Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Lips. 24

Nachweis: Deutschland, Leipzig, Universitätsbibliothek, Lips. gr. 24
Datierung:

um J. 1500

Beschreibstoff: Papier
Format: 335 × 230 mm
Folienzahl: ff. 235

Inhalt

  • (ff. 177) EN
  • (ff. 79168V) Pol.
  • (ff. 169178) Oec.
  • (ff. 181235V) Rhet.
  • Leer

    ff. 77V78V, 178V180V.

  • Textgeschichtliches

    U. Victor, der nach Teilkollationen für Oec. eine Abhängigkeit des Lips. von Marc. IV 3 angenommen hatte (vgl. J. Wiesner–U. Victor, Griech. Schreiber, S. 55), ist jetzt auf breiterer Textbasis zu dem Ergebnis gelangt, daß Lips. 24 und Marc. IV 3 auf die gleiche verlorene Vorlage zurückgehen, die ihrerseits eine Abschrift des Neap. III E 3 (325) war.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 1235: Anker im Kreis, ähnlich Br. 465 (Salzburg 1490), ähnlich Wz. im Magd. 1069 (von demselben Kopisten wie der 2. Teil dieser Hs., vgl. unten).

Format

335 × 230 mm

Folienzahl

ff. 235

Lagen

9 × 8 (72), 1 × 6 (78), 12 × 8 (174), 1 × 6 (180), 6 × 8 (228), 1 × 8 - 1 (235, Bl. 8 fehlt).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden von den jeweiligen Kopisten auf dem 1. Recto unten Mitte, mehrmals neu einsetzend: ff. 173 (α–1), ff. 79175 (α–ιγ), ff. 181229 (α–ζ).

Anzahl der Linien

Lin. 30

Kopist

A. ff. 177: 〈Aristobulos Apostolides〉.

B. ff. 79235V: 〈Manuel Gregoropulos〉. Beide Teile gleichzeitig und in derselben Ausstattung: dasselbe glatte Papier, dasselbe Liniierungssystem mit den auffälligen breiten Rändern an der Längs- und Unterseite, derselbe Schriftspiegel, dieselben Schmuckleisten und Initialen. Buchüberschriften fehlen im Teil des Aristobulos außer am Beginn; bei Manuel regelmäßig in Rot ausgeführt.

Ergänzungen zum Textbestand

Einige Varianten und Korrekturen zu den Traktaten, meist von den jeweiligen Kopisten.

Einband

Italienischer Einband der Renaissance, neu gebunden: alte Holzdeckel mit Lederüberzug, dessen Prägung in die Anfangszeit des Golddrucks in Europa fällt. Größe des Deckels der des Buchblocks gleich. Originalkanten gekehlt. Neuer Lederrücken: fester Rücken mit drei erhabenen Bünden; Kanten im restaurierten Teil rechtwinklig glatt. Auf dem Hinterdeckel oben Mitte Spuren, daß die Hs. an der Kette gelegen hat (vgl. Provenienz). Die Prägung des Vorder- und Hinterdeckels zeigt fünf konzentrische Rechtecke, getrennt durch jeweils vier Fileten. In den vier äußeren Rechteckstreifen von außen nach innen: Einzelstempel–Flechtmuster–Leerstreifen–Flechtmuster. Das Zentralfeld enthält im Kopf- und Unterteil je ein von vier Fileten gebildetes, auf der Spitze stehendes Quadrat mit Flechtwerkfüllung; zwischen den Quadraten in der Feldmitte ein Bandmuster typisch italienischer Art.

Geschichte

Datierung

um J. 1500

Provenienz

Die Person der Kopisten weist auf ein kretisches Scriptorium (vgl. auch die Bemerkung zur Papiersorte bei Briquet, I, S. 40: „probablement d’origine vénitienne‟, was bei der damals bestehenden Herrschaft Venedigs über Kreta diese Provenienz der Hs. stützen würde). Eine Entstehung kurz vor oder um das J. 1500 ergibt sich aus den oben skizzierten Abhängigkeitsverhältnissen: Neap. III E 3 (325) ist laut Subskription im J. 1493, der gemellus des Lips., Marc. IV 3, im Jahre darauf geschrieben worden. Die Wanderung der Hs. nach Deutschland im einzelnen unbekannt; auf dem gleichen Wege dürfte jedoch der ebenfalls kretische, von der Hand des 〈Manuel Gregoropulos〉 stammende Lips. 26, auf dessen gleiche Ausstattung Gardthausen (vgl. Bibliographie) hingewiesen hat, nach Leipzig gelangt sein. Im Katalog Fellers von 1686 (vgl. die Ausführungen zum Lips. 16, Rubrik Provenienz) auf S. 320 aufgeführt: „No. 1: Aristotelis libri Nicomachicorum, sive Ethicorum. Politicorum. Oeconomicorum. Rhetoricorum‟. Unsere Hs. gehörte also zur alten Paulina wie der Lips. 16 und trägt wie dieser die Spuren der Kette auf dem Hinterdeckel. Frühere Signatur in der Paulina: 1335; die heutige Nummer stammt von Gardthausen (vgl. wieder oben zum Lips. 16).

Bibliographie

Kat.

  • V. Gardthausen, Hss. Univ.-Bibl. Leipzig, S. 31–32.

Kod.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 75, 408, 412.
  • J. Wiesner–U. Victor, Griech. Schreiber, S. 52, 55.

Text.

  • A. Stahr, ed. Pol., 1839, S. XXVI (Nähe zur Aldina, jedoch einige Abweichungen) .
  • F. Susemihl, ed. Pol., 31882, S. V (Sigel Ls. Gehört zur Vulgata der 2. Familie Π2, die Susemihl Π3 nennt. Bildet eine Gruppe mit Par. 1857, 2025 und Marc. 200, 213, IV 3. Lesarten von Ls auf S. VI–VIII, XI, XIV) .
  • F. Susemihl–R. D. Hicks, ed. Pol., 1894, S. 3–5 (Sigel LS. Eng verwandt mit Marc. IV 3; beide Hss. der Aldina und Reg. 125 nahestehend) .
  • O. Immisch, ed. Pol., 1909, S. XXX und 1929, S. XXXII (nur kurz erwähnt) .
  • J. Aubonnet, ed. Pol., 1960, S. CCII (nur kurz erwähnt) .
  • A. Dreizehnter, Textgeschichte Pol., 1962, S. 67, 68 (nur erwähnt) .
  • A. Dreizehnter, ed. Pol., 1970, S. XXV (Sigel Lips.) .
  • F. Susemihl, ed. Oec., 1887, S. XXIII–XXIV, XXVII (Sigel LS. Gehört zur Familie Πb; eng verwandt mit Marc. IV 3, beide Hss. Par. 1857 nahestehend) .
  • B. A. Van Groningen, Le second livre …, 1933, S. 13 (nur erwähnt) .
  • B. A. Van Groningen–A. Wartelle, edd. Oec., 1968, S. XIV (nur erwähnt) .
  • R. Kassel, Textgeschichte Rhet., 1971, S. 6, 27 (direkte Abhängigkeit von Pal. 23. Vgl. Stemma S. 30) .

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 410–411 (Wiesner, Autopsie August 1966).