Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Ambr. L 93 sup.

Nachweis: Italien, Mailand, Biblioteca Ambrosiana, Ambr. L 093 sup. (490 Martini–Bassi)
Datierung:

9. Jh. E.–10. Jh. 1. H. (außer ff. 75 RV, 8098V: 14. Jh.)

Beschreibstoff: Pergament (außer ff. II V: Papier)
Format: 270 × 175 mm
Folienzahl: ff. VI, 254 (+ 72a, 150a)

Inhalt

  • (ff. 119) Porphyrios, Isagoge. Einige Marginalscholien, zuerst f. 1 oben (Kopist b): τί ἐστι φωνή; καὶ ἔστι μὲν ὁρισμὸς τῆς καθόλου φωνῆς ἴδιον αἰσθητὸν ἀκοῆς, φιλοσόφου δὲ φωνῆς ὁρισμός ἐστι ἤως ὑπογραφὴς (sic) λέξις ἔναρθρος καθολικὴ σημαντική. f. 11 (Kopist a): τὸ τί ἦν εἶναι ση(μαίνει) παρὰ τῷ ἀριστοτέλει τὸν ὁρισμόν, ὡς παρὰ τοῖς γραμματικοῖς ἡ μῆνις τὴν ὀργήν. f. 19V Schemata zu den φωναί.
  • (ff. 2023V) Aristotelis Vita Hesychii (ed. I. Düring, Biogr. Trad., S. 80–92). Am Ende 2 Spottverse auf Aristoteles (vom Kopisten) und (am Rand, von späterer Hand, wohl des 14. Jh.) 2 insultorische Verse auf den Verfasser der vorstehenden Spottverse; vgl. V. Rose, Aristot. Fragm., Leipzig 1886, S. 10–11. (s. auch unten Transkriptionen)
  • (f. 23V) Simplikios, Exzerpt aus In Cat. prooemium, CAG VIII, S. 14, 3 πρὸς–S. 15, 5 γνώσεως.
  • (ff. 2460) Cat. Häufige Marginalscholien, ab f. 49V (Kapitel Περὶ τῶν ἀντικειμένων) nur noch selten; die meisten vom Kopisten b = Auszüge aus 〈Ammonios, In Cat. Comm.〉, zuerst f. 25 RV CAG IV 4, S. 31, 14–30, S. 32, 9–34, 6 ἀνάγεται; zuletzt (f. 49V) S. 93, 7. Seltene Scholien vom Kopisten a; z. B. 32V = 〈Ammonios〉, CAG IV 4, S. 56, 2–10. f. 51 ein längeres Scholion vom Kopisten A, inc. ἰστέον ὅτι διττὴν οἶδε τὴν στέρησιν ὁ ἀριστοτέλης, des. θατέρᾳ δὲ τὴν ἕξιn (vgl. Ioannes Philoponos, CAG XIII 1, S. 168, 27sqq. und Elias, CAG XVIII 1, S. 244, 20sqq.
  • (ff. 60V79V) Int. Häufige Marginalscholien, hauptsächlich vom Kopisten A, zuerst f. 60V, inc. παθήματα τῆς ψυχῆς εἰσιν τὰ νοήματα. ταῦτα τὰ ἐν τῇ φωνῇ ἤγουν τὰ ὀνόματα καὶ ῥήματα. Diese Scholien z. T. in engem Anschluß an Ammonios, ff. 71 und 76 RV einige Auszüge aus Ammonios, In Int. comm., mit der Kennzeichnung ἐκ τῶν ἀμμωνίου (ed. CAG IV 5, S. XXXIV): ἐλλιπὴς ὢν ὁ λόγος ὧδ᾿ ἂν γένοιτο τέλειος (folgt Text CAG IV 5, S. 189, 5sqq.) αἱ δὲ φωναὶ κτλ. (f. 71) sowie (f. 76) S. 241, 17 οὐκ – 26 θερμαίνειν und (f. 76V) ὃ καὶ οὐ μάτην πρόσκειται ἀλλ᾿ ἵνα δείξηι (folgt Text S. 243, 32 ὅτι τυχὸν – 36 θείοις); anschließend dann: διχῶς γράφεσθαι φησὶν ὁ φιλόσοφος ἀμμώνιος τὸ χωρίον ἢ γὰρ ὡς πρόκειται νῦν ἢ δυνατὸν εἶναι· καὶ εἰ μὲν τὸ δεύτερον (folgt Text S. 244, 8–19 μὴ εἶναι). Weitere Scholien vom Kopisten a, inc. f. 60V τὰ νοήματα καὶ ἐνθυμήματα ἤτοι παθήματα, ἐκεῖνα δὲ πράγματά φημι ὧν εἰσι ὁμοιώματα τὰ νοήματα. Weitere Scholien von anderen Händen, z. B. f. 60V von Kopist b inc. προέταξε τὸ ὄνομα τοῦ ῥήματος ὡς ἀτελέστερον. f. 75 Scholien von Kopist C, inc. ὥσπερ δὲ αὗται ἐπὶ μὲν τῆς ἀναγκαίας συμψεύδονται, ἐπὶ δὲ τῆς ἀδυνάτου συναληθεύουσιν.
