Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina

Vorstufe

Beschreibung Bon. 3635

Nachweis: Italien, Bologna, Biblioteca Universitaria, Bon. 3635
Datierung:

um J. 1325–1330

Beschreibstoff: Papier
Format: 217 × 145 mm
Folienzahl: ff. 309

Inhalt

  • (ff. 151) Ps.-Alexander von Aphrodisias, Problemata (ed. J. L. Ideler, Physici et Medici Graeci Minores, Berlin 1841, I, S. 3–80).
  • (ff. 51V79) Ps.-Alexander von Aphrodisias, Problemata Anecdota (ed. H. Usener, Progr. Berlin 1859, S. 1–37).
  • (ff. 7993V) Cassius Iatrosophistes, Problemata (ed. Ideler, op. cit., S. 144–167). Dahinter (f. 94) zwei Zeilen: τί διαφέρει ψάμμος ἄμμου; ὅτι ψάμμος μὲν λέγεται πᾶσα γῆ· ἄμμος δὲ ἡ περὶ τὸν αἰγιαλόν (In den Marciani 257 und 259 enden die Problemata des Cassius eben mit αἰγιαλόν.).
  • (ff. 97236V) Probl.
  • (ff. 241250) Plutarch, Platonicae Quaestiones „ὧν οὐχ εὑρέθη ἡ ἀρχή‟, ab III 2, S. 120, 27 (Hubert) τοῦ νοητοῦ.
  • (ff. 253289V) Plutarch, Placita Philosophorum.
  • (ff. 293301) Plutarch, Aetia Physica, bis einschließlich XXIX, S. 25, 5 (Hubert).
  • (ff. 302309V) Aelian, Ἐκ τῶν περὶ ζώων ἰδιότητος (= „Excerpta Vindobonensia‟, vgl. E. L. de Stefani, in: SIFC 12, 1904, S. 158/9, 179/180), inc. ὁ αἰτναῖος οὕτω λεγόμενος (Aelian 1, 13), des. σαῦρα σαλαμάνδρα (Aelian 11, 37).
  • Leer

    ff. 94V96V, 237240V, 250V252V, 290292V, 301V.

  • Textgeschichtliches

    Die meisten Traktate dieser Hs., nämlich bis einschließlich Plutarch, Platonicae Quaestiones, kehren auch im Marc. 259 (14. Jh. 2. Viertel) in derselben Reihenfolge wieder. Eine andere Zusammenstellung mehrerer im Bon. vorhandener Traktate begegnet im Oxon. N. C. 233 (15. Jh.). – Die Datierung unserer Hs. widerlegt die Annahme H. Hungers im Katalog der griechischen Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek, Teil 1, Wien 1961, S. 86 (cod. Hist. 78), die Exzerpte aus Aelian gingen auf Georgios Gemistos Plethon († 1451) zurück.

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 142, 43/50, 5996, 195198, 225/232, 263/266: Axt, entfernt ähnlich Br. 7482, M.–T. 4606 (Oberitalien, Südfrankreich 1316 bis 1321), = Wz. im Vat. 2231, ff. 119126 .
  • ff. 46/47, 5158, 97128: Buchstabe A, sehr ähnlich Br. 7924, M.–T. 5090 (Bologna 1307, mit Variante Belgrad um 1320), sehr ähnlich Ha., lettre 7 (〈Thessalonike〉 1319).
  • ff. 44/49, 45/48: Buchstabenkombination CON, Br. und M.–T. ohne Beleg, ähnlich Ha., lettres 64 (〈14. Jh. 1. Drittel〉), sehr ähnlich Wz. im Vat. 2231, ff. 1858 (passim) und Marc. 529, ähnlich Wz. im Laur. CS 114, ff. 221224 , 227234 (datiert 1328).
  • ff. 129194, 199224, 226231, 233260, 261/268, 262/267, 264/265, 269309: Zwei Kreise, ähnlich Br. 3205, M.–T. 1993 (Dijon 1329, mit Variante Lucca 1334).

Format

217 × 145 mm

Folienzahl

ff. 309

Foliierung

Bleistiftfoliierung oben rechts; korrekt bis 272, dann 263 statt 273 usw. bis 299 statt 309, davon 263–283 nachträglich zu 273–293 korrigiert. Ganz vereinzelt oben rechts auch eine ältere Zählung mit Tinte, und zwar z. B. f. 79 gezählt als 78, 264 als 262, 275 als 274, 302 als 301, 309 als 247 (?).

Lagen

2 × 1 oder 1 × 2 (2), 11 × 8 (90), 1 × 6 (96), 19 × 8 (248), 1 × 4 (252), 7 × 8 (308), 1 × 1 (309).

