Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Par. gr. 2020

Nachweis: Frankreich, Paris, Bibliothèque nationale de France, Ancien fonds grec, Par. gr. 2020
Datierung:

15. Jh. letztes Jahrzehnt

Beschreibstoff: Papier
Format: 212 × 146 mm
Folienzahl: ff. III, 376, III'

Inhalt

  • (ff. 12) Vita Vulgata des Aristoteles (ed. I. Düring, Biogr. Trad., S. 131–136).
  • (ff. 23) 〈De arte logica disputatio〉 (ed. A. Busse, CAG XII 1, S. X–XII), inc. ἐπειδὴ δὲ λογικῆς πραγματείας (ἀρχὴ om.) τὸ προκείμενον βιβλίον, des. S. XII, 6 ἀντιλέγειν. Danach ohne Absatz δεῖ δὲ ἡμᾶς εἰπεῖν τὰ πρὸς τῶν φιλοσόφων οὕτω προσαγορευόμενα προλεγόμενα ἤτοι προτεχνολογούμενα ἐπὶ παντὸς βιβίου (es folgen neun der sog. Kephalaia), des. καὶ ἡ ὑπό τι μέρος ἀναφορά.
  • (f. 3V) Griechischer Text der Vita Syriaca I (1 Mitte–10) (englische Übersetzung des syrischen Textes bei I. Düring, Biogr. Trad., S. 185–186), danach Aufzählung der Kategorien.
  • Organon:
  • (ff. 424) Cat. Zu Beginn einige Marginalscholien und Diagramme, ab f. 6 Scholien nur noch sporadisch, erstes Scholion (f. 4) inc. ἐπιγέγραπται περὶ τῶν δέκα κατηγοριῶν, κατηγορεῖν δὲ λέγεται τὸ κατά τινος ἀγορεύειν. ἐπεὶ οὖν εἶπε περὶ τῶν ι γενικωτάτων γενῶν.
  • (ff. 2529V) 〈Porphyrios, Isagoge〉, inc. mut. ...] σαφὲς S. 4, 14 des. imperf. S. 10,17 ἀναίσθητος [... Häufige Marginalscholien (z. T. in Form byzantinischer Zwölfsilber, wahrscheinlich aus dem im Vind. Phil. 300, ff. 63–81 enthaltenen Kommentar des Ioannes Tzetzes), inc. εἰς θέσιν αὐτοῦ τοῦ πραόφρονος πλέον / ὄντας ὁποίους ἡ θεοῦ δίκη βλέπει.
  • (ff. 3048) 〈Cat.〉, inc. mut. ...] ἐν δὲ τῷ θεάτρῳ 6,5b25. Am Rand sehr häufige Scholien, Auszüge aus Ammonios, In Cat. comm. (CAG IV 4), inc. f. 31 διὰ τί δὲ S. 66,14.
  • (ff. 48V49V) Scholien zu Cat. und Int. (vgl. Par. 1897A, f. 52V).
  • (ff. 5067V) Int. Sehr häufige Marginalscholien, u.a. Michael Psellos, In Int. paraphr. (Titel f. 50 σύνοψις καὶ μετάφρασις σαφεστά(η) τῆς διδασκαλίας τοῦ περὶ ἑρμηνείας τοῦ σοφωτάτου ψελλού), inc. οὐχ ὅτι ὁ σκοπὸς τοῦ περὶ ἑρμηνείας διαλαμβάνει περὶ προτάσεων.
  • (ff. 68166V) Anal. Pr. Auslassung f. 138V lin. 1: II 3, 55b26 οἷον [...] ἡ δ᾿ ἐν μέρει 56a31. Am Rand einige Scholien (bis f. 142) und Diagramme (bis f. 155V), erstes Scholion inc. συλλογισμός, ἐπαγωγή κτλ. (vgl. Par. 1897A, f. 73 , oben S. #).
  • (ff. 167226V) Anal. Post. Am Rand häufige Scholien und Diagramme, erstes Scholion inc. ἀριστοτέλης θέλων διδλαξαι περὶ ἀποδείξεως κτλ. (vgl. Par. 1897A, f. 137).
  • (ff. 227344V) Top. Nur sporadisch kurze Marginalscholien.
  • (ff. 345374V) 〈Soph. El.〉.
  • Leer

    ff. 24V, 58, 375376V.

  • Textgeschichtliches

    Als Vorlage für unser Ms. ab f. 25 hat dem Kopisten Par. 1897A (vgl. oben S. ## gedient. Das geht aus folgenden Beobachtungen hervor:

    1. Im Par. 1897A ist Porphyrios, Isagoge (ff. 3034V) durch mechanisch bedingten Verlust am Anfang und am Ende verstümmelt. Unser Ms. beginnt an derselben Stelle (...] σαφὲς CAG IV 1, S. 4,14) und hört dort, wo Par. 1897A am Ende mutiliert ist, mitten in der Zeile auf.

