Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Lond. Harl. 5599

Nachweis: Vereinigtes Königreich, London, British Library, Harley Mss., Lond. Harl. 5599
Datierung:

15. Jh. 2. H. (ff. 1209), 15. Jh. E. (ff. 211218V)

Beschreibstoff: Papier
Format: 337 × 227 (ff. 1210), mm 317 × 215 (ff. 211218)
Folienzahl: ff. 218

Inhalt

  • Organon:
  • (ff. 19V) Porphyrios, Isagoge. Unmittelbar anschließend (ff. 9V10) Schemata zur Einteilung der πράγματα.
  • (ff. 1125V) Cat.
  • (ff. 2635) Int.
  • (ff. 3592) Anal. Pr.
  • (ff. 92126) Anal. Post.
  • (ff. 126191) Top.
  • (ff. 191209) Soph. El.
  • (ff. 211215V) Cat. ab 10, 12 b 10 …] ὡς κατάφαση.
  • (ff. 216218V) Int. bis 8, 18 a 15 οὐ πᾶς […

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 1210: Gekreuzte Pfeile, ähnlich Br. 6270 (Venedig 1457–1459).
  • ff. 211218: Dreiberg mit Kreuz, ähnlich Br. 11747 (Padua 1490).

Format

337 × 227 (ff. 1210), mm 317 × 215 (ff. 211218)

Folienzahl

ff. 218

Foliierung

Im zweiten Teil der Hs. Separatzählung neben der durchlaufenden Foliierung: ff. 211218 = ff. 18.

Lagen

21 × 10 (210), 1 × 8 (218).

Lagensignierung

Auf ff. 1210 griechische Kustoden vom Kopisten auf dem letzten Verso unten Mitte von ff. 10V 〈α〉, 20V (β) bis f. 200V (κ).

Reklamanten

Senkrechte Reklamanten auf dem letzten Verso unten rechts von ff. 30V bis 200V. Spätere lateinische Buchstabenzählung unter Beifügung der westlichen Ziffern 1–5 auf dem 1.–5. Recto unten rechts von ff. 15 (a 1–5) bis ff. 201205 (x 1–5). Auf ff. 211218 nur kurze Reklamanten waagerecht auf ff. 212V, 214V, 216V.

Anzahl der Linien

Lin. 30 (ff. 1209), 25 (ff. 211218)

Kopist

Zwei Kopisten in zwei kodikologisch unterschiedlichen (Papier, Format, Liniierungssystem, Schriftspiegel) Teilen:

A. ff. 1209: Alphonsos Athenaios. f. 209 unten kryptographische Subskription mit roter Tinte: ῎θοφλνωλω ᾿θαβνθοϙ͂λω, ἔζπιθτεν (= Ἄλφονσος Ἀθηναῖος, ἔγραψεν). Dieselbe Subskription in der Galenhandschrift Par. 2161, f. 158 (vgl. E. Legrand, Bibliographie hellénique, III, Paris 1903, S. 118). Alphonsos, Lateiner aus Athen, gehörte zum Ordo Patrum Praedicatorum; als festes Datum ist 1473 bekannt, da die datierten unter den von ihm geschriebenen Mss. (vgl. V.-G., S. 14 und J. Wiesner–U. Victor, Griech. Schreiber, S. 52) aus diesem Jahr stammen und Francesco Filelfo im selben Jahr Empfehlungsbriefe für einen Aufenthalt des Alphonsos in Venedig verfaßte, die die einzige Quelle für dessen Vita sind (abgedruckt bei Legrand, S. 120–122). Schmuckleiste (nur f. 1), Titel, Initialen und Kapitelüberschriften mit karminroter Tinte.

B. ff. 211218V. Im Gegensatz zu A schmucklos: Titel, Initialen (soweit nicht fehlend) und Kapitelüberschriften in der grauen Texttinte.

Ergänzungen zum Textbestand

Korrekturen und Ergänzungen zu den Texten ff. 1209 teils vom Kopisten (braunschwarz), teils von einer anderen Hand mit dünner schwarzer Schrift. Leer: ff. 10V, 209V210.

Einband

Modern (1966). Auf den Deckeln das Wappen der Harley-Familie („Virtute et fide‟). Nach f. 218 ein Blatt mit Eintrag „218 folio‟.

Erhaltungszustand

ff. 188210 durchlöchert, ff. 211218 am Rand zerfetzt.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 2. H. (ff. 1209), 15. Jh. E. (ff. 211218V)

Provenienz

Ex libris f. 1 auf dem oberen Rand von einer Hand des 17. Jh.: „Coll. Agen. Societ. Jesu. Catal. Inscrip.‟. Die Hs. gehörte, wie weitere 69 Hss. der Harley collection (Liste bei C. E. Wright, Fontes Harleiani, S. 47–48) der Bibliothek des Kollegs der Jesuiten in Agen (ein anderes Londoner Aristoteles-Ms. aus Agen: Harley 6295, vgl. unten). Über die Hss. der Jesuiten von Agen und ihre vermutliche Herkunft vgl. H. Omont, in: Cabinet historique, 1883, S. 193 sqq., dort S. 298 Anm. 2 zur Harley collection (mir nicht zugänglich) und H. Omont, La bibliothèque de Pedro Gatés chez les Jésuites d’Agen, in: Journal des Savants N. S. 3, 1905, S. 380–384.

Auf f. 210V oben: τελος. βαλεριος ὁ ἀγαθος (nicht mit Nares ὁ δαθος). Vielleicht handelt es sich um einen Eintrag des Kardinals und Bischofs Valerius (Augustinus Valiero) (1530–1606), der ab 1556 für einige Jahre als Lehrer der Philosophie und Erklärer des Aristoteles in Venedig wirkte (vgl. über ihn und seine Schriften Ch. G. Jöcher, IV, Sp. 1413–1415). Humfrey Wanley in seinem Diary erwähnt nichts über die Umstände, wie die Hs. in die Harley collection gelangte. Dort alte Signatur vor 1759: 144 D 1 (f. 1). Im alten Katalog von 1759 (vgl. die bibliotheksgeschichtliche Notiz oben S. 419) in Vol. II, Lage 6 S, Sp. 5 aufgeführt.

Bibliographie

Kat.

  • R. Nares, Cat. Harleian Mss., III, S. 280.

Kod.

  • H. Omont, Notes Mss. Brit. Mus., S. 323, 333.
  • E. M. Thompson, Cat. Class. Mss., in: Class. Rev. 3, 1888, S. 441 Nr. 119.
  • V.-G., S. 14.
  • C. E. Wright, Fontes Harleiani, S. 47.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 425-427 (Wiesner, Autopsie Dezember 1966).