  • (f. 79V) Scholion zu Anal. Pr. (Kopist b), inc. ἰστέον ὅτι τῆς ἀποδεικτικῆς ἐπιστήμης διαφέρει ἡ ἀπόδειξις τῷ τὴν μὲν ἐπιστήμην ἕξιν εἶναι τῆς ψυχῆς (vgl. CAG XIII, 2, S. 9, 30sqq.), ein weiteres Scholion inc. δύο σχέσεων οὐσῶν ἐν ταῖς προτάσεσι, des. mut. τὸ ζῷον κατὰ παντὸς ἀνθρώπου κατηγορεῖσθαι ἢ [...
  • (ff. 80189V) Anal. Pr. ff. 96V lin. 15 – 98V lin. 9 das Textstück I 6, 29a16 τελειοῦνται – 7, 29b23 ἐκείνους an falscher Stelle als Dublette eingeschoben (nach I 10, 31a13 ὅτι), am Rand von späterer Hand durch die Bemerkung "repetita" gekennzeichnet. f. 148V Kapitelübersicht zu Buch II. Häufige Marginalscholien, ff. 8093 von Kopist D, inc. (f. 80) (πρῶτον) πρὸς ἑκατέραν τῶν προτάσεων ἀποδέδωκε κτλ. = Ioannes Philoponos, In Anal. Pr. comm., CAG XIII 2, S. 9, 28-32 προϊοῦσαν, dann läuft der Text anders weiter: δύναται δὲ τὰ εἰρημένα ... Scholion endet: τὸ σκοπιμώτερον γὰρ τέλος τούτων τοῦτό ἐστι; zuletzt f. 93, inc. τί ἐστι μῖξις; ἕνωσις δύο προτάσεων διαφόρων κατὰ τὴν ὕλην; ab f. 99 hauptsächlich von Kopist b, z. B. f. 101 inc. εἰδέναι δεῖ ὅτι τινὰ τῶν παλαιοτέρων βιβλίων = Ioannes Philoponos, CAG XIII 2, S. 145, 5 sqq., häufig auch von Kopist A, zuerst f. 99 (zu 11, 31a18), inc. ὁποτέρου γὰρ ἂν τῶν τρόπων εἰς τὸ α ἀναλυομένου σχήματος, zu Buch II zuerst f. 149, inc. τὸ β βιβλίον τῶν ἀναλυτικῶν συμβάλλεται εἰς τὴν διαλεκτικὴν μέθοδον ὥσπερ τὸ α εἰς τὴν ἀποδεικτικήν. Kopist c zu Buch II zuerst f. 148V, inc. περὶ τοῦ προκειμένου λόγου πολλἀ ἠπόρησαν οἱ παλαιοί, περὶ τίνος ὁ σκοπός ἐστι τῷ ἀριστοτέλει ἐνταῦθα.
    Anschließend werden die Meinungen von Proklos, Alexander und Marinos zum σκοπός des Buches angeführt. Der Text zu Marinos wie in Par. gr. 1917, f. 160V, marg. und Vat. gr. 245, f. 66V, marg. (ed. Agiotis 2014, S. 15); in Ambr. endet er imperfecte.
  • (ff. 190254V), Anal. Post. Einige Marginalscholien, hauptsächlich von Kopist A, zuerst f. 190, inc. διὰ τῆς ἐπαγωγῆς κατασκευάζει ὅτι πᾶσα διδασκαλία ἐκ προϋπαρχούσης γίνεται γνώσεως (vgl. Philoponos, CAG XIII 3, S. 5, 11sqq.), sowie von Kopist b, zuerst f. 192V (zu 2, 72a15), inc. ἡ θέσις καὶ αὐτὴ ἀναπόδεικτός ἐστιν κτλ. = Ioannes Philoponos, In Anal. Post. comm., CAG XIII 3, S. 34, 13sqq. Die Scholien zu Anal. Post. kehren wieder in Mut. 149.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament (außer ff. II V: Papier)

