Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Par. gr. 2019

Nachweis: Frankreich, Paris, Bibliothèque nationale de France, Ancien fonds grec, Par. gr. 2019
Datierung:

13. Jh. 4. Viertel–14. Jh. 1. Viertel (ff. 1176V), 14. Jh. 1. Viertel (ff. 177236)

Beschreibstoff: Papier
Format: mm 222 × 130 (ff.1176), 236 × 153 (177237)
Folienzahl: ff. III, 237 ( 197a), III'

Inhalt

  • (ff. 127V) Cat.
  • (ff. 2867V, 6989V, 68 RV, 9096V, 105176V, 98 RV, 100104V, 99 RV, 97 RV) Ioannes Philoponos, In Cat. comm. (CAG XIII 1), des. mut. S. 200,20 ἢ ψυχόμενον ἢ μει [... (Verlust von ca. 4 Bl.).
  • (ff. 177203V) Soph. El. Am Rand unter den anderen Scholien einige Auszüge aus 〈Ps.- Alexander von Aphrodisias, In Soph. El. comm.〉 (CAG II 3).
  • (f. 204V) Scholion zu Soph. El., inc. mut. ...]ον τὸ ὂν ἤτοι γενόμενόν ἐστινἢ ἀίδιον· πειρᾶται γοῦν τις σοφιστικῶς δεῖξαι, des. καὶ τὴν νόσον ἡ ὑγίεια.
  • (f. 205) Περὶ ἐλέγχου [... Rest des Titels fehlt, inc. ἐπεὶ δ᾿ ἔχομεν πότε καὶ πῶς ἐχόντων τῶν ὅρων, des. οὐ γὰρ αὐτός ἐστι διορισμὸς ἐλέγχου καὶ συλλογισμοῦ.
  • (f. 205) Παράφρασις Θεμιστίου, inc. ἐπεὶ δ᾿ ἔχομεν καὶ πῶς ἐχόντων τῶν ὅρων γίνεται συλλογισμὸς ἤτοι φανερὸν πότε γίνεται ἔλεγχος οὐ γίνεται, des. ἀμφοτέρων γὰρ μερικῶν ἔλεγχος οὐ γίνεται.
  • (ff. 206236) Ps.- Alexander von Aphrodisias, In Soph. El. comm. (CAG II 3) (Titel im Ms.: σχόλια τοῦ ἐφεσίου εἰς τοὺς σοφιστικοὺς ἐλέγχους), inc. ἐροστικὸς λόγος ὡς καὶ ἐν τοῖς τοπικοῖς ἐπεσημήνατο καὶ Πλάτων ἐν τῷ Εὐθυδήμῳ (S. 4,5, vgl. S. XVIII sq.).
  • Leer

    ff. 204, 205V

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 1176: westliches Papier ohne Wz.
  • ff. 177201: Buchstabe F mit Kreuz, sehr ähnlich M.–T. 3566 (Wallis 1322–1335), fast identisch mit einem Teil des Zeichens Br. 8145, M.–T. 5208 (Bologna 1314–1317, mit Varianten Bologna 1315–1318, Murano 1317).
  • ff. 202237: verschiedene Buchstabenkombinationen, oft GOIO, sehr ähnlich Br. 95069516 (vorwiegend Oberitalien 1292–1317), sehr ähnlich M.–T. 5706–5736 (vorwiegend Oberitalien 1292–1325); dazwischen (ff. 229/236, 231/234) Griechisches Kreuz, Br. ohne Beleg, fast identisch mit einem Teil des Zeichens M.–T. 5681 (Bologna 1311–1313, mit Variante Udine 1311).

Format

mm 222 × 130 (ff.1176), 236 × 153 (177237)

Folienzahl

ff. III, 237 ( 197a), III'

Lagen

8 × 8 (64), 1 × 8 1 (73, Bl. 4 hinzugebunden, gehört vor f. 90), 2 × 8 (89), 1 × 8 - 1 (96, Bl. 1 als jetziges f. 68 disloziert), 1 × 8 (104, innerhalb dieser dislozierten Lage Blattvertauschung, daher jetzt anders gebunden), 9 × 8 (176), 1 × 6 (182), 1 × 8 (190), 1 × 12 (201), 1 × 4 (205), 2 × 8 (221), 1 × 8 - 1 (228, Heftfaden nach Bl. 4, kein Textverlust), 1 × 8 1 (237, letztes Bl. hinzugebunden).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden

Lagensignierung

(1) auf dem ersten Recto oben rechts und dem letzten Verso unten rechts, wohl vom Kopisten A: 〈α〉 (f. 1), β (f. 9) – ια (ff. 82, 89V), ιγ (ff. 105, 112V) – κα (ff. 169, 176V); zur Lage 〈ιβ〉 gehören die jetzigen ff. 68, 9096, die jetzigen ff. 98, 100104, 99, 97 bildeten ursprünglich die Lage 〈κβ〉.

(2) auf dem ersten Recto unten links, wohl nicht von einem der Kopisten: 〈α〉 (f. 177) ... γ (f. 191), δ (f. 202), ιγ (f. 206) – ις (f. 229). Vor f. 206 befanden sich demnach ursprünglich weitere 8 Lagen (ε–ιβ). Über deren Inhalt läßt sich nichts genaues sagen; möglicherweise standen hier weitere Erläuterungen zu Soph. El. (z.B. der Kommentar des Leon Magentinos). Es ist aber auch möglich, dass es sich bei (2) in Wirklichkeit um zwei verschiedene Zählungen handelt, dann könnte auf den Lagen α–ιβ auch der Text mehrerer Organon-Traktate, eventuell mit Erläuterungen, gestanden haben.