    2. Im Par. 1897A beginnt Cat., ebenfalls durch Lagenausfall bedingt, mutiliert. Unser Ms. setzt mit denselben Worten ein (kein mechanisch bedingter Verlust).

    3. Par. 1897A weist in Anal. Pr., bedingt durch Blattausfall, eine Lücke auf: I 26,43a3 μηδενὶ [...] κατ᾿ ἄλλων 27,43a29. In unserem Ms. springt der Text an dieser Stelle (f. 111 lin. 2); der Kopist hat das Fehlende dann nachträglich auf dem eingefügten f. 110 R ergänzt.

    4. Eine weitere ebenfalls durch mechanischen Verlust entstandene Lücke konstatieren wir im Par. 1897A bei Anal. Pr. II 3,55b26 οἷον [...] ἡ δ᾿ ἐν μέρει 56a31. Unser Ms. weist an dieser Stelle (f. 138V lin. 1) einen Textsprung auf.

    5. Im Par. 1897A endet Anal. Pr. imperfecte II 15,64a33/34 ἀντικείμενα [... Eben an dieser Stelle wechselt in unserem Ms. der Duktus ganz auffällig (f. 156 lin. 2 von unten).

    6. Im Par. 1897A ist in Anal. Post. die Abfolge der Blätter gestört; der ursprüngliche Zustand war: ff. 156, 160166, 157159. Der Kopist unseres Ms. schrieb (f. 205V) zunächst seine Vorlage in der falschen Reihenfolge der Blätter ab, die er vorfand (156,157): II 33,89b4 ζῷον (letztes Wort f. 156V), dann αἱ διαφοραὶ II 13,97b4 (erstes Wort f. 157). Er bemerkte dann den Fehler in der Vorlage und schob die ff. 208220 ein, die den Text von οἱ δ᾿ οὐ καθόλου II 3,90b5 bis παραλαμβανόμενον 13,97b4 enthalten. Die letzten 3 Zeilen auf f. 205V (II 13,97b4 αἱ διαφοραὶεἴρηται b6) tilgte er, fügte sie entsprechend auf f. 220 als letzte Zeilen etwa auf der Mitte der Seite (Rest leer) ein und verwies auf den Anschluss: f. 220V am Ende (die Seite ist nur halb vollgeschrieben) ὅρα ἄντικρυς ἄνω. Dann aber stellte er einen weiteren Mangel der Vorlage fest: Im Par. 1897A fehlt, abgesehen von der Vertauschung, vor f. 160 ein Blatt. Den fehlenden Text (I 33,89b4 ζῷον [...] οἱ δ᾿ οὐ καθόλου II 3,90b5) mit dem Ende von Buch I und dem Anfang von Buch II trug unser Kopist daher auf den eingefügten ff. 205206V nach.

    7. Par. 1897A enthält nicht Soph. El. Unser Ms. zeigt bei Beginn dieses Traktats (f. 345) deutlichen Duktuswechsel, und es setzt eine neue Kustodenreihe ein.

    Am Ende von Int., wo im Par. 1897A ebenfalls ein Blatt fehlt, ist in unserem Ms. nichts Auffälliges festzustellen. Vielleicht war dieses Blatt, als Par. 1897A als Vorlage diente, noch vorhanden. ff. 129V des Par. 1897A, die (mit Vertauschungen und Lücken, f. 1 beginnt mitten im Traktat) Ammonios, In Porph. Isag. comm. enthalten, hat unser Kopist nicht abgeschrieben; er hat dafür nachträglich aus anderer Quelle die Viten und Cat. an den Anfang unseres Ms. gesetzt.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 118: Glocke mit Kreuz, sehr ähnlich Br. 4060 (Venedig 1491).
  • ff. 1924, 157161/ 168172, 163166: Armbrust im Kreis mit Lilie, entfernt ähnlich Br. 760 (Florenz 1523, mit Varianten Viktring 1524, Lucca 1526/28).
  • ff. 2539, 50151, 179/192, 194201/202205+221224, 225240, 259292, 293297/306310, 311/326: Waage im Kreis mit Stern und Gegenzeichen BA, fast identisch Br. 2522 (Syrakus 1497, mit Variante Venedig 1498) und Waage im Kreis mit Stern und Gegenzeichen AI, ähnlich Br. 2594 (Venedig 1500).
  • ff. 42/47: Ochsenkopf mit Stange und Schlange, Br. ohne Beleg, sehr ähnlich Pi. II, XVI 170 (Königsberg 1491).
  • ff. 44/45: Hut, Typ Br. 3400 (Udine 1488, mit Varianten Vicenza 1487–1492, Venedig 1488 und 1490), ähnlich Ha., chapeau 27 (belegt J. 1489).
  • ff. 152155/174177, 162/167, 241258, 298305, 312325, 327344: Waage, Typ Br. 2444 (Venedig 1469, mit Varianten Fabriano 1471–1487, Neapel 1468).
  • ff. 183188: Ochsenkopf auf Stange und Schlange sowie Stern auf der Kopffläche, fast identisch Br. 15386 (Rattenberg 1492, mit Varianten Regensburg 1493,Zürich 1498, Soleure 1498–1499), = Pi. II, XVI 381 (Österreich und Deutschland 1492–1498).
  • ff. 206220: Anker im Kreis mit Gegenzeichen A, Br. ohne Beleg, = Mo. 2551 (Zadar 1497).
  • ff. 345376: Anker im Kreis mit Stern, Br. ohne Beleg, ähnlich Mo. 2595–2597 (Jugoslawien 1450–1510).

