Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Par. gr. 1848

Nachweis: Frankreich, Paris, Bibliothèque nationale de France, Ancien fonds grec, Par. gr. 1848
Datierung:

um 1461 (ff. 1132), um 1523 (ff. 136147)

Beschreibstoff: Papier
Format: 281 × 201 mm
Folienzahl: ff. III, 147, III'

Inhalt

  • (ff. 1115V) Metaph.
  • (ff. 116132) Plant. (ohne Prolog).
  • (ff. 136147) Alexander von Aphrodisias, De mixtione (ed. I. Bruns, Suppl. Ar. II 2, S. 213–238).
  • Leer

    ff. 132V135V (außer lateinischen scriptiunculae ff. 134, 135V), 147V.

  • Textgeschichtliches

    Für Plant. geht die Handschrift mit Urb. 38Urb. 39 auf dasselbe verschollene Antigraphon zurück, das seinerseits mit dem Par. Suppl. 204 aus demselben deperditus geflossen ist (vgl. unten Bibliographie, Text zur Filiation von Metaph.); alle genannten Manuskripte sind von Michael Apostoles subskribiert. Der letztgenannte deperditus ist ein Bruder des Esc. T.II.13 und ihre verschollene Vorlage ein Apographon des Hyparchetypus Ambr. A 168 sup.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 1135: Kreuz mit Blume, ähnlich Br. 5555 (Brescia 1470, mit Varianten Italien, Österreich 1471–1489), = Ha., croix 27 (〈Kreta 1461〉, Kopist: Michael Apostoles).
  • ff. 136147: Anker im Kreis mit Stern, Br. ohne Beleg, ähnlich Zo. 1592 = Mo. 715 (Fabriano 1524) und Zo. 1593 = Mo. 716 (Fabriano 1524), ähnlich Mo. 666 (Zagreb 1512), sehr ähnlich Ha., ancre 22 (Rom 1523).

Format

281 × 201 mm

Folienzahl

ff. III, 147, III'

Lagen

16 × 8 (128), 1 × 8 - 1 (135, Bl. 8 fehlt), 1 × 8 (143), 1 × 4 (147).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden vom Kopisten auf dem ersten Recto unten rechts: α (f. 1) – ιζ (f. 129). Lagensignierung mit lateinischen Buchstaben, z. T. mit Blattnummerierung, von fremder westlicher Hand auf dem (ersten) Recto unten rechts: A (f. 1), A₂ (f. 2) – G₈ (f. 56), H (f. 57) – M (f. 89), N (f. 93, fehlerhaft), O (f. 97) – S. (f. 129) – S₇ (f. 135).

Reklamanten

Reklamante (senkrecht, von oben nach unten) vom Kopisten auf f. 143V.

Anzahl der Linien

Lin. 30 (Aristoteles), 32 (Alexander)

Kopist

A. ff. 150 lin. 19, 51V62V, 64120 lin. 7, 121127V, 129V lin. 14–132: Michael Apostoles auf Kreta. Subskription f. 132: + μιχαῆλος ἀποστόλης βυζάντιος πενία συζῶν ἐν κρήτη, καὶ τὸ θεῖον / τοῦτο βιβλίον ἐξέγραψα:–

B. ff. 50 lin. 20–51 (Metaph. Z 2, 1028b26 ἐπί]πεδα μέχρι – 4, 1030a19 τὴν οὐσίαν): 〈Ioannes Plusiadenos〉.

C. f. 63RV (Metaph. H 2, 1042b9 ὡς ὑποκειμένη – 3, 1043b21 εἰσὶν οὐδέτι [p. corr.]): 〈Andreas Protonotarios〉.

D. ff. 120 lin. 7–120V (Plant. I 3, 818b33 τοῦτο – 4, 819b19 πρώτως), 128V129V lin. 14 (Plant. II 6, 826b1 καὶ αὐξάνει – 8, 827b22 τὸ ξύλον τοῦ).

E. f. 128 (Plant.. II 4, 825b34 ἃ δὴ – 6, 826b1 φυτὸν).

BCDE sind kretische Mitarbeiter des Michael Apostoles; in ihrem Duktus findet sich manche Ähnlichkeit, besonders bei B und D einerseits sowie C und E andererseits.

Titel und Initialen zu Plant. in Rot von A, zu Metaph. sämtlich ausgespart. Am Ende von Metaph.: τέλος τῶν τρισκαίδεκα βιβλίων τῶν μετὰ τὰ φυσικὰ ἀριστοτέλους τοῦ δαιμονίου:–Schriftfeld jeweils bei Buchschluss zu Figuren gestaltet.

F. ff. 136147: wahrscheinlich eine westliche Hand (ohne Titel auf f. 136).

Ergänzungen zum Textbestand

Mit wenigen Marginalien (meist Varianten) vom jeweiligen Kopisten.

Einband

Der übliche Einband von Henri II.

Wz. im Vorsatz: Wappen mit Buchstaben PS, Typ Br. 96669669 (ohne Krone) (Frankreich 1539–1565).

Geschichte

Datierung

um 1461 (ff. 1132), um 1523 (ff. 136147)

Ursprünglicher Zustand

Der Band besteht aus zwei heterogenen Teilen (vgl. Datierung und Wasserzeichen, Linienzahl, Kopisten und Inhalt): I (ff. 1135), II (136147).

