Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Berol. Ham. 41

Nachweis: Deutschland, Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Hamiltoniani, Berol. Ham. 041
Datierung:

15. Jh. 2. Viertel (ff. 1163V, Z. 10), 16. Jh. A. (ff. 163V, Z. 10–188)

Beschreibstoff: Papier
Format: 330 × 240 mm
Folienzahl: ff. III, 193

Inhalt

  • (ff. 159V) EN.
  • (ff. 6184) MM (Titel f. 61: ἀριστοτέλου ἠθικῶν ἐκδημοίων βιβλίον α, Titel des 2. Buches f. 73: ἀριστοτέλους ἠθικῶν μεγάλων β).
  • (ff. 87188) Pol. mit Scholien (= Exzerpte aus dem verlorenen Kommentar des Michael von Ephesos, vgl. Immisch2, S. XVI–XXIV; ed. Immisch2, S. 293–327).
  • Leer

    ff. 60RV, 84V86V, 189193V.

  • Textgeschichtliches

    Die Handschrift gehört für Pol. zur Familie Π2, die Supplemente zu den dett., Supplement II ist Abschrift der Aldina.

    Die dem Michael von Ephesos zugeschriebenen Scholien ähnlich in Leid. Scal. 26.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. IIII, 110, 147156, 158165: Blume, sehr ähnlich Br. 6541 (Mailand 1425, mit Varianten Oberitalien 1420–1456).
  • ff. 11146, 157/166: Fuchtel, ähnlich Br. 6185 (Sion 1433–1434).
  • ff. 167 bis 193: Dreiberg, sehr ähnlich Br. 11663 (Genua 1434, mit Varianten Florenz 1434–1446) und Br. 11652 (Rom 1434–1439, mit Varianten Italien 1434–1440).

Format

330 × 240 mm

Folienzahl

ff. III, 193

Lagen

1 × 4 - 1 (III), 8 × 10 (80), 1 × 6 (86), 10 × 10 (186), 1 × 4 (190), 3 × 1 (193).

Reklamanten

Reklamanten auf dem letzten Verso unten waagerecht bis f. 156V, vom Kopisten.

Anzahl der Linien

Lin. 39 (ff. 184), 31–32 (ff. 87163), 34 (ff. 164188)

Kopist

A. ff. 1163V, Z. 10 (bis Pol. IV 4, 1318 b 16 λήμματα) 〈Demetrios Sguropulos〉; ff. 184 kleiner geschrieben als das Übrige.

Subskription f. 59V (überwiegend rot): + θ(ε)ῶ + χάρις + ἀμήν + | ἐγράφη ἐν τῶ μεδιολάνω, τῆ νοεμβρίου κʹ, τῶ λογιωτ(ά)τ(ω) καὶ ἀρίστω | ἀνδρὶ κ(υρ)ῶ //////////ι καὶ ἀληθῆ τε φιλέλληνι. τέλος τῶν ἀριστοτέλους ἠθικῶν +. Am 20. Nov. in Mailand geschrieben. Der Name des Auftraggebers (nach einer Vermutung von Harlfinger vielleicht 〈βησσαρίων〉ι) ist ausradiert und vom Kopisten durch eine Zierranke ersetzt worden. f. 84 Subskription (rot): τέλος εἴληφε τῆ νοεμβρίου κ᾿ πρὸς ἑσπέραν. Titel, Initialen, Randscholien rot; verzierte Initialen.

B. ff. 163V, Z. 10–167 (Ende von Pol. VI).

C. ff. 167188 (= Pol. VII–VIII).

Zu Pol. II auf den ff. 97, 101, 101V, 102 einige Marginalien von der Hand des Bessarion (Harlfinger). Weitere Marginalien von Francesco Filelfo (f. 2r) sowie Niccolò Leonico Tomeo (z. B. 92v, 94r) (Speranzi).

