Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Athen. EBE 1115

Nachweis: Griechenland, Athen, Ἐθνικὴ Βιβλιοθήκη τῆς Ἑλλάδος, Athen. EBE 1115
Datierung:

14. Jh. E. (außer ff. 16, 31 oberer Teil: 19. Jh.)

Beschreibstoff: Papier
Format: 208 × 143 mm
Folienzahl: ff. IX, 142 (+ 23 a, – 1, 79, 92–94)

Inhalt

  • (f. 2 R2V [pp. a–b]) Einleitung zu Nikomachos von Gerasa, Introductio arithmetica (vgl. Par. 2372, ff. 5456), inc. mutile ὁ ε τὸν δέκα καὶ τὰ β τὸν ϛ, des. τὸ φιλοσοφεῖν ἄρα διὰ τῶν μαθημάτων.
  • (ff. 368V [pp. 1–134]) Nikomachos von Gerasa, Introductio arithmetica (ed. R. Hoche, Leipzig 1866)
  • (ff. 6970V [pp. 135–138]) Mathematische Definitionen: 1. inc. μέρος λέγεται ἀριθμὸς ἀριθμοῦ, ὅταν καταμετρεῖ αὐτὸν ἀπαρτίζοντος, des. ἐννεάτρεις καὶ δέκατα. 2. Definitionen von μονάς bis δεκάς, inc. μονὰς ἀρχὴ μέν ἐστιν ἀριθμου, des. εἰς αὐτὸν γὰρ πάντες συντίθενται. Danach Menander, Monosticha 146 und 115 Jaekel.
  • (ff. 7175 [pp. 139–147]) Προλεγόμενα τῆς γεωμετρίας, inc. ἑπτὰ εἴδη εἰσὶ τῶν τριγώνων, des. καθ᾿ ἑαυτὴν ἀπέραντός ἐστιν.
  • (ff. 75V91V [pp. 148–178]) Mu.
    Lücke: 3, 393 b 9 πρός τε[ … ]πάχνη δὲ 4, 394 a 25 (= Verlust von 1 Bl. nach f. 78).
  • (ff. 95116V [pp. 179–222]) Ps.-Plutarch, De placitis philosophorum (Exzerpt).
  • (f. 117RV [pp. 223–224]) Philon, De vita Mosis I 114–118 (edd. L. Cohn–P. Wendland, Bd. 4, Berlin 1902, S. 146, 14 Αἴγυπτον – 147, 15 κατασκῆψαι.
  • (ff.117V141V [pp. 224–272]) Symeon Seth, Σύνοψις τῶν φυσικῶν I–IV (ed. A. Delatte, Anecd. Athen. II, Liège–Paris 1939, S. 17–81).
  • (ff.141V142V [pp. 272–274]) Vier weitere Kapitel: 1. περὶ ψυχῆς· οὐ τοῦ αὐτοῦ, ἀλλ᾿ ἑτέρου τινός, inc. ἰστέον ὅτι ἡ ψυχὴ νῦν μὲν ἐν τῷ σαρκίῳ οὖσα, des. καὶ χρηστότητας καὶ τῆς ἀγάπης. 2. inc. τῷ δὲ ἐπιθυμιτικῷ πάθη ταῦτα, des. καὶ υἱοθεσίας ἐπιτυχία. 3. inc. πόσαι εἰσὶν αἱ δυνάμεις τῆς ψυχῆς, des. μέτρον προβάλλεται. 4. περὶ τῶν ὀκτὼ λογισμῶν, inc. πρῶτος ὁ τῆς γαστριμαργίας, des. ἡμεῖς ποιοῦμεν εἰδέναι τὰ καθ᾿ ἡμᾶς.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 215, 1723, 24/30, 40/45, 7178: Bogen, entfernt ähnlich Br. 790 (Pisa 1387, mit Varianten Paris 1390 und Augsburg 1393), sehr ähnlich M.–T. 432 (belegt für 1380–1395).
  • ff. 27/28: Ochsenkopf mit Stange und Stern, entfernt ähnlich Br. 14632 (Mantua 1389, mit Variante Treviso 1389), entfernt ähnlich M.–T. 1381 (Krakau 1390), = Pi. II, VI 200 (Oft. Mark, Barcelona 1389–1395, Provenienz Oberitalien).
  • ff. 3138, 5570: Basilisk, Br. ohne Beleg, entfernt ähnlich M.–T. 1069 (Belgrad und München 1390–1400).
  • ff. 42/43, 4754: Vogel, = Br. 12080, M.–T. 6666 (Venedig 1398).
  • ff. 8086: Halbmond mit Stange und Stern, sehr ähnlich Br. 5224 (Brescia 1388), sehr ähnlich M.–T. 3405 (Ljubljana 1388–1393).
  • ff. 8791, 137/140: Buchstabe R mit Kreuz, sehr ähnlich Br. 8945 (Troyes 1393), fast identisch M.–T. 5563 (Zadar 1397).
  • ff. 95134, 135/142: Kreis mit durchgehender Stange und Stern auf jeder Seite, fast identisch Br. 3116, M.–T. 1893 (St. Gallen? 1398), sehr ähnlich Ha., cercle 32 (belegt für 1403).