Wasserzeichen

Wz. im Vorsatz

    Wz. im Vorsatz
  • ff. I/ VIV: Halbmond, sehr ähnlich Br. 5167 (Brescia 1336), sehr ähnlich M.–T. 3390 (Dečani 1340/ 50).
  • ff. IIVV: Glocke, entfernt ähnlich Br. 3917 (St–Roman 1325, mit Variante Aix–en–Provence 1326), ähnlich M.–T. 2782 (Genua 1315).

Format

270 × 175 mm

Folienzahl

ff. VI, 254 (+ 72a, 150a)

Foliierung

Neben der durchlaufenden Foliierung eine gesonderte Zählung auf Recto-und Versoseite von f. 23V bis f. 53; eine weitere Sonderzählung, auf dem Kopf stehend, oben links von f. 60V bis 89V.

Lagen

FHHF.

2 × 8 (16), 1 × 2 + 1 (19, f. 19 an das Bifolium genäht), 29 × 8 (249), 1 × 8 - 3 (254, Bl. 6–8 fehlen). Einige Bifolien sind aus Einzelblättern zusammengestzt.

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden, vom Kopisten A (außer ff. 75, 83, 91), in Majuskeln

(1) auf dem ersten Recto unten rechts: α (f. 20)–γ (f. 17);

(2) auf dem ersten Recto oben rechts: α (f. 20)–λ (f. 250).

Auf dem ersten Recto außerdem oben rechts und links in Höhe der seitlichen Begrenzung des Schriftspiegels je ein Kreuz, ebenfalls vom Kopisten (diese Kreuze fehlen ff. 75, 83, 91).

Anzahl der Linien

Lin. 24 (außer f. 75: 23; ff. 8098: 22)

Liniierung

Leroy 12C1a, bisweilen 22C1an (außer f. 53: Lake I, 1c = Leroy OOC1; ff. 8098: Leroy 11D1a).

Kopist

A. ff. 152V, 5474V, 7679V, 99254V: Aufrechtstehende Minuskel ohne Unzialformen außer dem sehr auffälligen λ. Meistens Iota adscriptum, Abkürzung für καὶ; Schrift steht auf der Zeile, braune Tinte, Zeilenabstand 8mm. An vielen Stellen ist die ursprüngliche Schrift ausgeschabt und durch Korrekturen ersetzt worden, so dass der ursprüngliche Text nicht mehr zu entziffern ist. An diesen Korrekturen sind mehrere Hände beteiligt, die alle versucht haben, den Duktus des Kopisten A nachzuahmen und daher nur sehr schwer zu unterscheiden sind. Auf jeden Fall war Kopist a beteiligt. Titel und Teloszeilen in Majuskeln, jeweils in Zierrahmen. f. 60 nach der Teloszeile: + χ(ριστ)ῶι τῶι θ(ε)ῶι τελεία / χάρις. τῶι ἀεὶ συ/νεργοῦντι τοῖς φι/λολόγοις καὶ / φιλοθέοις. ff. 79V, 148 nach den Teloszeilen zu Int. und Anal. Pr. I die Bemerkung ΔΙ # [Ligatur ωΡ] # (= διώρθωσα?). f. 254V nach der Teloszeile der Zwölfsilber ἐν σοὶ τὸ πλῆρες / χ(ριστ)έ μου τῶ μεσίτη. Zierleisten, Buchstabenfüllung bei den Titeln, Anfangsbuchstaben der Kapitel rot, ab f. 20 ein etwas bräunlicher Ton, f. 60 Zierleiste nicht ausgemalt.

