Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Par. gr. 1923

Nachweis: Frankreich, Paris, Bibliothèque nationale de France, Ancien fonds grec, Par. gr. 1923
Datierung:

12. Ende –13. Jh. Anfang

Beschreibstoff: östl. Papier
Format: 294 × 219 mm
Folienzahl: III, 234, III'. Moderne Foliierung.

Inhalt

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

östl. Papier

Anmerkungen zum Beschreibstoff

Feine und ziemlich dichte vergeures (20 = 25–30mm), häufig gekrümmt und nicht auf jedem Blatt erkennbar. Auch die pontuseaux sind nicht immer auszumachen; häufig verlaufen sie schräg zum äußeren Rand und verteilen sich unregelmäßig in Zweier- oder Dreierbündeln, vor allem zum äußeren Rand hin (z. B. f. 84, wo mindestens 6 schräg verlaufende Fäden im Abstand von ca. 30, 14, 42, 22, 15mm (vom Außenrand gemessen) erkennbar sind. Das Papier ist fest und hat eine glatte Oberfläche; blassgelbe Farbe, gelegentlich rötlich aufgrund von Oxidation. In folio-Format. (CG)

Wasserzeichen

  • f. 1 Waage, sehr ähnlich Ha. Balance 56 (〈1446〉). (CG)
  • ff. 2–3: Waage, ähnlich Briquet 2562 (1468). (CG)

Format

294 × 219 mm

Folienzahl

III, 234, III'. Moderne Foliierung.

Lagen

29 Hefte: 28 × 8 (f. 224), 1 × 10 (f. 234). Die ersten drei Blätter (ff. 1–3) sind restauriert; die Naht des ersten Heftes befindet sich zwischen f. 5 und f. 6). (GC)

Anzahl der Linien

ff. 4–64v: 31 Zeilen, Zeilenabstand ca. 4 mm. ff. 65–234v: 27–29 Zeilen, Zeilenabstand 6–7mm). Restaurierte Blätter 1–3: 33 Linien, Zeilenabstand ca. 4 mm. (CG)

Liniierung

ff. 4–64v: Blindliniierung ohne Entsprechung bei Leroy-Sautel. Einfache Leitlinien, die erste und letzte bis zum äußeren Blattrand ausgezogen. Die Schrift an der Linie hängend oder darauf. Schriftfläche 243 × 162mm.

ff. 65–234v: keine erkennbare Liniierung; unregelmäßige Schriftfläche, z. B. f. 76r: 238 × 64 mm; f. 140r: 247 × 195 mm. (CG)

Kopist

Zwei zeitgenössische Schreiber:

A. ff. 4–64v Stilisierte, doch flüssige Schrift, deren zuweilen manierierte Formen durch kräftigen Strich und eng gesetzte Buchstaben und Zeilenabständen gebändigt sind. Gleichmäßige Betonung senkrechter (Majuskeln Γ, Η, Π, Τ, Minuskeln β, κ, μ), diagonaler (Majuskeln Α, Λ, Minuskeln δ, χ; Abkürzung -ειν, -ον), horizontaler (Majusken Γ, Π, Τ) und runder (α, δ, ε, ο, σ, φ, ω) Elemente; einzelne Rundbuchstaben (ε, ο, σ, υ, φ) und Ligaturen (εφ, -το) tendieren zu übermäßigen Formen (f. 56v ἐφ’οἷς).

Schlaufen-α am Wortanfang, betont schmal und überlang am Zeilenanfang (f. 45v, f. 60v). Majuskel-Λ greift über Grundlinie hinab, emphatisch am Zeilenanfang (f. 59v). Mondförmiges σ, das Folgebuchstaben umschließt und über die Zeile ausgreift; mondförmiges ε am Wortanfang. Involutionen (ὅτι, οἷον), zumal am Zeilenanfang (f. 64v, letzte Z.). Verlängerung von Buchstaben und Ligaturen (-αι, -ει, -εν, -ον) der letzten Zeile in den unteren Freiraum (f. 37r, 50v); am Zeilenende (meist mit dem Wortende koinzidierend) ornamentale Verlängerungen.

Zahlreiche Abkürzungen, Hochstellungen (ο für –ος/-ον). Langgezogene Zirkumflexe und Abkürzungsstriche für Endsilbe –ων, tw. vorangehende Wörter überwölbend (39r, Z. 21 κατα[πόσει, ἡ τ(ῶν)]). Selten Verbindung von Akut und Spiritus asper.

Zierleisten mit Ketten- (f. 43v) oder Rankenmuster (f. 59v) trennen die Kommentare. Titel, Initialen in roten Majuskeln. Zum Text gehörige Diagramme sorgfältig ausgeführt und tw. durch figürliche Gestaltung aufgewertet (f. 50r: Bewegungsform der Schlangen).

B. ff. 65r–234v Weniger stilisierte rundliche Schrift mit ausgeprägten Richtungs- und Größenschwankungen.

Zierleisten zwischen den Kommentaren: Kettenmuster mit integrierten Titeln (f. 76v, f.95v), Flechtmuster (f. 109r, 223v), Kettenmuster (f. 115v). Initiale am Anfang des Somn.-Kommentars (f. 76v) fehlt.

C. Die ff. 1–3 wurden im 16. Jh. ergänzt.

Einband

Einband „alla Greca“, braunes Leder mit dem Wappen Franz des I.; gekehlte Holzstreben; vergoldete Schnitte mit Blindprägung. (GG)

Erhaltungszustand

Starke Beschädigung duch Feuchigkeit im Bereich des oberen Außenwinkels (ab f. 194 nur oberflächlich); an etlichen Stellen mit Papierstreifen repariert. Die moderne Restaurierung der Handschrift verhindert eine sichere Feststellung der Lagenverhältnisse (CG).

Geschichte

Datierung

12. Ende –13. Jh. Anfang

Provenienz

Geschenk des Antonios Eparchos an Franz I. Notiz am oberen Rand von f. 1r: κτῆμα ἀντωνίου τοῦ ἐπάρχου τῷ ἐπιφανεστάτ(ῳ) φραγκίσκῳ τῷ κραταιῷ βασιλ(εῖ) κελτῶν εἰς εὐχαριστίας σημεῖον. Titel auf f. 1, von der Hand des Konstantinos Palaiokappa: „Μιχαὴλ Ἐφεσίου | σχόλια εἴς <τινα> ὑπομνήματα [εἰς τινὰ] τοῦ Ἀριστοτέλους. | Ὅρα τὸν κατάλογον ἐν τῇ ἀρχῇ τοῦ βιβλίου. (CG)

Auf dem Spiegel ist ein rechteckiges Etikett mit der aktuellen Signatur eingeklebt, unmittelbar darunter eine kurze Beschreibung aus dem 16. (?) Jh. unter der Signatur 2637 (der Bibliothèque Royale). (CG)

Reproduktionen und Digitalisate

  • Par. gr. 1923 (vollständiges Digitalisat (vom Mikrofilm) der BnF)

Bibliographie

Kat.

  • Omont, Inventaire II, S. 164 (“XIV s. Parch.“)

Quelle

  • CAGB (aufgrund von Literatur und Mikrofilm)
  • C. Giacomelli (= GC), Autopsie.