Lagensignierung

Keine Lagensignierung (mehr?) vorhanden; vielleicht Reste: ff. 11 unten rechts, 83 oben rechts; ff. 260V, 268V unten Mitte kleines Kreuz.

Anzahl der Linien

Lin. 29

Liniierung

Ähnlich Lake I, 1 a.

Kopist

ff. 302309V etwas enger und kursiver geschrieben als ff. 1 bis 301; dennoch wird es sich höchstwahrscheinlich um ein und denselben Schreiber handeln. Dieser ist identisch mit dem Schreiber des Mut. α. T. 8. 1 (101) (Joseph der Philosoph [Rhakendytes], Aristoteles–Kompendium), der zwei Wasserzeichen mit dem Vat. 2231 gemeinsam hat, in welchem wiederum zwei Wasserzeichen unseres Bon. begegnen (vgl. oben). Von der Hand dieses Kopisten stammen ebenfalls die ff. 130328V, 362490, 497516V im Marc. 529 (Joseph der Philosoph). – Zum Schrifttyp, der auch in dem oben („Textgeschichtliches‟) erwähnten Marc. 259 wiederkehrt, vgl. D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 109–111; es handelt sich um den sog. „Metochitesstil‟.

Einband

Modern; Rücken aus Leder, darauf in Goldprägung: Alexan. Aphrodis./Solutiones/Gr.

Vorn und hinten je ein modernes fliegendes Blatt.

Geschichte

Datierung

um J. 1325–1330

Provenienz

f. 1 oben rechts zwei Siegelstempel. Der eine rechteckig mit abgestumpften Ecken mit arabischem Text: Muṣṭafā ’Abduh/yā Kāfi l’muhimmāt, sowie dreimal yā Ġafur, was bedeutet: o du, der du genügst in den wichtigen Dingen/o Verzeihender/Mustafa (ist) sein Diener (freundlicherweise entziffert und übersetzt von H. Pohl und Z. Shunnar vom Seminar für Semitistik/Arabistik der Freien Universität Berlin). Es handelt sich um den Stempel des türkischen Prinzen und Sultans Mustafa (1591–1639, als Mustafa I. Sultan 1617 bis 1618 und 1622–1623) (vgl. E. Jacobs, Untersuchungen zur Geschichte der Bibliothek im Serai zu Konstantinopel, I, Sitz.–Ber. Akad. Wiss. Heidelberg, Phil.–hist. Kl. 24, 1919, S. 120 sqq., mit Abbildung S. 127 [aus Par. 1809]). Der Stempel enthält des weiteren anscheinend nur Ornamentik; falls man mit Silvester de Sacy (bei Jacobs, S. 126) dennoch eine Zahl herauslesen will – er glaubt die Zahl 96 zu erkennen –, dann am ehesten 26, was 1026 Hiǧra = 1617 n. Chr. bedeuten würde, oder 36 (= 1626/7). Dieser Stempel findet sich nicht nur in verschiedenen von Jacobs, S. 122 aufgeführten Parisini graeci, sondern auch in den meisten griechischen Bononienses des Conte Generale Luigi Ferdinando Marsili († 1730), aus dessen Sammlung auch unsere Hs. stammt (vgl. oben S. 61), und im Laur. 7, 35 (vgl. dort). Der zweite, ebenfalls in den meisten Graeci des Marsili wiederkehrende Siegelstempel auf f. 1 und wiederholt auf f. 309 oben rechts ist rund und zeigt unter einer fünfzackigen Krone in der Mitte die ineinander verschlungenen Buchstaben M und A (ob Marsili?). Er ist im Bon. 3633, f. 1 oben rechts teilweise auf den türkischen Stempel aufgedrückt worden und damit eindeutig jünger als dieser.

Auf einem gegen den Spiegel geklebten älteren Zettel: Assemani cod. graec. N. X; vgl. zum Näheren oben S. 61.

Bibliographie

Kat.

  • T. W. Allen, Mss. Italian Libraries, S. 253 (= S. 27) .
  • A. Olivieri–N. Festa, S. 457–458.
  • D. Harlfinger–J. Wiesner, Hss. Aristoteles, S. 252.

Kod.

  • D. Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 109.

Text.

    Ps.-Alexander

    • H. A. Diels, Hss. Ärzte, II, S. 9.

    Plutarch

    • V. Hahn, De Plutarchi Moralium codicibus quaestiones selectae, Krakau 1905, S. 65.
    • H. Wegehaupt, Plutarchstudien in italienischen Bibliotheken, Progr. Cuxhaven 1906, S. 62.
    • C. Hubert, ed. Moralia VI 1, Leipzig 1954, S. XII–XV.
    • C. Hubert, ed. Moralia V 3, Leipzig 1955, S. IV.

Quelle

  • Aristoteles Graecus, S. 64–66 (Harlfinger, Autopsie Dezember 1965).