Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Ambr. C 97 sup.

Nachweis: Italien, Mailand, Biblioteca Ambrosiana, Ambr. C 097 sup. (194 Martini–Bassi)
Datierung:

J. 1448

Beschreibstoff: Papier
Format: 298 × 218 mm
Folienzahl: ff. I, 49, III'

Inhalt

  • (ff. 15 RV, 1 RV, 36V, 2 RV, 714V, 1627V) 〈Cat.〉, inc. mutile ...] ὥστε μὴ οὐσῶν 5, 2b5 (Verlust von 3 Bl. zu Beginn des Ms.).
    Lücke: 6, 6a35 λέγεσθαι [...] δὲ δοῦλος 7, 7b7 (= Verlust von 2 Bl. nach f. 2). Ausgelassen (kein mechanischer Verlust) ist 5, 4b4 εἶναι [...] τοῦ δὲ b20 und 9, 11b10 λέγεται [...] περὶ b16. Cap. 15, 15b17–33 befindet sich (f. 20 RV) infolge einer übernommenen Umstellung vor 10, 11b16 (vgl. Laur. 71, 3 und Par. 1973).
  • (ff. 228V) Alternierend mit dem Text von Cat. 〈Ioannes Damaskenos, Dialectica〉, cap. 50–63.
    Lücke: cap. 50, 44 μία οὖσα (S. 115 Kotter) [...]〈π〉ρός τι cap. 51, 2 (S.117 Kotter) (Verlust von Bl. 1 nach f. 2). Der Text der cap. 57 und 63 (beide περὶ τοῦ ἔχειν) weist folgende Anordnung auf: 57, 2–7 ἀνάγεται; 63, 2–16 ἔχεσθαι; 57, 7–10 ὑπόδημα καὶ τὰ ὅμοια; 63, 21 ἀλλ᾿ ἀποροῦσι τινές, πῶς τοῦ ποιεῖν καὶ πάσχειν καὶ τοῦ ἔχειν αἱ αὐται – 23 (vgl. Laur. 71, 3 und Par. 1973).
    Nach cap. 52 des Kommentars des Ioannes (f. 18) eingeschoben 〈Ammonios, In Cat. comm.〉 (CAG IV 4), S. 92, 6–17 διαίρεσιν. Am Rand weitere Scholien und Diagramme, einige Interlinearglossen.
  • (ff. 2930V ) Schemata (Seelenvermögen, Einteilung der Wissenschaften, etc.).
  • (ff. 3148) 〈Ammonios, In Cat. comm.〉 (CAG IV 4), des. τὸ τετράγωνον τοῦτο (vgl. S. 106, 1–7 app. cr.).
    Lücke: S. 63, 16 ὑπόστασιν [...] οὕτως S. 76,17 (=Verlust von 3 Bl. nach f. 43).
    Nach 24, 12 eingeschoben (ff. 35V36) 〈Ioannes Damaskenos, Dialectica〉, cap. 32–36. Am Rand Scholien und Diagramme, einige Interlinearglossen.
  • (ff. 48V49) 〈Int.〉, bis 2, 16b5 οὔτε ψεύδεται.
  • (ff. 48V49V) Alternierend mit dem Text von Int. 〈Michael Psellos, In Int. paraphr.〉, des. imperfecte ἐν ταῖς προτάσεσιν ἔχουσαι (ed. Aldina, Venedig 1503, f. MII, lin. 4).
  • Textgeschichtliches

    Unser Ms. ist engstens verwandt mit Laur. 71, 3 (vgl. oben. Bd. I, S. 223–227, besonders S. 225–226) und Par. 1973 (vgl. unten). Der Text von Cat. weist in diesen Mss. dieselbe Umstellung von 15, 15b17–33 und die Auslassung von 5, 4b4–20 auf. Es folgen dort auf die einzelnen Abschnitte von Cat. jeweils die entsprechenden Erklärungen aus Ammonios und Ioannes Damaskenos. Der Kopist unseres Ms. dagegen ist so vorgegangen, daß er zunächst den Text von Cat. alternierend mit den Erklärungen des Ioannes kopierte und im Anschluß daran den Ammonios-Kommentar ohne den Grundtext. Dabei sind ihm jedoch kleinere Fehler unterlaufen: f. 18 hat im Ioannes-Teil ein Stück aus Ammonios (vgl. dazu Par. 1973, ff. 92V und 93 ) stehenlassen, ff. 35V36 umgekehrt im Ammonios-Kommentar ein Stück aus Ioannes.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 25: Dreiberg mit Stange und Ellipse, Br. ohne Beleg, ähnlich Ha., monts 63 (belegt 1446/ 7 oder 1448/ 9, Provenienz 〈Süditalien〉).
  • ff. 718: Dreiberg mit Kreuz, entfernt ähnlich Br. 11706 (Florenz 1448–1456).
  • ff. 2548: Schere, ähnlich Br. 3661 (Venedig 1438), sehr ähnlich Ha., ciseaux 35 (belegt 1446/ 7).

