Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Ambr. H 50 sup

Nachweis: Italien, Mailand, Biblioteca Ambrosiana, Ambr. H 050 sup. (435 Martini–Bassi)
Datierung:

12. Ende–13. Jh. Anfang

Beschreibstoff: Pergament
Format: 240 × 190 mm
Folienzahl: ff. III, 149 (+ 13a, 16a), I

Inhalt

  • (ff. 1–55) An. (lib. II, f. 17; lib. III: f. 38)
  • (ff. 55–75) Sens.
  • (ff. 75V81V) Mem.
  • (ff. 81V89V) Somn. (ohne eigenen Titel)
  • (ff. 89V96) Insomn. (Gemeinsamer Titel für Insomn. und Div. Somn. im Ms. Ἀριστοτέλους περὶ ἐνυπνίων καὶ τῆς καθ' ὕπνον μαντικῆς)
  • (ff. 9699V) Div. Somn.
  • (ff. 99V110) Mot. An.
  • (ff. 110114V) Long. (Titel im Ms. Ἀριστοτέλους περὶ μακροβιότητος καὶ βραχυβιότητος· καὶ ἀναπνοῆς καὶ ζωῆς καὶ θανάτου)
  • (ff. 114V119) Juv. (Titel im Ms. Ἀριστοτέλους· περὶ νεότητος· καὶ γήρους· καὶ ἀναπνοῆς· καὶ ζωῆς καὶ θανάτου in Auszeichnungsmajuskel)
  • (ff. 119135V) Respir. (ohne eigenen Titel)
  • (ff. 135V149V) Col. mit Scholienkommentar des Michael von Ephesos

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament

Format

240 × 190 mm

Folienzahl

ff. III, 149 (+ 13a, 16a), I

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden von der Hand des Kopisten auf dem ersten Recto unten rechts: f. 9 (Β), 23 (Γ), 31 (Ε), 39 (ΣΤ) 47 (Ζ).

Jüngere Kustoden in arabischen Zahlen auf dem letzten Verso unten Mitte.

Lagensignierung

Blattzählung mit Bleistift unten rechts auf der Seite in arabischen Zahlen von moderner Hand.

Liniierung

Schriftspiegel 165*115mm; Schrift hängt auf der Linie. Zeilenabstand 7mm

Kopist

Manirierte Buchschrift mit starker Betonung der Rundbuchstaben (ε, ο, υ, ω) sowie senkrechter (ι, Γ, ρ, τ) bzw. diagonaler (α, λ, χ) Hasten; ausgreifende Zirkumflexe, einige ungewöhnliche Abkürzungen (z. B. δε / τε mit übergeschriebener Sichel-ε; -ου mit überschriebenem Wellen-υ), wenige Ligaturen. Der Kopist ist wohl identisch mit dem zweiten der beiden Schreiber des Ambr. M 46 sup. (ff. 156–236 Cael.).

Ergänzungen zum Textbestand

Zu allen Texten Marginalien von wechselhafter Frequenz, meist mit unterschiedlichen Verweiszeichen dem Text zugeordnet. In den Scholien zu An. deutliche Anklänge an den Kommentar des Simplikios (s. unten Transkriptionen). Gelegentlich Interlinearien. Schemata zu An. und Mem. Die Auszüge zu Long., Juv. in der Sammelhandschrift Oxon. Bar. 131 gehen wohl auf die Scholien in Ambr. zurück (Wiesner 1981, 134).

Einzelne bemerkenswerte Lesarten zu Col., z. B. f. 141r ad Col. 794a 33–34 γρ(άφεται) καὶ εἰς τ(οὺς) πόρους αὐτῶν τῶν ἀνθῶν εἰσιόντ(ων):– (vgl. Ferrini 1999 mit Kommentar S. 202–203).

f. 5r: Hinweis auf Empedokles-Zitat von westlicher Hand (13. Jh.?)

Geschichte

Datierung

12. Ende–13. Jh. Anfang

Provenienz

Die Handschrift befand sich in der Mitte des 14. Jh.s wohl im Besitz des Georgios von Pelagonia: einige Marginalien (z. B. ff. 2, 52rv) scheinen von der gleichen Hand zu stammen, die in der Komplementärhandschrift Ambr. M 46 sup. von Ioannes Chortasmenos als die des Georgios identifiziert wird (vgl. Prato 1981). Wenn diese Rekonstruktion korrekt ist, waren beide Bände wahrscheinlich zusammen, als Kaiser Theodor Laskaris die Physik im Ambr. M 46 sup. studierte, der sich nach Ausweis eines Monogramms in einem Fragment des alten Einbandes zu dieser Zeit in der kaiserlichen Bibliothek befand (Hoffmann 1985; Canart 2008, 169 mit Anm. 61 äußert Zweifel an dieser Rekonstruktion).

Später war Ambr. im Besitz des Ioannes Chortasmenos, der auf ff. 1–80v die ersten 4 Bücher der Physik mit Scholien versah (und die Schrift einiger Scholien in der Mitte des Bandes mit der Hand des Kaisers identifizierte).

Mitte des 16. Jh.s scheint Ambr. dem Ioannes Baptista Rasarius (1517–1578) gehört zu haben (vgl. Papari 2013, 12, die anhand von UV-Licht u. a. „Rasarius“ und „καὶ τῶν φίλων“ entziffert). Anschließend gelangte er an Ferrarius und dessen Schüler Rovidius.

Unleserliches Monokondyllion auf f. 149. Pinax auf f. I; Vermerk auf f. II: Aristotelis de anima libri tres et alia eiusdem / Fuit Rovidii.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Ambr. H 50 sup. (vollständiges Digitalisat, bereitgestellt durch die Biblioteca Ambrosiana).

Bibliographie

Kod.

  • G. Prato, I manoscritti greci dei secoli XIII e XIV: note paleografiche, in Paleografia e codicologia greca, Atti del II. Colloquio internazionale (Berlino-Wolfenbüt­tel, 17-21 ottobre 1983), a cura di D. Harlfinger – G. Prato, Alessandria 1991 (Biblioteca di «Scrittura e Civiltà», 3), 131-149 (hier 135–136)

Text.

    Col.

    • M. F. Ferrini, Pseudo-Aristotele, I colori. Edizione critica, traduzione e commento, Pisa 1999, S. 52 (Ambr. (X) ist texttragende Handschrift, steht jedoch außerhalb der 3 Hauptgruppen; X stimmt gelegentlich mit Vat. 1339 (P), Berol. Phill. 1507, Mosq. 240 und Par. Coisl. 323 zusammen, bietet jedoch Eigenes und Einziges. Vind. phil. 134 ist sein Apographon).

    Michael, In Col. comm.

    • V. Papari, Der Kommentar des Michael von Ephesos zur ps.-aristotelischen Schrift De coloribus / Περὶ χρωμάτων. Editio princeps, Diss. Hamburg 2013 (Online-Version der SUB Hamburg).

Quelle

  • CAGB, nach der Literatur (tw. am Film überprüft)