B. f. 53RV (inc. 10, 13a1 (δε)κτικῷ, des. 29/30 τελείως): Wohl gleichzeitig mit A. Braune Tinte, etwas dunkler als bei A, Schrift breiter angelegt. Zeilenabstand 8mm. Rasuren wie bei A.

C. f. 75RV (inc. 13, 22b4 τοῖς, des. 32 εἶναι): Archaisierende Hand, etwa des 14. Jh. Schrift dunkelbraun, ahmt A sehr gut nach, Unterschied vor allem beim Buchstaben a. Keine Rasuren.

D. ff. 8098V (des. I 10, 31a17). Archaisierende Hand, etwa 14. Jh. E. Schrift schwärzlich–dunkelbraun, etwas flüchtiger als C. f. 98V hat der Kopist den Duktus sehr gestreckt, um die Seite zu füllen und den Anschluß an f. 99 zu erreichen. Initialen, Interlinearglossen ff. 8082V sowie einige Marginalscholien in leuchtendem Rot.

a. 11. Jh., schwarze Tinte; schreibt einzelne Marginalscholien (z. B. ff. 11, 12V, 13, 14V, 15, 16, 16V19), die bisweilen später (manchmal falsch) nachgezogen worden sind, auch Korrekturen am Rand mit γρ (άφεται).

b. 12. /13. Jh. Interlinearglossen, Marginalscholien, Korrekturen im Text (z. B. ff. 1, 1V, 19V, 23V, 2549V).

Etwa 3–4 weitere Hände (13.–14. Jh.) haben kürzere Marginalien hinterlassen.

Die Hauptmasse der Marginalscholien stammt von den Kopisten A und b.

Ergänzungen zum Textbestand

Zu Porphyrios häufige Interlinearglossen und einige Diagramme; zu Cat einige Lemmata, Diagramme und Interlinearglossen; zu Int. häufige Interlinearglossen; zu Anal. Pr. einige Interlinearglossen (bis f. 82V) und Diagramme, ab f. 99 häufige Diagramme; zu Anal. Post. einige Diagramme und Interlinearglossen.

Einband

Griechisch. Dunkelbraunes Leder auf rund gekehlten Holzdeckeln; glatter, fester Rücken. Auf beiden Deckeln Blindstempel, stark abgearbeitet: dreifacher Rahmen von je vier Fileten, Mittelfeld durch ebenfalls vier Fileten diagonal geteilt. Im äußeren umlaufenden Feld rechteckige Einzelstempel mit Rankenmotiv, in den übrigen Feldern runde Einzelstempel mit Lilie sowie mit Vogel. Abdrücke und Reste von Buckeln an den vier Ecken und in der Mitte. Reste zweier dreiteiliger Lederriemen, von hinten nach vorn. Lesezeichen (Fäden in den Farben grün, weiß, rot) am oberen Kapital befestigt. Auf dem Schnitt eingebrannt rote Doppelkreise mit schwarzen Girlanden.

Erhaltungszustand

Das Pergament ist an einigen Stellen sehr dünn, f. 25 zerrissen. Bei einigen Blättern (z. B. ff. 85, 127, 135) fehlen Ränder, ohne Beeinträchtigung des Textes.

Geschichte

Datierung

9. Jh. E.–10. Jh. 1. H. (außer ff. 75 RV, 8098V: 14. Jh.)

Provenienz

Mehrere spätere Hände haben zu Beginn und am Ende des Ms. Eintragungen hinterlassen. f. 254 hat eine Hand des 14. Jh. den Zwölfsilber (vgl. oben Kopist A) wiederholt; darunter schrieb eine andere Hand die ersten Worte von 〈Nikephoros Prosuchos, Carmen in Mariam Aegyptiacam〉 (ed. M. Treu, Eustathii Macremboliti q. f. aenigmata, Progr. Breslau 1893, S. 36–37, 48): ἂν ἐξ ἀκανθῶν ἐκφύωνται καὶ ῥόδα, αἴγυπτ(ον) ὡς ἔγκεντρον ἄθρει μοι.

