Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Haun. Fabr. 60

Nachweis: Dänemark, Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Haun Fabr. 60–4o
Datierung:

15. Jh. E.

Beschreibstoff: Papier
Format: 202 × 140 mm
Folienzahl: ff. III, 165 (+38 a), III'

Inhalt

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 124: Krone im Kreis I, ähnlich Br. 4862 (Rom 1483–1484, mit Varianten Udine, Venedig, Fabriano 1494–1498), Pi. ohne Beleg.
  • ff. 2532, 4346: Fünfblättrige Blume mit Stiel, entfernt ähnlich Br. 6443 (Rom 1498, mit Varianten Neapel, Rom 1502–1518).
  • ff. 3339, 41/48, 141/142, 145/146, 158165: Sirene im Kreis, ähnlich Br. 13880 (Neapel 1480–1497).
  • ff. 50139: Krone im Kreis II, fast identisch Br. 4862 (Rom 1483–1484, mit Varianten Udine, Venedig, Fabriano 1494–1498), Pi. ohne Beleg.
  • ff. 144/147, 149/152, 154/157: Löwe im Schild, fast identisch Br. 1942 (Siena 1498, mit Varianten 1497–1502).

Format

202 × 140 mm

Folienzahl

ff. III, 165 (+38 a), III'

Lagen

5 × 8 (39), 10 × 10 (139), 2 × 4 (147), 1 × 6 (153), 1 × 4 (157), 1 × 8 (165). Beim Einbinden sind die ff. 140157 in Unordnung geraten. Ursprünglich bestand dieser Teil des Ms. aus 3 Ternionen, die folgendermaßen wiederherzustellen sind: Lage 16 (ff. 140, 141, 145, 146, 142, 143). 17 (ff. 144, 154157, 147). 18 (ff. 148153).

Griechische Kustoden

Die teilweise erhaltenen griechischen Kustoden setzen für jeden der ursprünglichen vier Teile des Ms. (vgl. unten Entstehung) neu ein. Auf dem ersten Recto unten rechts ff. 132 (〈α〉, β, γ, 〈δ〉), ff. 50139 (〈α〉–θ); nachträglich auf dem letzten Verso unten Mitte mit roter Tinte wiederholt ff. 50 bis 139 (Zählung ohne ϛ, also α–ι); auf dem letzten Verso unten Mitte ff. 3349 (α, 〈β〉), ff. 140165 (hier nur α f. 143, β f. 147; irrtümlich auch β f. 153).

Anzahl der Linien

Lin. 22 (ff. 149, 140164), 25 (ff. 50139)

Kopist

A. ff. 130, 140164?: 〈Demetrios Chalkondyles〉 (Harlfinger).

B. ff. 3349V.

C. ff. 50139V: 〈Librarius Florentinus〉 (Harlfinger), von P. Canart als Demetrios Damilas identifiziert. Die Überschriften der ff. 149 stammen von demselben Rubricator.

Ergänzungen zum Textbestand

Mehrere spätere Korrekturen und Varianten am Rand zu Phgn.

Einband

Fester Lederrücken mit drei Doppel- und zwei einfachen Bünden. Kapitale an Kopf und Schwanz. Überstehende Pappdeckel mit Papier überzogen. Auf den Deckeln rechteckiger Rahmen aus doppelten Fileten; in der Mitte des inneren Feldes in einem Kreis die Buchstaben Alex Pac (als Alexander Paccius von R. Förster, De Arist. q. f. Physiognomonicis recensendis, Kiel 1882, S. 6 gedeutet), darum zerstreut kleine Stempel (Lilien und Zickzackmotiv). Als Schließen ein Schnürchen am Ober- und Unterschnitt, zwei am Längsschnitt (italienische Technik). Wasserzeichen f. III, II'III': Leiter im Schild mit Stern, ähnlich Br. 59265927 (vorwiegend Italien 1524–1571).

