Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Berol. Graec. fol. 67

Nachweis: Deutschland, Berlin, Staatsbibliothek, Folien-, Quart- und Oktavbände, Berol. Graec. fol. 67
Datierung:

15. Jh. (um 1460; vgl. Rashed 2001, 269)

Beschreibstoff: Papier
Format: 300 × 200 mm
Folienzahl: ff. 180

Inhalt

  • (ff. 177V) Cael.
  • (ff. 77V124V) Gener. Corr.
  • (ff. 125179V) An.
  • (ff. 179V180) Kurze Einleitung zu An., inc. ἐν μὲν τῇ φυσικῇ ἀκροάσει, des. ἀνάγεται τὸν λόγον (vollständig abgedruckt bei G. Konstantinides, in: Jahrb. f. class. Philol. 33, 1887, S. 216–217). Derselbe Text auch im Bern. 135, p. 2; Esc. T. II. 21, f. 34; Vrat. Rehd. 15, f. 2V.
  • Leer

    f. 180V (?).

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Format

300 × 200 mm

Folienzahl

ff. 180

Lagen

Quaternionen, Quinionen, Senionen. Lagenzählung am unteren Rand. Keine Foliierung.

Anzahl der Linien

Lin. 24

Kopist

Haupttexte von einer Hand. Schöne, sorgfältige Schrift. Breite Ränder. (〈Georgios Tzangaropoulos〉 (Rashed).)

Am Rand geometrische Figuren und Scholien von einer 2. Hand (rote Tinte).

Weitere Marginalien und wenige interlineare Glossen von einer 3. Hand (sehr matte schwarze Tinte).

Ergänzungen zum Textbestand

Randscholien, wenige Interlinearien.

Einband

18. Jh. E.–19. Jh. A. Starker Ganzlederband.

Geschichte

Datierung

15. Jh. (um 1460; vgl. Rashed 2001, 269)

Ursprünglicher Zustand

Der Notiz auf ff. 179V180 glaubte G. Konstantinides, Jahrb. S. 217 entnehmen zu können, daß der Kodex zweiter Teil einer Hs. war, die ursprünglich auch Phys. umfaßte. In Wirklichkeit bezieht sich diese offenbar übernommene Notiz jedoch nicht auf den Inhalt unseres Kodex. Sie erwähnt Gener. Corr. (im Kodex vorhanden) überhaupt nicht. Ob der schmucklose Charakter der ersten Seite des Kodex bestätigt, daß diese ursprünglich eine Mittelseite war (so Konstantinides a. a. O.), muß dahingestellt bleiben. Ohne genaue Beobachtungen über die Lagenzählung u. dgl. läßt sich diese Hypothese nicht verifizieren.

Provenienz

Vom Gymnasiallehrer Dr. P. N. Papageorgiu Anfang März 1887 in der Bibliothek des Bahnbeamten Ioannes Σιαγκούνης (Schaguni) in Philippupolis (Plovdiv, Bulgarien) entdeckt. Schaguni, ein „vornehmer Grieche‟, hatte seine Bücher, Handschriften und Drucke, von seinen Eltern geerbt und ahnte nichts vom Wert seines Aristoteles-Ms. An 5 oder 6 Stellen des Ms. befinden sich Notizen von seiner Hand über Lokalereignisse des 19. Jh. Im August 1908 von der Preußischen Staatsbibliothek für 1500 Mark gekauft (Akzessionsnummer 1908. 108). Während des zweiten Weltkrieges (zwischen 27. 10. und 5. 11. 1941) nach Schloß Fürstenstein (jetzt polnisches Gebiet) ausgelagert. Das Ms. befand sich in der Kiste Nr. 77. Noch während des Krieges in die Benediktiner-Abtei Grüssau umgelagert (vgl. Deutsche Staatsbibliothek 1661–1961, Bd. I, Leipzig 1961, S. 82). Danach verschollen, möglicherweise durch Kriegshandlungen zerstört. (Die Handschrift wird aktuell in Krakau in der Biblioteka Jagiellonska aufbewahrt.)

Bibliographie

Kod.

  • P. N. Papageorgiu, in: Φιλιππούπολις Nr. 339, 2. Periode, 7/19 März 1887 (Kurzer Bericht über Entdeckung und Inhalt. Mir nicht zugänglich) .
  • P. N. Papageorg, Ein neuer Kodex des Aristoteles, in: Berl. Philol. Wochenschr. 7, 1887 (16. April), Sp. 482 (Kurzer Bericht über Entdeckung und Inhalt. Datierung: 13. Jh.) .
  • G. Konstantinides, Τὸ ἐν Φιλιππουπόλει ἀρτίως ἀνακαλυφθὲν νέον Ἀριστοτελικὸν ἀντίγραφαν, in: Παρνασσός (Athen) 10, 1886–1887, S. 332–337 (inhaltlich identisch mit dem folgenden Titel).
  • G. Konstantinides, Ein neuentdeckter Codex des Aristoteles, in: Jahrb. f. class. Philol. 33, 1887, S. 214–218 (Entdeckung. Inhalt. Kodikologische Beschreibung. Datierung: 13., spätestens 14. Jh. S. 217–218 Variantenliste für Cael. I. Bezeichnet den Kodex als membranaceus, während Papageorg ihn für einen chartaceus hält) .
  • Ch.–E. Ruelle, Note sur le manuscrit aristotélique de Philippopolis, in: Annuaire de l’Assoc. pour l’encouragement des études grecques en France 21, 1887, S. 175–179 (Entdeckung, Inhalt, Kodikologisches aufgrund der Berichte von Papageorg und Konstantinides. Datierung: 14. Jh. E. Variantenliste für An. I 5, 411 b 25–II 1, 412 a 13 nach dem Faks. in Παρνασσός 10) .

Text.

  • M. Rashed, Die Überlieferungsgeschichte der aristotelischen Schrift De generatione et corruptione, Wiesbaden 2001, 265–269 (Berol. geht über eine Zwischenstufe auf Ambros. G 61 sup. (13. Jh. Ende) aus der Linie des Vind. phil. gr. 100 (J) zurück; Esc. Τ II 21 ist eine direkte Abschrift aus Berol.)
  • P. Moraux, ed. Cael. 1965, S. CLXXXIII Anm. 2 (Nur erwähnt. Angaben zur Provenienz.)

Faks.

  • G. Konstantinides, in: Παρνασσός 10, 1886–1887, S. 332 (Abb. des f. 161 ) .

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 47–49 (Moraux 1975, aufgrund der Literatur).