Format

208 × 143 mm

Folienzahl

ff. IX, 142 (+ 23 a, – 1, 79, 92–94)

Foliierung

Zusätzlich zur Foliierung (unten rechts) auf jeder Seite oben rechts bzw. links eine spätere Paginierung: f. 2RV: a, b; f. 3RV: 1, 2 usw. Die Paginierung nimmt auf die nach der Foliierung eingetretenen Verluste der ff. 79, 9294 keine Rücksicht.

Lagen

1 × 8 - 1 (28, Bl. 1 fehlt mit Textverlust), 2 × 8 (23 a), 1 × 6 + 1 (30, Bl. 3 mit Onglet dazugebunden), 6 × 8 (78), 1 × 8 - 1 (86, Bl. 1 fehlt mit Textverlust), 1 × 8 - 3 (91, Bl. 6–8 fehlen), 6 × 8 (142).

Lagensignierung

Keine Lagensignierung.

Anzahl der Linien

Lin. 24 (ff. 215, 1738), 22–27 (ff. 39142), 27–31 (f. 16)

Kopist

Von einer Hand geschrieben. Titel und Initialen braunrot. ff. 16RV (pp. 27–28), 31RV (pp. 59–60) oben, 55V (p. 108) unten Verluste von später Hand nach der Ausgabe von Fr. Ast, Leipzig 1817, ergänzt.

Ergänzungen zum Textbestand

Zu ff. 368V häufige Marginalscholien, einige Interlinearglossen und Diagramme. Zu Mu. am Rand einige Lemmata und Schreibübungen von anderer Hand; f. 80V (p. 156) Windrose.

Zu ff. 117V141V einige Korrekturen vom Kopisten.

Einband

Braunes Leder auf Papierblättern. Vorderdeckel gelöst, so daß einiges auf diesen Blättern zu entziffern ist (vgl. unten Provenienz); allerdings sind sie durch Fraß und Abrieb stark beschädigt. 7 der 9 Blätter am Anfang gehörten ursprünglich in den Deckel, das 8. und 9. bildeten den Vorsatz. Blindstempel auf Vorder- und Hinterdeckel; Vorderdeckel Pflanzenmotive in den nach innen oval begrenzten Ecken des Mittelfeldes und in einem großen Oval in der Mitte, Hinterdeckel Rollenstempel mit Pflanzenornament, abwechselnd mit menschlichem Kopf. Erhabene Bünde. Fester Rücken. Reste je zweier Lederbändchen an der Längsschnittseite der beiden Deckel.