Von einer weiteren Hand (14. Jh.) stammen Eintragungen auf ff. IVIII und dem Spiegel'. f. IV Diagramm zu τὸ τί ἐστιν, darunter drei Zwölfsilber: + λόγων ἐραστής. ἀλλὰ τῶν ἑκατέρων, τῶν ἐνδαπῶν τέ φημι καὶ τῶν τῆς θύρας, πρὸς ἀκριβῆ μάθη[σιν ἐκτ]ήσατό με. ff. IIIII verschiedene logische Diagramme und Schemata, f. IIV unter dem Titel σχόλ(ιον) τοῦ δα(υὶ)δ εἰς τ(ὰς) πέντε φωνάς. Spiegel': Über einem logischen Schema folgende Zwölfsilber: [μέγα τὸ] μικρὸν ἂν ὁ φίλ(ος) εὐγνώμων, τῷ δ᾿ ἀχαρίστ(ῳ) σμικρότ(α)τ(ον) τῶ (pro τὸ) μέγ(α). σὺν τόκῳ δώση (pro δώσει) φρόνιμος τὴν φιλίαν, μωρὸς δὲ δώση μήσος (pro μῖσος) ἀντὶ φιλίας. + εἰ θέλ(εις) πάντα καὶ φιλῆν (pro φιλεῖν) καὶ φιλῆσθαι (pro φιλεῖσθαι), τῶν ψιθυριστῶν καὶ φθ〈ονούντων ἄπεχε〉.

f. I verschiedene Zahlen (z. T. Additionen), kurze griechische und lateinische Eintragungen sowie neben dem Lemma σχῆμα τῆς κῶνσταντηνοπόλης eine sehr rohe Skizze.

f. IIIV ein lateinisches Distichon: + tempore felici multus nominatur amici (?), si fortuna perit, nullus amicus erit. Darunter die aufgrund der Anorthographie fast unkenntliche griechische Übersetzung (offenbar 2 politische Verse): + τὸ δὶ᾿ : β : ζῶμενον ⋮ˋ ρον φφίλοι, πολλιλῳγου τοὺς ⋮ νιγηρι σοι ὁ καὶ ρός ὁλλιτὸ νάπα ῥ νου ταὶ, i. e. ........... φίλοι πολλοὶ λογοῦνται / ἐὰν (?) γυρίση ὁ καιρός, ὅλοι τὸν ἀπαρνοῦνται.

f. I V (auf dem Kopf) ὥσπερ παλίμψητα (sic) διαμολύνοντες.

f. VV Diagramm und Scholion zur 1. syllogistischen Figur.

f. VI V unter dem Titel “De medio termino“ lateinische Merkverse etc. zu den syllogistischen Figuren.

f. VIV: Cum XI Kalendas septembres ad portum rep[...]mus vindemitorum applicuissem / inplexerim subito candidam petens primus obviam fuit mihi marcus / mudatius vir integerrimus qui litteras quas atuo scriba advenerant / coram me legit ex quibus eaque atinebat intellexi.

f. V V oben Besitzervermerk: αὕτη ἡ βίβλος ἐστὶ τοῦ στεφάνου.

In die Bibliothek des Kardinals Borromaeus gelangte unser Ms. im Jahre 1607, nach Angabe des Katalogs von Martini–Bassi über Caesar Rovidius und dessen BruderAlexander († vor 1607).

f. VIV lateinischer Index von 〈Antonius Olgiatus〉, darunter : Codex ante annos quiquagentos scriptus et optima manu / 1607.

Ältere Signaturen : J/no83 (f. VV), N (f. VV, VIV).

Das Manuskript wurde in den 30er Jahren des 14. Jahrhunderts restauriert; in dieser Zeit befand es sich auf Kreta, wo Michael Lulludes es als Vorlage des Mut. 235 benutzte (De Gregorio 1988).

Bibliographie

Kat.

