Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Lond. Harl. 6874

Nachweis: Vereinigtes Königreich, London, British Library, Harley Mss., Lond. Harl. 6874
Datierung:

15. Jh. 1. H.

Beschreibstoff: Pergament
Format: 225 × 147 mm
Folienzahl: ff. 12

Inhalt

  • (ff. 110V) Pol. bis I 13, 1260 a 26 τὸ ὀρθοπραγεῖν (Reklamante).
  • (f. 11RV) Pol. IV 15, 1300 a 24 κλήρῳ bis IV 16, 1301 a 12 δημοτικά.
  • (f. 12RV) Pol. V 1, 1302 a 3 φαῦλον bis V 2, 1302 b 31 μεγαρέων.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament

Format

225 × 147 mm

Folienzahl

ff. 12

Lagen

FHHF.

1 × 10 (10), 2 × 1 (12).

Reklamanten

Auf f. 10V unten rechts waagerechte Reklamante vom Kopisten.

Anzahl der Linien

Lin. 30

Kopist

〈Sozomeno da Pistoia〉 (Harlfinger). Über Sozomeno (Zomino), Mitglied des Kreises um Poggio in Florenz und Kanonikus in Pistoia, vgl. die Angaben im Laur. 81, 17, Rubrik Provenienz sowie C. E. Wright, Fontes Harleiani, S. 368 mit der dort angeführten Literatur. Die Hand des 〈Sozomeno〉 konnte noch in folgenden Hss. ermittelt werden: Laur. 69, 25 (ff. 13V, 951) und Harl. 5547; 5587; 5660; 6313; 6510 (ff. 3754).

Titel und die laufende Buchnumerierung auf den Seiten oben Mitte in Weinrot. Auf f. 1 Initiale E blaufarbig mit rotem Rankengeflecht.

Ergänzungen zum Textbestand

Textergänzungen und Varianten vom Kopisten. Spätere Kapitelzählung.

Einband

Neuer Einband (1967): Leinenhalbband mit Lederrücken. Auf den Deckeln in Goldprägung das Harley-Wappen „Virtute et Fide‟. Im Vorsatz je ein Pergamentfolium.

Die Hs war früher mit Harl. lat. 399 (u. a. Aristoteles, Secreta Secretorum, vgl. zum Inhalt den Katalog von R. Nares, I, S. 234) zusammengebunden.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 1. H.

Provenienz

Nach dem Tode Zominos (1458) kam die an die Stadt Pistoia vererbte Bibliothek in die Opera di S. Jacopo; die Fragmente unserer Hs. weisen freilich keinen der üblichen notariellen Einträge auf, die die Hss. dort erhielten (vgl. wieder unter Laur. 81, 17, Rubrik Provenienz). Eine Reihe von Mss. aus dem Zomino-Erbe gelangte über den Handschriftenhändler John Gibson (vgl. über ihn C. E. Wright, Fontes Harleiani, S. 162) in die Harley collection. Das von dem Harley-Bibliothekar Humfrey Wanley (von seiner Hand das Erwerbsdatum unserer Hs. auf f. 1 oben: „22 die Junij, A. D. 1726‟) geführte Diary erlaubt es, den Kaufvorgang im einzelnen zu verfolgen. Gibson erwarb Hss. und Frühdrucke durch namentlich nicht bekannte Agenten, die ab 1720 von Florenz aus operierten (Wright, Diary Humfrey Wanley, II, S. 448). Am 4. 8. 1724 kündigt er Wanley griechische Hss. aus Italien an (Wright, II, S. 301–302), die am 12. 1. 1725 noch nicht eingetroffen sind, obwohl er das Geld seit über einem Jahr in Florenz hinterlegt hat (II, S. 327). Gibson bekommt die Hss. am 19. 2. 1725 (Wright, II, S. 335) und übersendet sie am 22. 2. (II, S. 336). Unter dem Datum des folgenden Tages gibt Wanley eine Liste dieser Hss. (Wright, II, S. 337–341), von denen viele dem Zomino-Erbe entstammen (Wright, I, S. XLVII). Unter Nr. 51 der Wanley-Liste:„Aristotelis Politicorum fragmenta tria, Graecè, folijs 12. Fragmenta varia cujusdam ex Horatij Interpretibus. Fragmentum cujusdam explicantis Tullium de Finibus; unico folio. 4to. membr. man. Ital. minuta. [£ 3. 0 s. 0 d].‟ Eine Einigung zwischen Harley und Gibson über den Kauf der Mss. kommt erst am 22. 6. 1726 zustande (Wright, II, S. 415), und Harl. 6874 trägt daher das Datum dieses Tages.

Alte Signatur vor 1759: 160 C 15. Im Katalog von 1759 (vgl. die bibliotheksgeschichtliche Notiz oben S. 419) in Vol. II, Lage 7 C (sie falsch statt 8 C), Sp. 3 aufgeführt.

Bibliographie

Kat.

  • R. Nares, Cat. Harleian Mss., III, S. 444.

Kod.

  • E. M. Thompson, Cat. Class. Mss., in: Class. Rev. 3, 1889, S. 441 Nr. 128.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 416.
  • J. Wiesner–U. Victor, Griech. Schreiber, S. 65.
  • C. E. & R. Wright, Diary Humfrey Wanley, II, S. 340.
  • C. E. Wright, Fontes Harleiani, S. 162.
  • A. G. Watson, Harley manuscripts (Rezension zu C. E. Wright), in: Journal of the Society of Archivists, Vol. 4 Nr. 7, 1973, S. 603–609, dort S. 609.

Text.

  • W. L. Newman, The Politics of Aristotle, III, Oxford 1902, Appendix A, S. 575–579 (Kollationen von F. G. Kenyon. Gehört zum besseren Typ der 2. Familie und steht dort P2 [= Coisl. 161] und P3 [= Par. 2026] nahe. Weicht weniger von diesen an der Spitze der Familie stehenden Hss. ab als die deteriores. Besondere Nähe zu P3, ohne aber viele falsche Lesarten dieser Hs. aufzuweisen, deren Kopie unser Ms. also nicht sein kann. Die Glossen von Harl. 6874 finden sich teilweise auch in P2 und P3; jedoch sind Glossen, die nur P2, nicht P3 hat, in unserer Hs. nicht vorhanden) .
  • O. Immisch, ed. Pol., 1909, S. XXIX (Ebenfalls Zuordnung zur Vulgata-Familie Π2 und Betonung der Nähe zu P2 und besonders P3 ) .
  • O. Immisch, ed. Pol., 21929, S. XXX–XXXI (wie im Vorigen) .
  • A. Dreizehnter, ed. Pol., 1970, S. XXV.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 441-442 (Wiesner, Autopsie Dezember 1966).