Geschichte

Datierung

14. Jh. E. (außer ff. 16, 31 oberer Teil: 19. Jh.)

Provenienz

Der erste Besitzer der Handschrift, von dem wir wissen, war ein Demetrios (nach dem Duktus 15. Jh. E.), der f. 91V (p. 178) vermerkt hat: + πολλὰ παλαιολόγων ἐδαΐζετο πλήθεα βίβλων | ἥδε δὲ καὶ μούνη ἔδρα λεηλασίην | ὅφρα πολυκτεάνου δημητρίου ἀθρόας εἴη | ληστείης γε βραχὺ κτῆμα παρηγορίης. Dieser Mann scheint poetisch interessiert gewesen zu sein; von seiner Hand stammen Monosticha Menanders an verschiedenen Stellen der Handschrift, z. B. f. 118V [p. 226] unten; die Monosticha auf f. 70V [p. 138] dagegen sind vom Hauptkopisten geschrieben. Den ersten Vers der Notiz auf f. 91 hat er nach Nonnos Dionys. 1, 18 gebildet, welche Stelle er sich f. 77V (p. 152) oben ausgeschrieben hatte. f. 142V (p. 274) oben lesen wir von seiner Hand die geläufigen Verse τῷ τῇ βίβλῳ (sic) γράψαντι, τῷ κεκτημένῳ | τῷ ἀναγινώσκοντι σὺν προθυμίᾳ | φύλαττε τοὺς τρεῖς ὦ τριὰς τρισολβία. Darunter am Rand eine Zeichnung und mehrere poetische Versuche, bei denen Demetrios unter seine eigenen Verse Monosticha Menanders gemischt hat. Von diesem Demetrios dürften wohl auch die unbeholfenen arabischen Schriftzeichen (Schreibübung mit den Buchstaben des Alphabets) auf f. 69 (p. 135) und f. 90V (p. 176) stammen.

Um 1700 war die Handschrift im Besitz des Andronikos Karyophylles (f. 2: πρὸς τοῖς ἄλλοις καὶ τόδε ἀνδρονίκου καρυοφύλλου υἱοῦ μεγάλου λογοθέτου), dem Sohn des Großlogotheten Ioannes Karyophylles, der im Jahre 1691 seines Amtes enthoben wurde und nach Bukarest ging (vgl. N. A. Bees, in: Ἐλευθερουδάκη Ἐγκυκλοπαιδικὸν Λεξικόν 7, S. 351 s. v. Καρυοφύλλης). Im 19. Jh. befand sie sich in der Bibliothek der Universität Athen (f. 2 unten Stempel: Ἐθνικὸν Πανεπιστήμιον), die 1837 gegründet worden war, und ab 1866 in der griechischen Nationalbibliothek.

Auf den Vorsatzblättern sind noch mehrere alte Signaturen zu lesen. f. IX: βιβλίον φιλοσοφικὸν γρ 6 καριοφύλλου, daneben von anderer Hand εἰς λαμία 3 (die Signatur 6 auch auf f. 2 oben); f. 2 oben links: 2773, dasselbe oben rechts gestempelt. f. 2 die heutige Signatur 1115, dasselbe auf einem Aufkleber auf f. IX zusammen mit der Schranknummer 5, 6. Die Blattzahl ist f. IX V angegeben (φύλλα 138), die Seitenzahl auf f. 2 unten und f. 142V innen senkrecht: περιέχει ἐν ὅλοις σελίδας 276.

Die Papierblätter, die zur Verstärkung des Einbandes benutzt wurden, enthalten Theologisches, von späteren Händen geschrieben, so unter anderem einen Brief an einen Erzbischof von Athen. f. I V liest man eine Subskription mit der Zeitangabe ἐπὶ ἔτους ζτε ἰν(δικτιῶν)ος ιε [= 1797]. f. VV in Monokondylien: κἀγὼ νικόδημος ἱερομόναχος τάχα καὶ …

Bibliographie

Kat.

  • Io. und A. Sakkelion, Ethn. Bibl., Nr. 1115 („vielleicht 15. Jh. A.‟) .

Text.

  • W. L. Lorimer, ed. Mu., Paris 1933 (an wenigen Stellen benutzt) .
  • Symeon Seth: A. Delatte, Anecd. II, S. 4 (Sigel A, 15. Jh. Bruder von Par. 2372 und verwandt mit Marc. 257 ) .

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 12 (Reinsch, Autopsie Oktober 1968).