Provenienz

Beide Teile des Manuskripts, die vermutlich erst beim Binden unter Henri II (1547–1559) zusammengefügt worden sind, stammen aus dem Besitz des Gian Frances d' Asola (zu ihm und seinen jetzt in der Bibliothèque Nationale befindlichen Hss. vgl. oben S. ##); sein Ex libris unten auf ff. 1 (radiert) und 136: a me Jo. Francisco Asulano. Nach Sicherl, S. 32 hat die Hs. wahrscheinlich zur Privatbibliothek des Aldus Manutius gehört, die sein Schwager Asulanus erbte. Unser Ms. ist Druckvorlage der 1498 erschienen Aldina der Metaphysik, wie Sicherl nachgewiesen hat; an den äußersten Rändern (z. T. abgeschnitten) sind die Umbrüche der Aldina notiert; auch finden sich wohl einige schwache Fingerspuren mit Druckerschwärze (zu den Einzelheiten vgl. Sicherl, S. 31).

Im Kodex begegnen mindestens 3 Fremdhände, darunter vielleicht die des Asulanus. Von a stammen vor allem auf f. 12V zahlreiche interlineare und marginale lateinische Wortübersetzungen; eine westliche Hand b schrieb griechische und lateinische Randlemmata, z. B. ff. 3V, 4, 6V, 7, 34, 138V (?); von Hand c, stammen der griechische Titel auf f. 1 und die f. 14 (ἄλφα τὸ ἔλαττον) bis f. 115 ([τὸ]ν) laufenden Seitentitel auf jedem Recto oben Mitte. Diese Hand ist vermutlich identisch mit der des Schreibers des Pinax auf f. 1, wohl Angelos Bergikios, und ist kaum (wie von Sicherl, S. 79 als Möglichkeit erwogen) die Hand des Aldus Manutius. Zu Metaph. A an den Außenrändern Kapitelangaben mit römischen Zahlen; des weiteren zu Metaph.. auf jedem Recto oben rechts in Höhe des Schriftfeldaußenrandes eine laufende Buchzählung in römischen Ziffern: I–XIIII.

Auf ff. 137, 138V und 145V über den Außenrand hinaus geklebte Streifen mit griechischen bzw. lateinischen Notizen (Lemmata). f. 136 unten von der Hand des Asulanus: Alex. de mixtione. f. 136 oben von fremder Hand: ἀλεξάνδρου Αφροδισιέως (letzteres nachträglich ergänzt) περὶ μίξεως. f. 116 oben zu Plant.: non impressus.

f. I griechischer Pinax wohl von Angelos Bergikios, aufgeklebt ein lateinisches Inhaltsverzeichnis von Du Cange mit der Signatur 2602, mit Ergänzung von Sevin. Ältere Signaturen f. 1 oben: MCCCXXXVIII (Rigault) , 1455 (Dupuy), 2602 (Clément)

Reproduktionen und Digitalisate

  • Par. gr. 1848 (vollständiges Digitalisat vom Mikrofilm der Bibliothèque Nationale)

Bibliographie

Kat.

  • Catal. Codd. Mss. Bibl. Regiae ##
  • H. Omont, II, S. 152.

Kod.

  • V.–G., S. 308.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 408.
  • E. Montanari, Per un' edizione del περὶ κράσεως di Alessandro di Afrodisia, in: Atti e Memorie dell' Accademia Toscana di Scienze e Lettere "La Colombaria" 36, 1971, S. 17–58, dort S. 25.
  • Ha., Indizes.
  • M. Sicherl, Vorlagen Ed. princ. Arist., S. 30–32.

Text.

  • S. Bernardinello, Eliminatio Metaph., S. 65–71, 225 (Stemma) (Sigel QC. Apographon von Ja [= Vind. Phil. 64] und Vorlage für 4 Hss., darunter Uc [= Par. Suppl. 204]) .
  • D. Harlfinger, Überlieferungsgeschichte Metaph., S. 26 (Sigel Qc. Ohne Abkömmlinge; wie sein gemellus Uc [= Par. Suppl. 204] über eine verschollene Zwischenstufe auf Ja [= Vind. Phil. 64] zurückgehend) .
  • M. Sicherl. (wie oben), S. 30–34 (Unser Ms. ist für Metaph. die authentische Druckvorlage der Aldina) .
  • I. Bekker, ed. Plant., 1831, S. 814 app. crit.
  • L. Labowsky, Aristotles De Plantis, S. 133 (nur erwähnt) .
  • Alexander

    • H. Usener, Epicurea, Leipzig 1887, S. 207 app. crit.
    • ed. I. Bruns, Suppl. Ar. II 2, Berlin 1892, S. XXXVI–XXXVIII (Sigel R; von Elter kollationiert. Bidet mit der Aldina eine von 3 Hss.-Klassen. verisimilius est, Parisinum quoque R apographum quam fratrem esse Veneti [einziger Vertreter der ersten Klasse]) .
    • H. A.Diels, Hss. Ärzte, II, S. 10.
    • E. Montanari (wie oben), S. 25–26, 29, 33 sqq., 50 (Stemma) (Sigel R. Der Kodex ist eher Bruder als Vater der Aldina von 1527; deren gemeinsame verschollene Vorlage ist Apographon des Hyparchetypus φ) .
    • M. Sicherl (wie oben), S. 31 ( Druckvorlage der Aldina des Alexander) .
    • R. B. Todd, Alexander of Aphrodisias, On Stoic Physics, Leiden 1976, S. 93 (16. Jh. Sigel R. Textgeschichte nach Bruns und Montanari) .

Faks.

  • H. Noiret, Lettres inédites de Michel Apostolis, Paris 1889, am Ende (f. 132 ) .

Quelle

  • Harlfinger, Autopsie Dezember 1966