  • Ae. Martini–D. Bassi, S. 591–592 Nr. 490.

Kod.

  • P. Maas, Griechische Paläographie, in: Gercke–Norden, Einl. Altertumswiss., I3, Berlin-Leipzig 1927 (wieder abgedr. bei D. Harlfinger, Griech. Kodikologie u. Handschriftenkunde, dort S. 51) .
  • J. Irigoin, Survie et renouveau de la Littérature antique à Constantinople (IXe siècle) in: Cahiers de civilisation médiévale 5, 1962, S. 287–302, dort S. 301 (um J. 900 geschrieben) .
  • C. Schiavi, Ricerche sull' Aristotele Ambrosiano L,93 sup. (gr. 490), Tesi Universitá Cattolica Del Sacro Cuore Di Milano, Mailand 1982.
  • G. De Gregorio, Osservazioni ed ipotesi sulla circolazione del testo di Aristotele tra Occidente e Oriente, G. Cavallo, G. De Gregorio, M. Maniaci (Hgg.), Scritture, libri e testi nelle aree provinciali di Bisanzio. Atti del seminario di Erice (18-25 settembre 1988) II, Spoleto 1991, S. 475–498 (hier 479–489, Tafeln 5–7, 10–12: Ambr. stammt wohl aus Süditalien. Er wurde in den 30er Jahren des 14. Jahrhunderts restauriert).
  • R. Stefec, Weitere Beispiele kretischer Schnittdekoration, Codices Manuscripti & Impressi 89/90, 2013, S. 39-54 (hier 44–45 mit Anm. 33).

Text.