Geschichte

Datierung

15. Jh. E.

Entstehung

Es lassen sich vier Teile unterscheiden: A (ff. 132), B (ff. 3349), C (ff. 50139), D (ff. 140165). Jeweils unterschiedliche Kustoden (vgl. oben Lagen) und Liniierung (A: ähnlich Lake I, 7 a. B: ähnlich Lake I, 26 a. C: = Lake I, 2 b. D: ähnlich Lake I, 29 a). Teilweise andere Papiersorten (vgl. oben Wasserzeichen). Diese Teile sind jedoch wahrscheinlich in demselben Scriptorium und in derselben Zeit entstanden.

Provenienz

Das Ms. gehörte dem Alexander Paccius aus Florenz (vgl. oben Einband), gest. zwischen 1532-1536 (vgl. I. Th. Buhle, Arist., I, 1791, S. 258). War später im Besitz des Elias Putschius (gest. 1606), dessen Erben es dem J. A. Fabricius (gest. 1736) schenkten (vgl. Fabricius, Bibl. gr.3, 1718, lib. II, cap. VII 7, S. 363 est et mihi Coluthi itemque Tryphiodori codex scriptus ante annos circiter trecentos, qui olim fuit Eliae Putschii). Wahrscheinlich war es Fabricius, der die richtige Reihenfolge der ff. 140157 durch Querverweise wiederherstellte. Im J. 1770 kam das Ms. in die Universitätsbibliothek Kopenhagen, 1938 in die königliche Bibliothek.

Bibliographie

Kat.

  • Ch. Graux, Mss. Copenhague, 1880.
  • Wartelle, Nr. 416.

Kod.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 410, 417.

Text.

  • M. B. Thorlacius, De opusculo Arist. περὶ θαυμασίων ἀκουσμάτων et de codice eiusdem quem servat bibliotheca Universitatis Hafniensis, Kopenhagen 1817.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 210–211 (2. Familie, Überlieferungsarm a, repräsentiert durch die Laur. 86, 3 und 60, 19, auf die der Havn. und der Ambr. C 4 sup. zurückgehen. Keine inhaltliche Übereinstimmung der beiden Familien für die ersten 31 Kap.; erst ab Kap. 32 überliefern beide Familien denselben Text) .
  • D. Harlfinger, Verbreitung Mir., S. 65 (aus derselben Vorlage geflossen wie Ambr. C 4 sup. Diese Vorlage wurde entweder aus den beiden Laur. 60, 19 und 86, 3 kontaminiert oder sie geht mit Laur. 60, 19 auf eine gemeinsame Zwischenquelle zurück) .
  • J. Wiesner, Ps.–Aristoteles MXG, S. 385 Anm. 72 (für Mir. stammen der Havn. und der Ambr. C 4 sup. aus einer dem Laur. 60, 19 ähnlichen, aber von ihm abweichenden Vorlage) .
  • J. Wiesner, Umstellungen Mir., (im Druck) (wie oben) .
  • R. Förster, Script. Physiogn., 1893, S. XXXIX–XL (Sigel H) .
  • R. Förster, Codd. Phgn., S. 5, 12, 17, 18 sqq. (Sigel H. Bildet eine Klasse mit DLF [= Marc. 263, Harl. 5635, Ambr. C 4 sup.], innerhalb deren FH als Brüder eng zusammengehören, vgl. Stemma S. 24) .
  • D. Harlfinger–D. Reinsch, Aristotelica Par. 1741, S. 49 (bildet mit Ambr. C 4 sup., Marc. 263, Harl. 5635 und Leid. Voss. Q 51 einen Überlieferungszweig) .
  • Philostratos: ed. C. L. Kayser, Leipzig II, 1871, S. IX (erste Familie, Sigel k) .
  • Kolluthos: ed. E. Abel, Berlin 1880 (kollationiert) .
  • ed. G. Weinberger, Leipzig 1896 (S. VII Anm. 3: kollationiert) .
  • Tryphiodoros: ed. G. Weinberger, Leipzig 1896, S. IV–V (der Havn. und der Neap. II F 17 sind prorsus inter se conspirantes, a vitiis quibusdam ceterorum immunes) .

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 390–391, 488 (Moraux, Autopsie August 1966; Wiesner, Ergänzungen).