Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Lond. Add. 6790

Nachweis: Vereinigtes Königreich, London, British Library, Additional Mss., Lond. Add. 06790
Datierung:

15. Jh. 2. H.

Beschreibstoff: Pergament
Format: 230 × 142 mm
Folienzahl: ff. 134

Inhalt

  • (ff. 3134) EN.
  • Leer

    ff. 1, 2.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament

Format

230 × 142 mm

Folienzahl

ff. 134

Lagen

FHHF.

1 × 2 (2), 13 × 10 (132), 1 × 2 (134). Lagensignierung auf dem 1. Recto unten Mitte mit römischen Ziffern von f. 3 (I) bis f. 123 (XIII), in Rot vom Kopisten.

Anzahl der Linien

Lin. 26

Kopist

Eine westliche Hand: Anonymus 28 bei Harlfinger (Harlfinger). In Karminrot Titel, Initialen, Telosformel und die Lesarten. Die sonstigen Marginalien des Kopisten in Texttinte, mit zwei oder drei waagerechten rotbraunen Punkten gekennzeichnet; dagegen die Marginalien der späteren Hand mit zwei senkrechten Punkten.

Ergänzungen zum Textbestand

Textergänzungen, Korrekturen und Lesarten vom Kopisten. Einige Varianten und Korrekturen auch von späterer Hand, zuerst f. 3 (zur Kennzeichnung vgl. unter Kopist).

Einband

Italienischer Einband aus der 2. Hälfte des 16. Jh. Der feste, gerade, glatte Rücken ist erneuert. Holzdeckel mit braunem geprägtem Leder, an allen drei Seiten größer als der Buchblock (mm 240 × 150). Glatte Kanten. Goldschnitt. Am Längsschnitt zwei noch intakte Schließen, von vorn (Lederbänder) nach hinten (Metallösen) einzuhängen. Deckelmuster in Blindprägung: Sechs konzentrische Rechtecke, das äußerste von vier Fileten, das innerste von zwei, die dazwischen befindlichen von je drei Fileten gebildet. Das Zentralrechteck enthält ein kreisförmiges, mit Flechtmuster ausgefülltes Ornamentfeld. Bei den an das Zentralfeld anschließenden fünf Rechteckstreifen wechseln von innen nach außen jeweils ein Leerstreifen (1, 3, 5) und ein Ornamentstreifen (2, 4) ab: dabei weist der nächst dem Zentralfeld gelegene Streifen, der an den Seiten schmal, an Kopf- und Unterseite breit gehalten ist, Flechtmuster von drei Stempeln auf, der weiter außen folgende Streifen wellenförmig verlaufendes Blattmuster von zwei Stempeln.

Befestigung von Deckel und Buchblock: Heftung ohne Bünde, Befestigung der Bindefäden grob auf der Innenseite des Deckels. Im Vorsatz je ein fliegendes Blatt.

W. H. J. Weale (vgl. unten Bibliographie: Kod.) datiert den Einband auf ca. 1470.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 2. H.

Provenienz

Vorbesitzer (entsprechend dem bekannten Weg der Pellicier-Hss., vgl. R. Foerster, Hss. Pellicier, passim; W. Studemund–L. Cohn, Gr. Hss. Berlin, Praefatio, S. I–XXXVI): (1) Guillaume Pellicier (Namenszug f. 1V oben).

(2) Claude Naulot (dessen häufiger dreisprachiger Possessionsvermerk in unserem Ms. fehlend).

(3) Bibliothek des Jesuitenkollegs von Clermont (f. 3 oben: „CCC. Colleg. Clarom. Paris. Soc. Jesu‟). Nach der Aufhebung des Jesuitenordens (vgl. den Vermerk f. 3 senkrecht am Innenrand: „Paraphé au désir de l’arrest du 5 juillet 1763. Mesnil‟)

(4) Gerard Meerman, der die Hss. von Pellicier 1824 in Holland versteigert. Von hier gelangten 7 Hss. 1825 in die Additional Collection (Liste bei Omont, Notes Mss. Brit. Mus., S. 326 s. v. Clermont. Vgl. die Kaufnotiz auf dem Vorsatzblatt unserer Hs.).