  • In den Aristoteles-Ausgaben Sigel n.
  • Th. Waitz, ed. Organon, 1844 (II, S. 4: 10.–11. Jh., Randscholien 15. Jh. Einzelne Angaben zum Inhalt, besonders den Scholien. S. 39–41: Edition einiger Scholien zu Int. S 49–50: Edition einiger Scholien zu Anal. Post. ) . S. Schüler, Die Uebersetzung der Categorien des Aristoteles von Jakob von Edessa, Diss. Erlangen 1896, Berlin 1897, S. 12 (Das zugrundeliegende Original zeigt am meisten Ähnlichkeit mit n) .
  • G. Furlani, La versione e il commento di Giorgio delle Nazioni all' organo aristotelico , in: SIFC N.S.3, 1923, S. 305–333, dort S. 319–325 (Für Cat. sehr viele Übereinstimmungen mit n. Die Vorlage für Giorgio war ein rappresentante del tipo n...e che stava in grado lontano di parentela con u [= Bas. F II 21]. Auch für Int. Ggr [= griech. Vorlage für Giorgio] segue le lezioni di n... accanto a n riscontriamo alcune lezioni di e [= Laur. 72,3] e f [= Marc. App. IV 5]. Auch die Übersetzung von Anal. Pr. dimostra l' intima parentela di Ggr con n) .
  • G. Furlani, Le Categorie et gli Ermeneutica di Aristotele nella versione siriana di Giorgio delle Nazioni, in: Attti della Reale Accademia Nazionale dei Lincei, Memorie della Cl.Sc.Mor. Storiche e Filol., Ser. VI, vol. V 1, Rom 1933, S. 3–68, dort S. 7 (wie beim vorigen zu Cat. ) .
  • L. Minio-Paluello, The Text of the Categoriae: The Latin Tradition, in: ClQ 39, 1945, S. 63–74, dort S. 70 ( 9.–10. Jh. Repräsentiert einen Traditionsstrang, der mindestens bis ins 5.–6. Jh. zurückreicht. The frequent conincidence between the Greek Ms. n and the older [= lateinische und syrische tradition ] confirms what had already been pointed out by S. Schüler, K. Kalbfleisch und G. Furlani on the importance of this Ms., which is perhaps the oldest still extant. In einigen Fällen sehr auffällige Übereinstimmung von Boethius allein mit n) , S. 73–74 (Liste der Stellen, wo Boethius in Übereinstimmung mit anderen Übersetzungen, n und / oder B [= Marc. gr. 201] einen besseren (oder gleichwertigen) Text gibt als die Ausgabe von Waitz) .
  • L. Minio-Paluello, ed. Cat. et Int., 1949, 21956 (S. IX, XIV–XVI: Nach Waitz neu kollationiert. 13a1–30 und 22b4–32 von späteren Händen ergänzt [nc bzw. ni]. Drei oder mehr Korrektoren, doch ursprüngliche Schrift fast immer lesbar. S. XIX–XXII: B und n die besten Textzeugen. Enge Verbindung zur latein. Übers. des Boethius und der syrischen des Georgios, bei Int. noch enger als bei Cat. Simplikios' Vorlage enger mit n als mit B verwandt) .
  • L. Minio-Paluello, Arist. Lat., I 1–5, S. LXVI–LXVIII (Vorlage für Cat.-Übersetzung a des Boethius am engstens mit n verwandt, Verwandtschaft zwischen Vorlage für dessen Cat.-Übersetzung x und n nicht ganz so eng) , LXXVI–LXXVII (Vorlage für Wilhelm von Moerbeke nimmt Mittelstellung zwischen n und B ein) .
  • L. Minio-Paluello, Arist. Lat., I 6-7, S. XXVIII, XXXII, XXXV (Kollation der Cat..-Übersetzungen von B. G. Dod, Angaben zur Notation von n im app. cr.) .
  • Io. G. E. Hoffmann, De Hermeneuticis apud Syros Aristoteleis, Leipzig 1869, S. 2–13 (Liste der Übereinstimmungen der syrischen Texte mit griechischen Mss., u. a. mit u) , 20 (codicem qui versionibus y x u subiectus erat... optimas saepenumero lectiones praebere, ita quidem ut... promiscere et A [= Urb. gr. 35] et B [= Marc. 201] nonnumquam C [= Coisl. 330 ] saepissime autem n suffragetur...) . C. Meiser, Des Boethius Übersetzung der Aristotelischen Schrift περὶ ἑρμηνείας, in: Jahrb. class. Philol. 117 (24), 1878, S. 247–253, dort S. 248–252 (Hinweis auf Übereinstimmungen von Boethius und n) .
  • L. Minio-Paluello, Arist. Lat., II 1–2, S. XLVI–XXLVII (Boethius Int.-Übersetzung unter den griechischen Mss. am engsten verwandt mit n) .
  • I. Friedmann, Aristoteles' Analytica bei den Syrern, Diss. Erlangen 1897, Berlin 1898, S. 16–26 (Übereinstimmungen der syrischen Übersetzung u. a. mit n) .
  • M. Wallies, Zur Textgeschichte der ersten Analytik, in: RhM 72, 1917/18, S. 626–632, dort S. 630–631 (An einigen Stellen hat allein n das Richtige und stimmt mit Alexander von Aphrodisias überein. Alexander hat hier auf die Überlieferung gewirkt) .
  • H. Tredennick, ed. Anal. Pr., 1938 (S. 193–194: 10.–11. Jh. Much independent value) .
  • W. D. Ross, ed. Anal. Pr. et Post., 1949, 21957 S. 87–93: 9. Jh. n repräsentiert gegenüber den übrigen vetustissimi A [= Urb. gr. 35], B [= Marc. gr. 201], C [= Coisl. 330] und d [= Laur. 72, 5] eine eigene Familie. Ab 31a18, Beginn der alten Hand, häufige Übereinstimmung mit der syrischen Übersetzung. Ebenso häufige Übereinstimmung mit Boethius für Cat. [Referat der Ergebnisse Minio-Paluellos]. Neu kollationiert.
  • L. Minio-Paluello, Arist. Lat., III 1–4, S. LXV–LXIX (Vorlage des Boethius für Anal. Pr., anders als bei Cat., Int. und auch Porphyrios, viel enger mit B als mit n verwandt, aber etwas enger mit n als mit Γ [= Vorlage der syrischen Übersetzung]; am engsten verwandt sind n und Γ) , S. LXXVII–LXXVIII (Griechische Vorlage der anonymen Übersetzung am engsten mit B verwandt, stimmt aber oft auch mit n gegen B überein) .
  • W. D. Ross, L. Minio-Paluello, edd. Anal. Pr. et Post., 1964, 21968 S. V, VII, VIII, IX: (9. Jh., außer Anal. Pr. I 1–10. Maximi ...momenti est n qui, etsi neglegentia et mendis plurimis est infectus, solus contra reliquos omnes vera verba servat fere centies. Auffallende Übereinstimmung mit Boethius und besonders mit Georgius Syrus. Auch verwandt mit der Vorlage für die arabische Übersetzung) .
  • E. S. Forster, ed. Anal. Post., 1960, 21966 (S. 18: 9. Jh. Text nach Waitz) .
  • H. Tredennick, ed. Anal. Post., 1960 (S. 18: 9. Jh. Wiederholung der Ergebnisse von Ross) . L. Minio-Paluello–B. G. Dod, Arist. Lat., IV 1–4, S. XLII–XLIII (Bei Anal. Post. Vorlage für die Translatio Iacobi am engsten mit B verwandt, stimmt aber einige Male auch mit n überein) , S. 4 (Vorlage für die Translatio Ioannis am engsten verwandt mit C, stimmt aber bisweilen auch mit n überein) , S. LXXIV–LXXV (Translatio Gerardi Cremonensis stimmt oft mit B und n überein) .
  • Porphyrios