Format

212 × 146 mm

Folienzahl

ff. III, 376, III'

Lagen

1 × 18 (18), 1 × 6 (24), 1 × 16–1 (39, Heftfaden nach Bl. 8, kein Textverlust), 1 × 10 (49), 1 × 18 (67), 1 × 16–1 (82, Heftfaden nach Bl. 8, kein Textverlust), 1 × 18 (100), 1 × 18 + 1 (119, Bl. 10 nachträglich hinzugefügt), 2 × 16 (151), 1 × 26 (177), 1 × 16 (193), 1 × 16 (194205, 221224), dazwischen nachträglich eingeschoben 1 × 2 (206207), 1 × 14–1 (208220, kein Textverlust), 1 × 16 (240), 2 × 18 (276), 1 × 16 (292), 1 × 18 (310), 1 × 16 (326), 1 × 6 (332), 1 × 12 (344), 1 × 24 (368), 1 × 8 (376).

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden auf dem ersten Recto und auf dem letzten Verso unten Mitte/ rechts, vom Kopisten: α (f. 344V) – γ (f. 369).

Reklamanten

Reklamante f. 109V unten waagerecht, vom Kopisten (da f. 110 nachträglich eingefügt).

Reklamanten

Lagenzählung mit lateinischen Buchstaben (mit Folienzählung innerhalb der einzelnen Lagen): A1 (f. 1) – Z8 (f. 376).

Anzahl der Linien

Lin. 16–19 (außer ff. 124, 110, 157166, 207, 345374: 21–23)

Kopist

Michael Suliardos〉 (Sevin). Er kopierte das Ms. in zwei deutlich zu unterscheidenden Arbeitsvorgängen (zu den Gründen vgl. oben Entstehung): (1) ff. 25109V, 111156 lin. 2 von unten, 167205V, 208220V (außer den letzten 3 Zeilen), 221344V. Schwarze Tinte, Lin. 16–19.

(2) ff. 124, 110RV, 156 lin. 2 von unten–166V, 206207V, 220V letzte 3 Zeilen, 345374V. Braune Tinte, Lin. 21–23. Titel, Zierleisten, Kapitelüberschriften, Initialen, Teloszeilen (zum Teil) in blassem Braunrot (gilt für beide Arbeitsgänge). f. 24 im Zusammenhang mit der Teloszeile δόξα τῶ θ(ε)ῶ; f. 374V der Zwölfsilber τῶ συντελεστῆ τῶν καλῶν θ(εῶ) χάρις, dann δόξα σοι ὁ θ(εό)ς. f. 24V oben σωτήρ. Eine spätere Hand hat einige Titel und Scholien nachgezogen, f. 68 fälschlich περὶ ἑρμηνείας hinzugefügt (wieder gestrichen).

Ergänzungen zum Textbestand

Zu Porphyrios, Cat. (ff. 3048), Int. einige Interlinearglossen.

Einband

François I. Auf dem Vorderdeckel: ΑΡΙΣΤ. ΟΡΓΑΝΟΝ. Γ. Wz. f. I': Krone (nur Teil des Zeichens, nicht näher bestimmbar).

Erhaltungszustand

An den Rändern stark beschädigt (das Papier zerfällt), teilweise restauriert.

Geschichte

Datierung

15. Jh. letztes Jahrzehnt

Provenienz

Wahrscheinlich Florenz, wo sich Suliardos nach 1475 aufhielt und mehrere Mss. kopiert hat. Gelangte unter François I (1494–1547) in die Bibliothèque Royale. f. I griechischer Pinax von 〈Angelos Bergikios〉, darunter (aufgeklebt) lateinisches Inhaltsverzeichnis von 〈Sevin〉 mit der Signatur 3072; von dessen Hand auf f. I oben: Manu Suliardi. f. 1 Signaturen MCC (Rigault), 1316 (Dupuy), 3072 (Clément).

Reproduktionen und Digitalisate

  • Par. gr. 2020 (vollständiges Digitalisat (vom Mikrofilm) der BnF).

Bibliographie

Kat.

  • Catal. Codd. Mss. Bibl. Regiae, II, S. 433.
  • H. Omont, II, S. ##

Kod.

  • V.–G., S. 320.

Text.

    Vita Aristotelis

    • Vita Vulgata: ed. I. Düring, Ancient Biogr. Trad., s. 121,125 (Bildet mit Angel. 30 und Angel. 42 die Familie c. Par. 2020 is apparently directly copied from Angel. 30 ) , 129 (Stemma) .

Quelle

  • Reinsch, Autopsie Juni 1968