Frühere Signaturen: Clermont 248, Meerman 292 (diese Signatur f. 134V). Unsere Hs. entspricht keiner Pellicier-Nummer. In der Signaturenkonkordanz von Studemund–Cohn S. XXII unter Clermont 248 ist die Hs. nach dem EN-Ms. Pellicier 94, heute New Haven Phillipps 6764 aufgeführt. Omont, Mss. Pelicier, S. 73 bezieht zwar die Angabe im Katalog der Pellicier-Hss. unter Nr. 94 Ἀριστοτέλους ἠθικὰ Νικομάχεια μεμβρανόγραφα auf unsere Hs., doch trifft die Einordnung Cohns zu. Denn seine Abfolge Pellicier 92, 93, 94 = Clermont 245, 246, 247 = Phill. 1507, 1508, 6764 bietet gleiche Reihenfolge für die Pellicier- und Clermont-Nr. und Übereinstimmung zwischen den Angaben des Pellicier-Katalogs und den Hss.-Inhalten, während Omont Pellicier 92, 93, 94 = Clermont 246, 247, 248 = Phill. 1508, 6764, London Addit. 6790 gleichsetzt, dabei aber zu Diskrepanzen zwischen den Pellicier-Katalog-Angaben und dem Inhalt der Hss. gelangt: z. B. enthält Pellicier 92 Tierschriften und kleine Schriften, in dem von Omont damit geglichenen Phill. 1508 stehen aber Problemata und EN.

Auf f. 2V griechischlateinischer Pinax von der Hand des Jakob Sirmond, Jesuit des Kollegs von Clermont. Darüber: „Sn̊ 58‟. „129‟. „77‟. Vor „Sn 58‟ ist ein Teil der oberen Hälfte von f. 2 abgerissen, so daß vielleicht noch anderes voraufging.

Reproduktionen und Digitalisate

Bibliographie

Kat.

  • Index Additional Mss. 1783–1835, S. 14.
  • M. Richard, Inventaire Mss. Brit. Mus., S. 6.
  • Wartelle, Nr. 843.

Kod.

  • H. Omont, Mss. Pelicier, S. 73.
  • H. Omont, Catalogues des mss. grecs de Fontainebleau, Paris 1889, S. 407.
  • E. M. Thompson, Cat. Class. Mss., in: Class. Rev. 3, 1889, S. 441 Nr. 123.
  • W. Studemund–L. Cohn, Gr. Hss. Berlin, S. XXII.
  • W. H. J. Weale, Early stamped bookbindings in the British Museum, Descriptions of 385 blind-stamped bindings of the XIIth–XVth centuries in the Departments of manuscripts and printed books, London 1922, S. 28–29 Nr. 71.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 419.

Text.

  • J. A. Stewart, English Mss. EN, passim (Sigel B2. In der Zugehörigkeit der einzelnen Bücher zu den Rezensionen und im Text Nähe zu Addit. 14080. Der von Lb [= Par. 1854] ausgehenden Rezension folgen prinzipiell die Bücher I, III, IV, VI, X, der von Kb [= Laur. 81, 11] die Bücher II, VII, IX. Für die Bücher II, VI, X gehört die Hs. in dieselbe Gruppe wie Oxon. CCC 112 und die Aldina) .
  • R. A. Gauthier–J. Y. Jolif, L’ Ethique à Nicomaque, I, 1958, S. 92* (unter Sigel B2 nur erwähnt) .
  • R. A. Gauthier–J. Y. Jolif, I, 21970, S. 306, 312.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 447-449 (Wiesner, Autopsie Dezember 1966 (mit Ergänzungen)).