    • ed. A. Busse, CAG IV 1 (S. VII, XXIV: (Sigel M. 10 Jh. Kollationiert von F. Villa. Codicis M exemplar dubium non est quin ceterorum exemplaria praestantia longe antecesserit. Allerdings sehr unsorgfältig kopiert. Alterius manus correctiones, quippe quae cum altera familia consentiant, sunt respuendae.)

    Aristotelis Vita Hesychii

    • A. Westermann, Vitarum Scriptores Graeci Minores, Braunschweig 1845, S. 405 (zu den Versen am Ende der Vita Hinweis auf unser Ms. 10.–11. Jh.) .
    • V. Rose, Arist. Fragm., 1886, S. 9–18 (Sigel A. Für den Text der Vita herangezogen. Zu den Versen am Ende dort S. 10–11) .
    • ed. I. Düring, Ancient Biogr. Trad. (S. 80–81. Sigel A. 9. Jh. It's possible...that all known manuscripts are copied directly or indirectly from Ambros. 490. Im 16. Jh. in Mailand sieben Mal kopiert: Ambr. R 117 sup. [2x], Ambr. Q 121 sup. [4x], Ambr. P 105 sup. ) .

    Simplikios

    • In Cat. comm. ed. C. Kalbfleisch, CAG VIII, S. VIII (Simplicium ipsum codice usum esse Ambrosiano L 93 saec. X vel XI ... perquam simili ... apparebit) .

    Ammonios

    • In Int. comm. ed. A. Busse, CAG IV 5, S. XVI, XXXI–XXXIV (10. Jh. Die anonymen Scholien ff. 60V69V magna ex parte ex scholiastae vel scholiastarum ingenio, einige vielleicht auch aus einem Kommentar. Ein Scholion auf f. 67 stimmt mit einem Scholion in Vind. 10 [dort mit ἰωάννου als von Philoponos stammend bezeichnet] überein. Einige Specimina der Scholien transskribiert von A. Gercke) .

    Marinos

    • N. Agiotis, Marinos and the Purpose of Prior Analytics II, Parekbolai 4, 2014, S. 13–20.

Faks.

  • G. Wattenbach, Scripturae Graecae Specimina, 3Berlin 1897, S. 5sq. und Taf. XIV (mir nicht zugänglich) .

Quelle

  • Reinsch, Autopsie September 1977
  • CAGB [NA] (Ergänzungen, Transkriptionen)

Transkriptionen

s

f. 23v Spottverse auf Aristoteles

σμικρὸς φαλακρὸς τρα | βλὸς [sic] ὃ σταγειρίτης· | λάγνος προγάστωρ | παλλακαις συνημμένος

Am Rand, von einer Hand des 14. Jh.:

ἀναλφάβητος οὑτοσὶ στιχογράφος· | ἄνους ἄφρων ἄγροικος αὐθάδης λάλος·