem Kreuzchen (+). (Die Kreuze finden sich als Verweiszeichen an der betreffenden Textstelle wieder; der Gelehrte kontrolliert den Text mit großer Sorgfalt.)

Den vom Hauptschreiber f. 1 oben für eine Auszeichnung mit Zierwerk ausgesparten Werktitel hat eine Hand des 16./17. Jh. in schwarzer Tinte nachgetragen: σιμπλικίου εἰς τὰς τοῦ ἀριστοτέλους κατηγορίας.

Von jüngeren (wohl Kloster-) Händen des 17.–18. Jh. textfremde scriptiunculae z. B. ff. II, 16, 51, 72V, 73, 128, 146V, 147: meist Anfänge von liturgischen Hymnen, z. B. mehrfach (in unorthographischer und abgekürzter Weise) ἀπόστολοι ἐκ περάτων συναθροισθέντες ἐνθάδε γεθσημανῆ τὸ χωρίον, = (Identif.) [wird vervollständigt]

Einband

Modern, beige-graues Leinen, mit Papierspiegeln und je einem Vorsatzblatt = I, I'; sicher nach 1882 (vgl. Prov.) in Athen gefertigt. Der Buchbinder hat die schon bleistiftfoliierten zwei äußeren Bifolien der vierten Lage vertauscht und wahrscheinlich auch 17 leere Bll. am Schluss der Hs. (vgl. Erhaltungszustand) entnommen. Leichte Reparaturen im Textblock.

Erhaltungszustand

Die Hs. ist z. T. (wasser)fleckig und abgegriffen; schwärzliche Schmutzspuren (z. B. f. 2), wie sie intensiver bei Druckvorlagen üblich sind. Aus einem unorthographischen Eintrag am oberen Rand des letzten Textverso (f. 146V) geht hervor, daß die Hs. am Schluss ursprünglich noch 17 unbeschriebene Blätter, also sicherlich das 6. Blatt der heute letzten Lage sowie zwei weitere Quaternionen, aufwies: +Βιβ͵ βἡβλἡω ἐχή φιλ͵ γρ με(?) ρμϛ, καὶ ἀγρ͵ φʹ ἐχἡ ιζ.

Geschichte

Datierung

15. Jh. etwa 3. Viertel

Provenienz

Dousikou-Kloster in Thessalien, vgl. f. 146 unterhalb des Textendes: +βιβλίων (sic) τῆς σεβασμίας μονῆς, τοῦ μεγάλου σωτήρος· τῶν μεγάλων πυλῶν:~ (Hand ca. 16. Jh. Ende). Darunter von jüngerer Hand (ca. 17.–18. Jh.): τῆς κοινῶς δουσίκου ἐπονομαζομένης. Die Hss. des in der Mitte des 16. Jhs. gegründeten Klosters kamen nach dem Anschluß Thessaliens im Jahre 1882 nach Athen (vgl. Demetrakopoulos, S. 74–77 und Pin. 27–29). Der Athen. EBE 1068 und andere peloponnesische Hss. gelangten vielleicht über Kerkyra ins Dousikou-Kloster (vgl. Demetrakopoulos, S. 77 sqq.).

Ältere Nummer auf dem Sp. oben links mit Bleistift: 7–3.

Bibliographie

Kat.

  • Sakkelion, 1892 = I. und A. I. Sakkelion, Κατάλογος τῶν χειρογράφων τῆς Ἐθνικῆς Βιβλιοθήκης τῆς Ἑλλάδος, Athen 1892 (περὶ φθίνουσαν τὴν ιʹ ἑκατονταετηρίδα γεγραμμένον).

Kod.

  • Tselikas, Λακεδαιμ. βιβλιογράφοι, 1983 = A. Tselikas, Λακεδαιμόνιοι βιβλιογράφοι τοῦ 15ου αἰ. (Συμβολὴ στὴν ἔρευνα τοῦ ἔργου τους), in: Πρακτικὰ Αʹ Τοπικοῦ Συνεδρίου Λακωνικῶν Μελετῶν (Μολάοι 5–7 Ἰουνίου 1982), Athen 1983, 281–288, wiederabgedruckt in A. Tselikas, Themata Ellenikes Palaiographias, Athen 2004, S. 173–182, dort S. 175, 176.
  • Demetrakopoulos, 1991–92 = Ph. Demetrakopoulos, Ἀπὸ τὸ χειρόγραφο στὸ ἔντυπο βιβλίο. Οἱ περιπτώσεις δύο λογίων στὸν ἑλλαδικὸ χώρο, in Δίπτυχα Ἑταιρείας Βυζαντινῶν καὶ Μεταβυζαντινῶν Μελετῶν 5, Athen 1991–92, S. 59–86 und Pin. 1–29, dort S. 69, 77, sowie Pin. 12–13.

Text.

  • C. Kalbfleisch, ed. Simplicii in Aristotelis Categorias commentarium, CAG VIII, Berlin 1907, S. XIII–XIV (Sigel T. "specimina dederunt C. F. Kinch et Ioannes Schrader nunc professor Aenipontanus. hunc codicem cum APCJPW artissime cohaerere supra (p. X sqq.) vidimus. hic ex ea parte ubi C [= Genuensis 40] non est collatus haec addo [folgen Stichproben]. intimam esse cum Parisino W [= Par. gr. 2188] cognationem ex his locis intellegitur" [folgen 4 Varianten]).

Faks.

  • Demetrakopoulos, Pin. 12 (f. 1) und 13 (f. 146V).

Quelle

  • Harlfinger, April 2009 (Autopsie zuletzt Dez. 2006).