Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Guelf. 24 Gud. graec.

Nachweis: Deutschland, Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Gudiani Graeci, Guelf. 24 Gud. graec.
Datierung:

12. Jh.

Beschreibstoff: Pergament guter bis mittelmäßiger Qualität (Nähstellen; statt Bifolien bisweilen 2 Einzelblätter)
Format: 275 × 194
Folienzahl: ff. I, 222, I'

Inhalt

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Pergament guter bis mittelmäßiger Qualität (Nähstellen; statt Bifolien bisweilen 2 Einzelblätter)

Wasserzeichen

  • Spiegel (älter als Einband).
  • Adler (vgl. Cod. Guelf. 88 Gud. graec.), ähnlich Br. 1368 (Utrecht 1579–85, mit Varianten Holland 1573–90, Basel 1588), Heawood ohne Beleg.
  • Spiegel unidentifizierte Buchstabenkombination in Blattmitte.

Format

275 × 194

Folienzahl

ff. I, 222, I'

Lagen

FHHF. 10*8 (ff. 180), 1*8-4 (ff. 8184; Bl. 1 fehlt mit, Bl. 6–8 am Traktatende ohne Textverlust), 4*8 (ff. 85116), 1*8-3 (ff. 117121; Bl. 2, 4 und 5 fehlen mit Textverlust), 4*8 (ff.122153), 1*8-1 (ff. 154160; Bl. 1 fehlt mit Textverlust), 1*8 (ff. 161168), 1*8-2 (ff. 169174; Bl. 4 und 5 fehlen mit Textverlust), 5*8 (ff. 175214), 1*10-2 (ff. 215222; Bl. 9 fehlt mit, Bl. 10 [aufgrund der Kürze des fehlenden Traktatschlusses] ohne Textverlust).

Griechische Kustoden

Griechische Majuskelkustoden vom Kopisten jeweils auf dem ersten Recto unten links (ab ιστ [f. 93] auf Rasur, vielleicht von anderer Hand) Δ (f. 1) – λβ (f. 215) (nicht überall vorhanden, vgl. auch die Blattverluste.)

Lateinische Buchstaben jeweils auf dem erstn Recto unten rechts in blaß-brauner Tinte: d (f. 1) – y (f. 138), z (?) (f. 146), in kräftigerem Braun: 9 (f. 161), 4 (f. 169), sehr blaß und dick: aa (ff. 177) – ee (f. 215)

Liniierung

Lake I, 2c = Leroy 20C1 (z.B. ff. 80v/81, 152v/153) und Leroy P4 20C1 (z.B. ff. 102v/103), 27 Schriftzeilen, Schriftspiegel mm 195 × 120.

Kopist

Der Grundtext stammt von einer einzigen Hand, wohl der eines Gelehrten des 12. Jh.

Ergänzungen zum Textbestand

Die unorthodoxen Einschübe auf ff. 187V und 198V199 begegnen auch in anderen Aristoteles-Handschriften (vgl. Aristoteles Graecus 130-135, 251-252 [Durham Chapter C. 1. 15, Durham NC Gr. Ms 30 und Laur. 72, 18]).

Die Herkunft der vielen Randscholien zu bestimmen (das incipit des ersten Scholions zu De Int. f. 8v z.B. begegnet auch im Vatic. gr. 243, f. 70V), bleibt ebenso Aufgabe des Bd. III des AGr wie die Darlegung der gestörten Textabfolge in Soph. El., wo zudem ff. 215 und 216 senkrecht halb abgeschnitten sind (mit Textverlust). Titel, Initialen, z.T. Scholien und Diagramme in leuchtendem Rot; aber auch Violett sowie – sonst selten in griechischen Handschriften – Grün und Blau verwendet, allerdings wohl nicht vom Hauptkopisten.

Einband

Typischer Einband der Gude-Bibliothek.

Erhaltungszustand

Mechanische Lücken (vgl. Lagen), außer an Beginn und Ende des Kodex: Analytica priora II 21, 67a 35 ἡμίονος [... - 22, 68a 11 ...] ἢ τὸ β zwischen f. 80V und f. 81; Analytica posteriora II 12, 95a 23 γίνηται [... - 95b 39 εἴπερ zwischen f. 117V und f. 118; Analytica posteriora II 13, 96b 16 γένος [... - 14, 98a 7/8 ... ὑπάρχει zwischen f. 118V und f. 119; Topica IV 4, 125a 35 συμμετρία [... – 5, 126a 13 ...] οὐκ zwischen f. 153V und 154; Topica VI 3, 141a 1 δίπουν [... - 4, 142b 5 ...] ὥστε zwischen f. 171V und f. 172.

Geschichte

Datierung

12. Jh.

Ursprünglicher Zustand

Auf den 3 am Anfang ausgefallenen Lagen (vgl. oben) muß nach einer Umfangberechnung außer dem Beginn der Kategorien auch Porphyrios, Isagoge (CAG IV 1) gestanden haben.

Provenienz

Mit dem Kodex ist intensiv durch die Jahrhunderte hindurch gearbeitet worden. Er ist z.T. über und über mit sekundären Randscholien, Diagrammen und Interlinearien bedeckt. Mindestens 10 Fremdhände, meist aus dem 13.-15. Jh., lassen sich unterscheiden. Die wichtigste und älteste aus dem 13. Jh. (Hand a) im Kursivduktus wohl eines Gelehrten schrieb die meisten Scholien und Schemata, und zwar nach und nach mit verschiedenen Federn und Tinten.

In der zweiten Hälfte des 14. Jh. war der Kodex in den Händen des Makarios, des Metropoliten von Sebasteia sowie Exarchen von Armenien und Patriarchen von Konstantinopel in den Jahren 1376–1379. 1390-1391 (zu ihm vgl. z.B. H. G. Beck, Kirche und theologische Literatur im byzantinischen Reich. München 1959 [Byzant. Handbuch II 1], 775–776. Turyn, Vaticani 174); sein Namenszug (nicht die Jahreszahl 1248, wie Koehler zögernd vermutet) findet sich in Monokondylien am seitlichen Außen von f. 179V: + ὁ ταπεινὸς μ(ητ)ροπολίτης σεβαστείας ὑπέρτιμος καὶ ἔξαρχος πάσης ἀρμενίας μακάριος +.

Ein weiterer Vorbesitzer unserer Handschrift ist der berühmte Manuel Chrysoloras (um 1350-1415); zu ihm vgl. zuletzt in Dizionario critico della letteratura italiana 1 [1973] 332-333); auf f. 222V, dem also damals schon letzten Blatt des Kodex, steht sein Name: ΧΡ a. manuelis crissolora.

Reproduktionen und Digitalisate

Bibliographie

Kat.

  • D. Harlfinger, Griechische Handschriften und Aldinen. Eine Ausstellung anläßlich der 15. Tagung der Mommsen-Gesellschaft in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; 16. Mai bis 29. Juni 1978, Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, 1978, Nr. 6, S. 27-30.

Quelle

  • CAGB (nach Harlfinger 1978).