Reklamanten

Reklamante f. 95 unten waagerecht, von späterer Hand.

Anzahl der Linien

Lin. 22–24 (ff. 1176), 18–31 (ff. 176203), 36–46 (ff. 206227), 30–31 (ff. 228235).

Liniierung

Lake I, 1a = Leroy 00D1 (jedoch senkrechte Begrenzungen nicht bis zum Blattrand gezogen) (ff. 1176); im übrigen Ms. nicht erkennbar.

Kopist

A. ff. 1176V. Zu Cat. Titel, Zierleiste f.1, Initialen, Kapitelüberschriften, Diagramme in verblaßtem Braunrot; zu Philoponos Zierleiste f. 28 in Grün und Braunrot, Titel kräftig rot; Initialen und Marginalien in verblasstem Braunrot.

B. ff. 177203V, 206227V lin. 10 von unten. Starke Duktus-Schwankungen, besonders ff. 198V, 199V, aber dennoch wohl alles eine Hand.

C. ff. 204V, 227V lin. 9 von unten (ab S. 100,20 δύναται καὶ νῦν ἧττον κακουργεῖν. νῦν φησίν, ὅταν ᾗ ὡρισμένον τὸ πρόβλημα) – 236 sowie teilweise die Scholien am Rand von B.

D. f. 205.

Ergänzungen zum Textbestand

Zu Cat. selten Diagramme, einige Korrekturen am Rand vom Kopisten; zu Philoponos einige Diagramme (braunrot) und Ergänzungen am Rand vom Kopisten, einige lateinische Lemmata von anderer Hand; zu Soph. El. häufige Interlinearglossen und einige Diagramme am Rand; zu Ps.-Alexander am Rand einige Diagramme, kurze Scholien und Lemmata von anderer Hand.

Einband

Louis XIV. Auf dem Rücken: MICHAEL EPHESENIUS.

Wz. im Vorsatz: ff. II, III': Weintraube, sehr ähnlich Br. 13078 (Angoulême 1540). f. III: Herz mit Buchstabe L auf beiden Seiten, Br. und Hea. ohne Beleg.

Erhaltungszustand

ff. 61, 126, 144 fehlt der Außenrand, ff. 196205 rechte obere Ecke abgerissen, f. 1 stark abgeschabt.

Geschichte

Datierung

13. Jh. 4. Viertel–14. Jh. 1. Viertel (ff. 1176V), 14. Jh. 1. Viertel (ff. 177236)

Provenienz

Beide Teile des Ms. stammen aus Süditalien (nach dem Duktus und der Art der Illumination) (Harlfinger). Wie der ebenfalls in dieser Region entstandene Par. 1973 (vgl. oben, S. #) gehörte auch der 1. Teil unseres Ms. (ff. 1176) dem Humanisten und Arzt Nicolaus Leonicenus (Nicolò aus Lonigo bei Vicenza, 1428–1524; vgl. M.E. Cosenza, Ital. Humanists, III, S. 1971–1974; V, S. 260–261; VI, S. 158–159). f. 1 oben: D(o)m(ini) Nicolai Leoniceni. f. 1 unten eine Eintragung, die von einem galeni liber spricht und die Jahreszahl 1481 sowie den Namen nico(laus) und lonigo enthält; die gleiche Eintragung auch im Par. 1973, f. 1 unten.

In die Bibliothèque Royale kamen beide Teile unseres Ms. über die Sammlung Ridolfi; f. 1 oben griechischer Pinax von der Hand des 〈Devaris〉 zu Teil 1 (ff. 1176V), dazu die Signaturen No 74, No LXIIII (gestrichen), No 71 ter. f. 236V griechischer Pinax, ebenfalls von 〈Devaris〉, zu Teil 2 (ff. 177236) mit der Signatur No 114; ebenso von 〈Devaris〉 griechischer Pinax f. 237V, ebenfalls zu Teil 2, mit den Signaturen No 27 primae (capsae), No 114. Darüber aufgeklebte Signatur: 591. f. 237 verschiedene Schreibübungen mit den Worten δέσποτα τὰ πεπιστευμένα μοι καὶ διαφυλάττω πιστῶς καὶ πιστῶς ἀποδίδωμι κτλ. und ἐρυμνῶς ὀχυρῶς περικαταθήκη· περικατατιθέναι.

Ältere Signatur der Bibliothèque Royale: No 3384 (f. 1); f. II lateinisches Inhaltsverzeichnis von 〈Sevin〉.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Par. gr. 2019 (vollständiges Digitalisat (vom Mikrofilm) der BnF)

Bibliographie

Kat.

  • Catal. Codd. Mss. Bibl. Regiae, II, S. 433.
  • H. Omont, II, S. 180.

Kod.

  • H. Omont, Mss. Ridolfi, S. 317 Nr. 64.
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 60 Anm. 1 auf S. 61.

Text.

  • Ps.-Alexander: ed. M. Wallies, CAG II 3, S. VI (Sigel La, gehört mit Q [= Par. 1918], R [= Par. 1897], N [= Esc. Φ.III.10] und K [= Par. 1843] zur classis altera. ad recensenda excerpta cod. La, qui neglegentissime scriptus sit, nullius pretii est) , XXI (einige Besonderheiten der Textgestaltung) ; vgl. auch S. XVIII–XIX (Specimina von Lesarten) .

Quelle

  • Reinsch, Autopsie Juni 1968.