Ergänzungen zum Textbestand

Zu EN Scholien und Diagramme, Korrekturen am Rand, außerdem Korrekturen im Text, oft nach Rasur, mit etwas dunklerer Tinte. Zu MM einige Lemmata und Korrekturen. Zu Pol. Korrekturen am Rand und im Text nach Rasur.

Einband

Rotes Maroquinleder auf Holz. Erhabene Bünde, fester Rücken. Auf Vorder- und Hinterdeckel umlaufend Goldranken. Auf dem Rücken reiche Verzierung durch Goldranken, zwischen den Bünden: Aristoteles Ethica Et Politica Codex Chart. Vorn und hinten je drei fliegende Blätter.

Erhaltungszustand

Wasserschäden, vor allem ab f. 100.

Geschichte

Datierung

15. Jh. 2. Viertel (ff. 1163V, Z. 10), 16. Jh. A. (ff. 163V, Z. 10–188)

Provenienz

Möglicherweise ist die Handschrift für Bessarion geschrieben worden, vgl. Subskription f. 59V. Über den Grund der Namenstilgung wissen wir nichts. Auf jeden Fall war die Handschrift zu irgendeiner Zeit im Besitz des Kardinals, wie seine Marginalien zu Pol. II zeigen. Der Codex gehörte dann dem Kloster S. Michele di Murano in Venedig (dortige Signatur: 393). Nach der Auflösung des Klosters (1807) wurde er zusammen mit einer Gruppe von insgesamt 30 Hss. dieser Herkunft von Alexander Douglas (1767–1852, ab 1819 der 10. Duke of Hamilton) erworben, der durch Käufe vor allem in Italien, Frankreich und Rußland nach und nach eine bedeutende Handschriftensammlung zusammengetragen hat. Seine Sammlung – ca. 1850 um die Handschriften aus dem Besitz seines Schwiegervaters William Beckford vermehrt – wurde von seinem Enkel im Jahre 1882 an die Berliner Museen verkauft und hier (bei Weiterverkauf einiger Bände) zwischen Kupferstichkabinett und Königlicher Bibliothek aufgeteilt. Zur Geschichte der Sammlung Hamilton vgl. H. Boese, Die lateinischen Handschriften der Sammlung Hamilton zu Berlin, Wiesbaden 1966, S. IX–XXII. Die heutige Aufteilung der Bestände dort S. XXII Anm. 30.

f. 188V: Aristotelis etica economica(!) etc.

Reproduktionen und Digitalisate

  • Berol. Ham. 41 (Digitalisate der ff. 87188 verfügbar durch das Teuchos-Zentrum).

Bibliographie

Kat.

  • C. De Boor, S. 229–230 Nr. 397.
  • Ham. 41 im Rahmen von Philelfiana (D. Speranzi 2016 [aufgerufen Okt. 2019]).

Kod.

  • E. Mioni, Mss. S. Michele, S. 339.
  • A. Dreizehnter, Textgeschichte Pol., S. 2–3 (Sigel H) .
  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 409.

Text.

  • O. Immisch, ed. Pol., 1909, besonders S. XI–XXII, 295–341 (Sigel Ha ) .
  • O. Immisch, ed. Pol., 19292, besonders S. XII–XXIV, 293–337 (Sigel Ha ) .
  • W. D. Ross, ed. Pol., 1957, S. VII (Sigel Ha ) .
  • J. Aubonnet, ed. Pol., 1960, S. CCIV (Sigel H) .
  • A. Dreizehnter, Textgeschichte Pol., S. 26–27, 64–65, 72 (Stemma S. 75).
  • A. Dreizehnter, ed. Pol., 1970, S. XXIII (Sigel H) .
  • Brockmann 1993, S. 46, 57 mit Anm. 48 (Ham. 41 ist für MM direktes Apographon des Vind. phil. gr. 315; Stemma nach S. 80).

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 36 (Dreizehnter, Autopsie 1967).