Format

298 × 218 mm

Folienzahl

ff. I, 49, III'

Lagen

Nicht mit Sicherheit abgrenzbar, da die Folien im Falz z. T. stark zerfressen und neu gebunden worden sind; außerdem sind an einigen Stellen Verluste zu verzeichnen, vgl. unten, Rubrik Inhalt. Heftfaden nach ff. 12, 25, 37, 48. Keine Lagensignierung.

Anzahl der Linien

Lin. 22–28 (ff. 128), 34–41 (ff. 3149)

Kopist

Die ff. 148 des Ms. wurden von dem Priester Antonios, Sohn des Erzpriesters Robert aus Melpignano (Süditalien, Provinz Lecce; gehörte bis vor kurzem zur griechischen Sprachinsel westlich von Otranto, vgl. G. Rohlfs, Nuovi Icavi linguistici nella antica Magna Grecia , Palermo 1972 (Istituto Siciliano di studi bizantini e neoellenici. Quaderni. 7), S. 33, 39, 59) am Mittwoch dem 19. Februar 1448 vollendet, ff. 48V49V wohl etwas später. Subskription (teilweise rot) f. 48: Ἐτελειώθ(η) ἡ παροῦσα δέλτος, τοῦ ἀριστοτ(έ)λ(ους), διὰ πεπονημένης χειρὸς / τοῦ εὐτελοῦς φοιτ(η)τοῦ παπά ἀντων(ίοθ), υἱὸς ἀρχιερέως ῥοβέρτ(ου) τοῦ ἀπ(ὸ) χωρίου / μελεπινίνοθ. συντρεχούσης ἰνδικτ(ιῶνος) ια. ἐν χρόν(ῳ). ἤως ἔτει· ,ςϠνςʹ. ἐν μηνὶ φλευαριω (letztes Wort durchgestrichen) / φεzρουαρίω, εἰς τ(ὴν) ιθʹ ἡμέραν. ἡμερα τετάρτ(ῃ), ὥρα πρώτ(ῃ): θ(εο)ῦ χάριτι τοῦ συγχωρήσαντος :/ τέλος ἀμήν : +τέλος :+ / εἴληφε τέρμα δέλτος ἀριστοτέλους〉 θ(εο)ῦ χάριτι ἀμήν :+. Das Datum enthält eine Fehlangebe, denn der 19. Februar 1448 fiel nicht auf einen Mittwoch, sondern auf einen Montag. Da ein Irrtum im Wochentag nicht sehr wahrscheinlich ist, darf man vermuten, daß entweder das Tagesdatum falsch ist (statt 19. müßte es 21. heißen), oder aber der Kopist hat sich bei Weltjahr und Indiktion geirrt: Dann müßte es statt 6956. Weltjahr und 11. Indiktionsjahr 6957. Weltjahr und 12. Indiktionsjahr heißen; in diesem Jahr (1. Sept. 1448–31. Aug. 1449) fällt der 19. Februar auf einen Mittwoch. Das Abschlußdatum für ff. 148 wäre in diesem Fall der 19. 2. 1449. Der Duktus wechselt stark, vor allem ab f. 31 ganz anders, aber alles von einer Hand.

Die Aristoteles-Zitate im Ammonios-Text, einige Diagramme, Initialen und Teile der Subskription rot.

Einband

Modern. Leder auf Pappe, überstehende Deckel. Echte Bünde. Keine Verzierungen.

Erhaltungszustand

An den Außenrändern stark zerlappt; am Innenrand zum Teil stark zerfressen.

Geschichte

Datierung

J. 1448

Provenienz

Das Ms. kam aus Süditalien im Jahre 1606 in die Bibliothek des Kardinals Federicus Borromaeus, vg. Vermerk auf einem zwischen f. I und f. 1 eingebundenen Zettel von der Hand des Antonius Olgiatus: Praedicamenta Aristotelis / Ammonij Coment. in eadem Praed(icamen)ta / utraque scholiis eruditis illustrata./ codex non ille quidem valde antiquus, / sed valde bonus. 1606 .

f. 1 unten ältere Signatur: N 153. f. I: Ἀμμωνίου εἰς τὰ τοῦ Ἀριστοτέλους mit der heutigen Signatur, f. I V quer 5 Zeilen unleserlich.

Bibliographie

Kat.

  • Ae. Martini–Bassi, I, S. 214 Nr. 194.

Kod.

  • V.–G., S. 38.
  • R. Devreesse, Mss. grecs de l'Italie möeridionale, S. 51–52 Anm. 16.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin, S. 60 Anm. 1.

Text.

  • Th. Waitz, ed. Organon, I, S. 4.

Quelle

  • Reinsch, Autopsie November 1967