Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Breslau 15

Nachweis: Polen, Breslau, Biblioteka Uniwersytecka, Rehdigerani graeci, Breslau 0015
Datierung:

15. Jh. 2. H.

Beschreibstoff: Papier
Format: 289 × 204 mm
Folienzahl: ff. 38, I'

Inhalt

  • (f. 2V) Kurze Einleitung zu An., inc. ἐν μὲν τῇ φυσικῇ ἀκροάσει, des. ἀνάγει τὸν λόγον (ed. G. Konstantinides, in: Jahrb. f. Class. Philol. 33, 1887, S. 216–217).
  • (ff. 314V) An. bis 15, 409 b 15 τούτου […
  • (ff. 1628V) Xenophon, Cynegeticus.
  • (ff. 28V38) Xenophon, Hipparchicus.
  • Leer

    ff. 12, 15RV, 38V.

  • Textgeschichtliches

    Die kurze Einleitung zu An. ist auch in Berol. gr. fol. 67, 15. Jh. enthalten, sowie in Esc. T. II. 21 (f. 34) und Bern. 135 (p. 2).

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • f. 1: Madonna mit Kind in der Mandorla, nicht belegt (17. Jh. oder später).
  • ff. 214: Waage, ähnlich Br. 2504 (Wien 1472, mit Variante Vicenca 1474–1475).
  • f. 15: Bär, entfernt ähnlich Br. 12378 (Brünn 1537, mit Variante Grevenbroich 1542) oder Br. 12379 (Budapest 1552).
  • ff. 16/23, 17/22: Waage, entfernt ähnlich Br. 2491 (Mantua 1468, mit Varianten Italien 1471–78).
  • ff. 19/20: Waage, Typ Br. 2459 (Vicenza 1474, mit Varianten Italien 1474, 1475).
  • ff. 18/21: Waage, entfernt ähnlich Br. 2458 (Venedig 1470).
  • ff. 2438: Waage, ähnlich Br. 2584 (Salo 1501, mit Varianten München 1501–13, Italien 1505, 1538).

Format

289 × 204 mm

Folienzahl

ff. 38, I'

Foliierung

Die dem Katalog zugrundeliegende Foliierung berücksichtigt das jüngere f. 1 nicht und beginnt die Zählung mit f. 2 als 1 (f. 15 = 14).

Lagen

1 × 1 (1), Lagenverhältnisse für ff. 214 unklar, da Hs. hier im Falz vollständig restauriert; nach Wz. höchstwahrscheinlich 1 × 14 - 1 (214, Bl. 1 fehlt), 1 × 1 (15), 2 × 8 (31), 1 × 8 - 1 (38, Bl. 8 fehlt).

Lagensignierung

Griechische Kustode vom Kopisten f. 23V rechts unten α.

Anzahl der Linien

Lin. 26 (ff. 214), 33 (ff. 1638)

Kopist

A. ff. 2V14V. Einzelne Marginalien.

B. ff. 1638: Von derselben Hand stammt der Rehd. 41 (Harlfinger). Am Rande Korrekturen und Konjekturen (z. B. f. 25: ἐπὶ σκοπὴν puto). Lateinische Kapitelüberschriften am Rand wohl ebenfalls von dieser Hand. Einzelne schmucklose Initialen in verblaßter roter Tinte.

Einband

Der Kodex ist 1965 restauriert und neu gebunden worden. Der weiße Schafslederbezug des alten Deckels wurde dabei vorn und hinten miteingebunden. Am Rande dieses alten Bezuges zieht sich ein Schmuckband entlang, das die Ecken noch besonders hervorhebt. In der Mitte befindet sich innerhalb eines oval geführten Schmuckbandes ein Wappen, das einen Hirsch darstellt, der auf den Hinterläufen steht. In das ovale Schmuckband ist oben der Name Thomas Rehdinger (sic), unten die Devise Avec le temps eingeschrieben. In dieser Weise wurde der größte Teil der Sammlung Rehdiger nach 1661 gebunden.

Erhaltungszustand

Das Ms. war bei Kriegsende 1945 ausgelagert. Dabei hat es wohl unter der Feuchtigkeit stark gelitten, so daß das obere Drittel der Blätter mehr oder weniger unleserlich ist. Vgl. K. Aland, Die Handschriftenbestände der polnischen Bibliotheken (= Akad. Wiss. zu Berlin, Schr. d. Sekt. für Altertumswiss. 7), Berlin 1956, S. 40. Die Restaurierung von 1965 hat den Bestand gesichert.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 2. H.

Provenienz

Die Handschrift besteht aus zwei Teilen (ff. 214 und 1638). Beide Teile stammen etwa aus der gleichen Zeit, der zweiten Hälfte des 15. Jh. Einen ungefähren Anhaltspunkt für die Zeit der Vereinigung der beiden Teile gibt f. 15, das zwischen sie eingebunden ist: Das Wasserzeichen weist auf die 1. Hälfte des 16. Jh. Ob beide Teile getrennt oder schon zusammen von Thomas Rehdiger (1540–1576), einem Breslauer Patrizier, erworben sind, ist nicht zu sagen. Rehdiger besaß eine große Sammlung von griechischen Handschriften, deren größten Teil er vermutlich auf einer Studienreise in Italien in den Jahren von 1567–1569 in Padua, Venedig und Bologna erwarb. Ob dieser Kodex zu den in Italien erworbenen Handschriften gehörte, läßt sich nicht entscheiden.

Rehdiger bestimmte testamentarisch, „ut illa bibliotheca cum suis ornamentis non tantum Rhedingerianae familiae … honori, verum etiam aliis usui et voluptati esse posset‟. Die Erben übergaben die Bibliothek 1645 der Breslauer Bürgerschaft, der sie 1661 öffentlich zugänglich gemacht wurde (dabei wurden die Handschriften zum größten Teil neu eingebunden). Das Ms. blieb bis 1945 in der Stadtbibliothek Breslau, deren Nachfolge die Biblioteka Uniwersytecka antrat.

Bibliographie

Kat.

  • Codd. Vratislav., S. 7–8.

Kod.

  • A. Wachler, Thomas Rehdiger und seine Büchersammlung in Breslau, Breslau 1828, S. 39.

Text.

    Xenophon

    • Jo. G. Schneider, ed. Xenophon VI, Leipzig 1815, S. XIV.
    • L. Dindorf, ed. Xenophon, Opuscula, Oxford 1866, S. VI–VII (Sigel V) .
    • G. Sauppe, ed. Xenophon V, Leipzig 1866, S. 209 (Sigel V) .
    • G. Pierleoni, ed. Xenophon, Cynegeticus, Berlin 1902, S. V (Sigel V) .
    • G. Pierleoni, ed. Xexophon, Opuscula, Rom 1933, S. XII.
    • F. Rühl, Die Überlieferung von Xenophons Hipparchikos, in: N. Jahrb. 143, 1891, S. 53–65, dort S. 56, 58–59.
    • P. Cerocchi, Prolegomena ad Xenophontis Hipparchicum, in: SIFC 6, 1898, S. 471–492, dort S. 487–488.
    • G. Pierleoni, De fontibus quibus utimur in Xenophontis Cynegetico recensendo, in: SIFC 6, 1898, S. 65–96, dort S. 71, 94–95.
    • Guil. Falbe, Studia Xenophontea, Diss. Greifswald 1909, S. 9–10, 36–38.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 74–76 (Victor, Autopsie Oktober 1969).